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Gekürzte Fassung des Rundschreibens vom August 2003

Themenübersicht


Liebe Ballettfreunde

das HAMBURG BALLETT rüstet sich bereits für die 30. Jubiläumsspielzeit, welche für uns in Hamburg am 24. September mit dem Ballett PRELUDES CV beginnt. Dieses neue Werk wurde während der XXIX. Hamburger Ballett-Tage mit sehr großem Erfolg uraufgeführt.
Bereits ab 8. September wird das HAMBURG BALLETT wieder auf Gastspielreise sein, dieses Mal im Teatro Royal in Madrid (6 Vorstellungen NIJINSKY), um seine weltweiten Erfolge fortzusetzen.

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Hamburgs höchste Auszeichnung für John Neumeier

Als am Sonntag, dem 6. Juli 2003, die 29. Nijinsky-Gala stattfand, die dem Angedenken an Rudolf Nurejew gewidmet war, eine Aufführung von außerordentlichem Erfolg gekrönt, erschien Im Laufe des Abends dann auch Kultursenatorin Dr. Dana Horáková vor dem Vorhang und überreichte John Neumeier, als höchste kulturelle Anerkennung die Hamburg zu vergeben hat, die Medaille für Kunst und Wissenschaft. Es war von einer einmaligen Erfolgsgeschichte die Rede, von einer langen Liebesgeschichte als eine einzige triumphale Liebeserklärung seitens des Publikums, und so überraschte unsere Kultursenatorin uns alle mit ihren wohlgemeinten Worten.

Dieser Abend war ein sehr geglückter Abschluss der Ballett-Tage, obwohl das HAMBURG BALLETT bereits auf gepackten Koffern saß, um am nächsten Tag nach St. Petersburg abzureisen. Dort am Mariinskij Theater fanden im Rahmen des Gastspiels acht Vorstellungen (NIJINSKY / DIE MÖWE / DIE KAMELIENDAME) - innerhalb von nur acht Tagen statt, eine Mammut-Leistung, die John Neumeier und sein Ensemble zu bewältigen hatten, welche dann auch einen außergewöhnlichen, begeisterten Erfolg einbrachte.

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Ballettreise nach St. Petersburg im Juli 2003

Auf unserer Ballettreise waren wir mit 38 Personen dabei, als John Neumeier das Mariinskij Theater "eroberte" und vor allem auch das russische Publikum. Vor ca. zwei Jahren studierte er dort zunächst mit der russischen Ballettcompagnie drei seiner Ballette ein, mit der Uraufführung des Schnittke-Balletts SOUND OF EMPTY PAGES. Jetzt überzeugte er nun auch mit seiner Hamburger Compagnie die St. Petersburger. Ein historisches Ereignis im russischen Ballettgeschehen. In einem Interview mit der St. Petersburger Times antwortete John Neumeier dann auch auf die Frage, wie er im Rückblick seine choreographische Arbeit für das Mariinskij Theater von vor zwei Jahren sieht:

"Es war eines meiner wichtigsten Ereignisse in meinem Leben".

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Findungskommission für Neuwahlen des Vorstandes

Angesichts der Ballettereignisse, die wir mit so viel Freude schon seit drei Jahrzehnten begleiten und die Tatsache, dass wir uns zu der schönen Kunst des Balletts und des Tanzes immer wieder und immer noch mehr hingezogen fühlen, ist der Verein BALLETTFREUNDE HAMBURG e.V. für alle Mitglieder zu einer Art Radarstation geworden.

Damit auch in Zukunft für unsere Mitglieder gewährleistet ist, in unserem Verein gut aufgehoben zu sein, wird auf Grund der vielen Veränderungen in unserer Gesellschaft eine Neuausrichtung der Vereinsarbeit erforderlich. Die Amtsperiode des derzeitigen Vorstandes läuft im ersten Quartal des neuen Jahres ab. Neuwahlen stehen für die nächste ordentliche Mitgliederversammlung im Januar 2004 auf der Tagesordnung. Wir haben, wie Sie wissen, eine Findungskommission ins Leben gerufen, die sich damit beschäftigt, Kandidaten für einen neuen Vorstand zu suchen. In ca. zwei Wochen wird die dritte Sitzung dieser Kommission stattfinden.

Während man sich auf der ersten Tagung über die Bildung eines neuen Vorstandes verständigt hat und beim zweiten Treffen ausführlich über die vorgegebenen Aufgabenbereiche beraten hat, wird die personelle Verteilung der Aufgaben auf der nächsten Sitzung zu behandeln sein.

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Jetzt wird es allem Anschein nach etwas kritisch, zumal die Personen noch nicht gefunden wurden, die sich für eine Fortsetzung der Vereinsgeschäfte einsetzen können, geschweige denn für eine Ausweitung unserer Aktivitäten, an der es in der Vergangenheit schon immer gemangelt hat.

Da uns nun auch noch die Zeit davonläuft, möchte ich nicht versäumen, noch einmal die Bereitschaft der Mitglieder anzusprechen für die Übernahme der einen oder anderen Aufgabe. Es muss versucht werden, alle möglichen Kräfte zu bündeln, um eine optimale personelle Lösung zu erreichen. Dabei geht es meiner Meinung heute noch nicht so sehr um die Frage, wer den Vorsitz übernimmt, sondern primär um Folgendes:

Wer kann sich in den Vorstand einbringen bzw. auch außerhalb des Vorstandes, um dem vorliegenden Aufgabenkatalog kontinuierlich und verantwortlich gerecht zu werden.

Daher bitten wir Sie, uns anzurufen, falls Sie interessiert sind, eine Aufgabe zu übernehmen: Renate Dreher, Marjetta Schmitz-Esser oder Willy Wiermann.

Laut Satzung sind fünf Vorstandsmitglieder vorgesehen. Für den neuen Vorstand werden voraussichtlich Frau Marjetta Schmitz-Esser und Frau Renate Dreher wieder kandidieren. Es wären daher mindestens drei neue Namen zu nennen, die der Mitgliederversammlung für die kommende Vorstandswahl vorgeschlagen werden müssen.

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Liebe Ballettfreunde, meine sehr verehrten Damen und Herren, gemeinsam muss doch zu schaffen sein, was hauptsächlich seit nunmehr 27 Jahren in meinen Händen lag, wo wir anfänglich mehr oder weniger mühsam den Weg finden mussten, während heute die Pfade vorhanden sind. Diese zu gehen und sie eventuell den Veränderungen der heutigen Zeit anzupassen, dürfte eigentlich nur Freude machen. Eine Alternative zu den vielen banalen Dingen unseres Alltags ist die Beschäftigung mit dem Ballett allemal. Das habe ich erfahren dürfen und bin sehr glücklich darüber. Aus der Geschichte haben wir gelernt, der Weg geht immer weiter. Gehen wir also diesen Weg, gemeinsam und mit Freude.

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Neue Solisten und Ballettmeister

Das HAMBURG BALLETT hat zum Saisonbeginn vier neu ernannte Solisten: Hélène Bouchet, Yukichi Hattori, Arsen Megrabian und Sébastien Thill und als Ballettmeister Leslie McBeth und Radik Zaripov.

Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg !

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30 Jahre HAMBURG BALLETT

"Wir schummeln ein wenig beim Alter," gestand John Neumeier, "denn eigentlich sind wir schon mit Ende der vergangenen Spielzeit 30 Jahre." Das 30-jährige Bestehen des HAMBURG BALLETT wird in der kommenden Spielzeit gefeiert. Aus diesem Anlass werden die 30. Hamburger Ballett-Tage 2004 von zwei auf drei Wochen verlängert; was jedoch für die an drei Abenden auf dem Programm stehende Jubiläumsgala geplant ist, wird zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch nicht verraten. Eröffnet werden die Jubiläums- Ballett-Tage am 6. Juni mit einer Neueinstudierung von Neumeiers ROMEO UND JULIA, ein Ballett mit besonderer Bedeutung für den Hamburger Choreografen. Und ausnahmsweise wird es drei weitere Neueinstudierungen während der kommenden Spielzeit - und auch innerhalb der Ballett-Tage - zu sehen geben: DORNRÖSCHEN wird wieder aufgenommen (damit die Tschaikowsky-Dreier-Gruppe mit NUßKNACKER und SCHWANENSEE wieder komplett ist, wie sich Neumeier ausdrückte), die ODYSSEE wird neu einstudiert sowie ein DONA NOBIS PACEM genannter Abend, der Auszüge aus Neumeiers Balletten MESSIAS, MAGNIFICAT und REQUIEM in einer Art Collage zusammenfasst.

Gewünscht haben wir es uns schon immer, die MATTHÄUS-PASSION nach langer Zeit wieder dort zu sehen, wo sie zu Hause ist: In der Hauptkirche St. Michaelis unter der Stabführung von Günter Jena. Jetzt stehen zwei Aufführungen auf dem Programm.

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Und schließlich ist das runde Jubiläum auch Anlass, Schüler anderer, international renommierter Ballettschulen einzuladen.

Die nächste Uraufführung - und davon wird es in der kommenden Spielzeit nur eine geben - ist für den 7. Dezember geplant. Frei nach der berühmten Novelle von Thomas Mann gestaltet John Neumeier seine Version vom TOD IN VENEDIG. Die unglückliche Liebesgeschichte wurde durch den gleichnamigen Film zur Musik von Gustav Mahler einem großen Publikum bekannt.

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Vorverkauf für alle Vorstellungen

Der Vorverkauf für alle Vorstellungen der nächsten Spielzeit hat am Montag, den 25. August 2003 bereits begonnen. Alle Mitglieder, die Frau Behr ihre Kartenwünsche mitgeteilt haben, erhielten in diesen Tagen die Bestätigungen per Post. Bitte denken Sie daran, falls Sie eine Vorstellung aus zwingenden Gründen nicht besuchen können, die Reservierung freizugeben. Rufen Sie Frau Behr an.

Anlässlich der Pressekonferenz in der Hamburgischen Staatsoper zur Vorstellung der kommenden Spielzeit wurde rückblickend auch auf die Auslastung der voran gegangenen geschaut: Zur guten Gesamtauslastung von ca. 87 % trägt das HAMBURG BALLETT einen beachtlichen Teil bei. Viele Tanzaufführungen sind zu über 90 % verkauft, machen aber nur ein Drittel der bespielten Abende des Hauses aus.

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Prix Dom Pérignon

Und noch ein abschließender Blick auf die zurück liegende Saison: Der Gewinner des diesjährigen "Prix Dom Pérignon", dem seit 1999 alle zwei Jahre während der Ballett-Tage ausgetragenen Wettbewerb für Nachwuchs-Choreografen, ist Marco Goecke. Sein BLUSHING war das unkonventionellste Stück, doch konnte sich die siebenköpfige Jury nicht einstimmig und nur nach kontroversen Diskussionen auf diesen Sieger festlegen. Sehr erfreulich ist, dass das Niveau der internationalen Beiträge deutlich gestiegen ist und letztlich doch kein braver, sondern ein mutiger choreografischer Versuch belohnt wurde.

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Stipendiat Konstyantyn Tselikov

Konstyantyn Tselikov wird auf Vorschlag von Herrn Neumeier auch im neuen Schuljahr das Stipendium der Mitglieder der BALLETTFREUNDE HAMBURG e.V. erhalten. In seinem Schreiben vom 02.07.03 bedankt sich Herr Neumeier bei Ihnen allen vielmals für die Förderung dieses Schülers der Theaterklasse VII und auch dass unser Verein es Konstyantyn ermöglichen konnte, am Sommerkurs in York, England teilzunehmen. Herr Neumeier schreibt: "Bitte grüßen Sie die Mitglieder der "BALLETTFREUNDE" herzlich von mir."

Vorankündigung einer Einladung zur Präsentation unseres Stipendiaten Konstyantyn Tselikov: Der Termin wird noch bekanntgegeben, an dem sich Konstyantyn bei Ihnen mit einer kleinen Darbietung im Ballettzentrum bedanken möchte. (voraussichtlich zweite Hälfte November)

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LAOKOON

das Sommerfestival auf Kampnagel, findet in diesem Jahr vom 28. August bis zum 14. September statt. Fünf der internationalen Beiträge zeigen Tanz, im Einzelnen sind dies:

SHADOWHOUSES von "The Arts Fission Company" aus Singapur am 28., 29. und 30.8., jeweils um 20 Uhr, Dauer ca. 60 Minuten. Zu Musik von Arvo Pärt schuf die Choreografin Angela Liong ein Tanzrequiem, Auslöser hierzu waren die Angriffe des 11. September 2001. Das zeitgenössische Tanz-Ensemble gehört zu den wichtigsten in Südost-Asien.

GIANT EMPTY von John Jasperse aus New York am 3., 4. und 5.9., jeweils um 20.15 Uhr, Dauer ca. 75 Minuten. Der amerikanische Choreograf hat sich mit seinen eigenwilligen Werken international einen Namen gemacht; in diesem Stück geht es um die große Leere, um Menschen als Grenzgänger, am Rande des Scheiterns.

KASPAR vom "Teater Payung Hitam" aus Indonesien am 4., 5. und 6.9., jeweils um 19.30 Uhr, Dauer ca. 90 Minuten. Nicht Tanz, sondern Körpertheater ist wohl der passendere Begriff für die Arbeit dieser Gruppe. Das Stück basiert auf Kaspar-Hauser-Motiven und bezieht Sprache, Sprechgesänge und Geräusche mit ein.

CALLING CLAVIGO von "Hotel Pro Forma" aus Dänemark am 5., 6. und 7.9. jeweils um 20 Uhr, Dauer ca. 120 Minuten mit Pause Goethes Drama "Clavigo" und sein Bildungskonzept waren für die seit 1985 arbeitende dänische Gruppe Ausgangpunkt zu diesem Stück. Tanz und Sprache, aber auch pyrotechnische und optische Effekte werden hier zusammen geführt.

KHOL DO (Die Suche) von Maya Krishna Rao aus Indien am 11., 12. und 13.9. jeweils um 21 Uhr, Dauer ca. 55 Minuten. Die indische Tänzerin, Autorin und Regisseurin verbindet in ihrem Solo traditionellen Kathakali mit modernem Tanz. Zu Musik von Philip Glass erzählt sie eine Geschichte, die zur Zeit der politischen Unruhen 1947 in Indien spielt.

Karten für alle Vorstellungen können bestellt werden unter Telefon 27 09 49 49, Mo - Fr von 12 bis 19 Uhr und Sa, So von 16 bis 19 Uhr. Kampnagel Hamburg, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg, Fax 27 09 49 62.

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Kurznachrichten

Die historisch Interessierten unter den Ballettfreunden möchte ich über folgende Neuerscheinung informieren: Der Georg Olms Verlag hat einen weiteren Band seiner Reihe "Terpsichore - Tanzhistorische Studien" heraus gebracht. Unter dem Titel "Le Gratie d'Amore" ist ab sofort Band 2 der Reihe lieferbar, es ist die deutsche Erstübersetzung (von Brigitte Garski) des von Cesare Negri 1602 in Mailand verfassten Buches über Tanz. Das 414 Seiten umfasende Werk verfügt über 58 Abbildungen und Notenfaksimiles und ist für ab sofort Euro 68,00 erhältlich.

In der Tradition Rudolf von Labans werden in Hamburg am 6. September URBANE RITUALE aufgeführt: Im Stadion des FC St. Pauli werden Profis und Laien gemeinsam tanzen, 150 bis 200 Tanzende sollen es werden. Präsentiert wird diese einmalige Veranstaltung von der Tanzinitiative Hamburg. Eine Einführung in das ungewöhnliche Projekt mit Vorträgen und Filmen gibt es am 29.8. um 20 Uhr in der Triade, Bernstorffstraße 117. Die Aufführung findet am 6.9. um 20 Uhr im Millerntor-Stadion statt. Informationen unter Tel. 439 38 48. Karten nur an der Abendkasse Millerntor-Stadion, Eingang Budapester Straße, Eintritt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro.

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Weitere aktuelle Veranstaltungshinweise

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Letzte Aktualisierung: 26.10.03, [ddd]