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Gekürzte Fassung des Rundschreibens vom 6. März 2004

Themenübersicht


Liebe Ballettfreunde,

dies ist der erste Rundbrief, den der neue Vorstand herausgibt. Wir bedanken uns sehr für das uns zuteil gewordene Vertrauen und versichern Ihnen, dass wir uns bemühen werden, die erfolgreiche Arbeit des Vereins weiterzuführen, insbesondere auch die freundschaftlichen und offenen Umgangsformen, die unsere Mitglieder zu schätzen wissen, sorgsam zu pflegen.

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Mitgliederversammlung

Den folgenden Bericht über die Ereignisse lesen Sie bitte aus erster Hand von unserem ehemaligen ersten Vorsitzenden, den wir zum Ehrenvorsitzenden des Vorstands ernannt haben:

Heute berichten wir Ihnen zunächst von der diesjährigen Mitgliederversammlung, welche am Mittwoch, den 28.01.2004, im Lichtwarksaal der Carl-Toepfer-Stiftung stattfand.

Wichtigster Punkt der Tagesordnung war die Wahl des neuen Vorstandes, die, wie Ihnen bekannt, einige personelle Veränderungen brachte. Wir hatten Ihnen mit Schreiben vom 13.01.2004 den Vorschlag mitgeteilt, den wir sorgfältig vorbereitet hatten, um die erfolgreiche Weiterführung des Vereins sicher zu stellen. Diesem Vorschlag konnte die Mitgliederversammlung folgen und Herr Eberhard Sickert, der freundlicherweise als Wahlvorstand fungierte, hat die Wahl durchgeführt.

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Ergebnis der Vorstandswahl:

Neue Kassenprüferinnen, die erstmalig den Kassenbericht 2004 am Ende dieses Jahres prüfen werden: Gabriele Wachtmann und Heidi Pohl.

Alle Wahlvorgänge erfolgten einstimmig, ohne Gegenstimme und ohne Stimmenthaltungen. Außerdem wurde noch eine nur formale Änderung in der Satzung beschlossen, ohne Textänderung.

Ferner wurde darüber abgestimmt, wie die in 2003 beschlossene und vorhandene Rücklage verwendet werden soll, die wir anlässlich des 30jährigen Jubiläums eingeplant haben. Nach reiflicher Überlegung haben wir der Mitgliederversammlung den Vorschlag gemacht, diesen Betrag als Sonderstipendien an zwei Ballettschüler zu vergeben. Dieses ist dann unser aller Geschenk zum Jubiläum:

"30 Jahre HAMBURG BALLETT und 30 Jahre JOHN NEUMEIER in Hamburg"

Diesem Vorschlag wurde einstimmig entsprochen. Herr Neumeier wird uns die Ballettschüler vorschlagen, die ein solches Stipendium bekommen sollten.

Das ERIKA-MILEE-STIPENDIUM, welches aus laufenden Spenden der Mitglieder vergeben wird, erbrachte im Kalenderjahr 2003 73 Einzahlungen.

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So können wir im zweiten Jahr in Folge dem Ballettschüler Konstyantyn Tselikov für das Schuljahr 2003/04 ein Stipendium zahlen und ihm zusätzlich den Sommerkurs in YORK/England ermöglichen. Wie Sie ja wissen, erhielt er ab der neuen Spielzeit einen Elevenvertrag und wird damit in die Compagnie aufgenommen. Erfreulicherweise konnte er bereits als Gruppentänzer an der USA Tournee teilnehmen und war dort in den Programmheften als Mitwirkender genannt. Wir freuen uns sehr darüber.

Nachdem Herr Sickert den Wahlvorgang beendet hatte, nahm Herr Wiermann die Gelegenheit wahr, die bisherigen Kassenprüferinnen Frau Helga Hallfahrt und Frau Ursula Wallmann zu verabschieden und bedankte sich für die vielen Jahre zuverlässiger Mitarbeit. Sodann bat er den neu gewählten Vorstand am Vorstandstisch Platz zu nehmen und beglückwünschte die neuen Vorstandsmitglieder. Frau Schmitz-Esser bedankt sich für die Wahl und spricht die Hoffnung aus, dass sie das in sie gesetzte Vertrauen erfüllen kann. In Ihrer Antrittsrede kam sie dann auch gleich auf einen Beschluß zu sprechen, der schon vorbereitet war, nämlich daß Herr Wiermann zum Ehrenmitglied ernannt werden sollte. Dieses zu tun ist lt. Satzung dem Vorstand möglich. Ferner wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Diese Ernennung sollte aber auch von der Mitgliederversammlung getragen werden, darum bat Frau Schmitz-Esser um Abstimmung per Handzeichen. Es gab eine 100%ige Zustimmung. Herr Wiermann bedankt sich für das Wohlwollen und für die Zustimmung beiden Mitgliedern und besonders bei den Damen des Vorstandes für die unermüdliche Mitarbeit, mit der sie Herrn Wiermann stets zur Seite standen.

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In seiner Abschlussrede zum Ausscheiden aus der Vorstandsarbeit führte Herr Wiermann die 27 Jahre an, die seit Gründung des Ballettvereins vergangen sind, eine sehr lange Zeit, in der sich ungeheuer viel verändert habe. Ferner sagte er:

"… Es waren aber auch 27 sehr schöne Jahre, für die ich allen Mitgliedern, die diesen Verein getragen haben, sehr dankbar bin. Es gibt heute noch viele Mitglieder, die länger als 25 Jahre Mitglied sind und die wie alle daran mitgewirkt haben, daß wir heute eine Institution geworden sind, auf die in ihrer Bedeutung in der Hansestadt Hamburg und für das Ballettgeschehen keiner mehr verzichten möchte.

Den Vorstandsdamen bin ich ganz besonders dankbar, daß sie an den Zielen des Vereins mitgearbeitet haben, natürlich auch Frau Brigitte Behr, die lange Zeit im Vorstand tätig war und auch heute noch mit den Kartenbestellungen beschäftigt ist. Ebenso gebührt mein Dank allen Helfern, die ich hier gar nicht alle aufzählen kann, die uns in der Gurlittstrasse geholfen haben, u.a. beim Versand der Rundschreiben, der Presseschau, bei der Computer-Einrichtung (die inzwischen zu einer unendlichen Geschichte wurde) u.v.a.m. Ohne Ihre Unterstützung hätten wir es nicht geschafft. Ich bitte Sie daher, diese Unterstützung Frau Schmitz-Esser und allen neuen Vorstandsmitgliedern auch weiterhin zuteil werden zu lassen.

Ich persönlich werde mithelfen, dass der Verein auch in Zukunft leben wird; es war sicher nur ein Zufall, dass ich bereits 5 Minuten nach der Vorstandswahl zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde?

(Ich habe jedenfalls verstanden, dass ich das Ticket meiner Auswanderung inzwischen wieder stornieren musste!)

Ihnen allen alles Gute, wir sehen uns wieder, gelegentlich in der Gurlittstrasse, in der Staatsoper, im Ballettzentrum oder vielleicht auch auf einer Ballettreise.

Herzlichst Ihr Willy Wiermann"

Inzwischen fand auch eine Vorstandssitzung statt, in der die Amtsgeschäfte an die neuen Vorstandsmitglieder übergeben wurden. Es war dann auch die letzte Sitzung, an der Frau Hannelore Zand teilgenommen hat. Acht Jahre lang hat sie als Schriftführerin im Vorstand mitgearbeitet. Liebe Frau Zand, auch auf diesem Wege nochmals ein herzliches Dankeschön für die nette Zusammenarbeit. Ihnen zu begegnen war stets angenehm.

Wir hatten Sie gerne bei uns im Vorstand.

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Nachruf . . . Frau Lotti Breme

Uns erreichte die Nachricht, dass Frau Lotti Breme im Alter von 92 Jahren verstorben ist. Frau Breme, seit sehr vielen Jahren bei uns Mitglied, hatte auch Ihre ganze Familie in die Liebe zum Ballett einbezogen. So hatte ihre Enkeltochter Unterricht in der Ballettschule, Ihre Kinder wurden bei uns Mitglied, ihre Schwiegertochter hatte u.a. viele Zeichnungen gefertigt die mit "Rinna" signiert sind. Davon gibt es in der Gurlittstrasse noch ein Exemplar "Marianne Kruuse als Tänzerin".

Auf vielen Ballettreisen war sie dabei, stets fröhlich und voller Begeisterung. Wir haben sie in letzter Zeit schon vermisst und werden sie auch in Zukunft nicht vergessen.

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Der Besuch in der Ballettschule am 24. Februar 2004

Das Interesse war enorm: Mehr als hundert unserer Ballettfreunde wollten das Training der Jungen des 4. und 5. Ausbildungsjahres miterleben. Diese Klasse gibt es erst seit kurzem und sie wird geleitet von Christian Schön. Hier werden die für den männlichen Tanz typischen Elemente gezielt eingeübt. Zu sehen waren die beiden 15-jährigen Deutschen Simon Schilgen und Torben Bardowicks, der Schweizer Fabian Albric, 16 Jahre alt, sowie der 14-jährige Sascha Trush aus der Ukraine.

Während des Trainings bewegte sich Christian Schön zwischen seinen Schülern, gab hier einen Tipp, korrigierte dort durch eine Hilfestellung. Er rief allgemeine Hinweise wie "Niemals das Port de bras nur markieren!". Er ist kein Lehrer vom alten, strengen Schlag, eher ein ruhiger Pädagoge, der seine Schüler in fast intimem Dialog zu motivieren versteht.

Besondere Freude machte den Teilnehmern die Pianistin Irina Tschaikowa, die im Hintergrund einfühlsam begleitete und so auf Tempo und Charakter der jeweiligen Übungen einging. Der Stipendiat der Ballettfreunde Hamburg e. V. Konstyantyn Tselikov konnte sein für die Prüfung choreografiertes "The Smile" allerdings nicht zeigen. Er zählte zu den Glücklichen, die auf die Gastspielreise des Hamburg-Balletts in die Vereinigten Staaten mitgenommen wurden.

Der Ballettlehrer Christian Schön, selbst an der Hamburger Ballettschule ausgebildet, war im vergangenen Jahr nach Engagements als Tänzer in Dortmund, Bonn und Hagen sowie einer pädagogischen Ausbildung in Toronto nach Hamburg zurückgekehrt.

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Deutscher Tanzpreis 2004 an William Forsythe

Am 14. Februar wurde der "Deutsche Tanzpreis 2004" im Essener Aalto Theater verliehen. Die undotierte Auszeichnung, 1983 ins Leben gerufen, erhielt in diesem Jahr William Forsythe, dessen Zukunft nun seit kurzem durch die Kooperation zwischen der Stadt Dresden und Sachsen sowie der Stadt Frankfurt und Hessen gesichert ist.

Der 1949 in New York geborene Forsythe kam 1971 zum Stuttgarter Ballett, seit 1984 war er Ballettdirektor in Frankfurt. In der Gala wurden seine Choreografien "The Room as it was", das Vier-Männer-Ballett "(N.N.N.N.)" und das "Quintett" aus dem Frankfurter Repertoire gezeigt.

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Dabeigewesen

Vor seiner Abreise zu seiner Tournee nach Amerika hat John Neumeier am 5.02.2004 die Gönner und Freunde des Hamburg Balletts zu einer Ballettprobe über Nijinsky in den Petipa-Saal des Ballettzentrums eingeladen. Auch uns, die wir Stipendien vergeben und der Company von Herzen verbunden sind, wurde in der Person von Marjetta Schmitz-Esser die Ehre zuteil, an diesem Abend dabei zu sein. (Herr Wiermann, der auch eingeladen war, weilte in Bad Griesbach).

Ausgewählte Szenen des für Amerika vorgesehenen Balletts beleuchteten die Person Nijinsky und das tragische Schicksal dieses genialen Tänzers. Das Besondere an diesem Abend aber vermittelten die Kommentare, Einsichten und Motive, die John Neumeier mit Nijinsky verbinden. Alle drei Besetzungen kamen nacheinander bei dieser Probe zum Zuge; so bekam man Einblicke in die unterschiedlichen Farben und Darstellungsweisen der Tänzer.

Bürgermeister Ole von Beust liess es sich trotz Wahlkampfverpflichtungen nicht nehmen, der Company als Botschafterin der Freien und Hansestadt Hamburg gute Worte mit auf den Weg zu geben.

Ein großes Bravo nicht nur John Neumeier, sondern auch seiner exzellenten Company, wie auch all denen, die diesen Abend engagiert vorbereitet hatten!

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Sensationeller Erfolg des Hamburg Ballett - John Neumeier in den USA

Auf seiner dreiwöchigen USA-Tournee mit 16 Vorstellungen im kalifornischen Orange County Performance Center, in New York und Washington wurde das HAMBURG BALLETT - JOHN NEUMEIER von Publikum und Presse gefeiert.

Die Ballettfreunde freuen sich auch riesig über diesen Erfolg.

Aus dem Newsletter des Ballettzentrums Hamburg, das uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde, stellen wir ihnen einige Pressestimmen auszugsweise vor.

"'Nijinsky', ein komplexes und unkonventionelles 'Traum'-Ballett hatte seine USA Premiere im Orange County Performing Arts Center und wurde mit "standing ovations" gefeiert... Was das Publikum berührte, ist John Neumeier's psychologischer, dramatischer Stil... 30 Jahre auf John Neumeier und seine Compagnie zu warten, waren eine lange Zeit, aber endlich waren sie da." (Orange County Register)

"Im deutschen Tanz wird als Erstes das Herz bewegt. Amerikanische Compagnien könnten vom 'Nijinsky' des HAMBURG BALETT lernen, weil es eine geradezu himmlische Technik mit dramatischem Ausdruck verbindet... In Wirklichkeit gab es nur einen Vaslav Nijinsky, aber in jeder Vorstellung von John Neumeiers Ballett gab es allabendlich sieben, die kongenial die Rollen tanzten, die Nijinsky kreiert hat... Nicht viele Compagnien könnten so eine Figur siebenfach besetzen, aber das HAMBURG BALLETT tut es, Abend für Abend in verschiedenen Besetzungen.

Jiri Bubenicek triumphierte in der Titelrolle... In den meisten anderen Compagnien würden seine überwältigende Süße, sein Feuer, seine technische Präzision und seine Bedrohlichkeit andere im Dunst verschwinden lassen. Aber hier in Gemeinschaft all dieser fähigen, leidenschaftlichen und intelligenten Hamburger Künstler ist er schlichtweg die grösste Offenbarung an einem Abend 2voller Entdeckungen." (Los Angeles Times)

"Vaslaw Nijinsky, der legendäre Ballet Superstar, ist das Subjekt von mehr als einem Ballett. Aber keins hat soviel Vision, Leidenschaft und Details wie John Neumeier's 'Nijinsky'." (The New York Times)

"Ovationen fürs Hamburg Ballett in New York.

'Für New Yorker Verhältnisse ist das ein gigantischer Erfolg', wusste ein Ballettfreak nach der Vorstellung. Er war eigens aus Chicago angeflogen. 'Ich habe so etwas lange nicht mehr erlebt. Die Tänzer sind fantastisch, und die Choreographie ist einzigartig.'... New York befindet sich derzeit im 'Nijinsky'-Fieber, dessen ansteckende Kraft die Hamburger Compagnie beflügelt." (Hamburger Abendblatt)

"Dynamisches und ergreifendes Theater... Die Besetzung ist durchgehend grossartig. Starkklassisches Training gibt den verschiedenen Tanzstilen, die Neumeier nutzt, scharfe Konturen... Im Laufe dieses aussergewöhnlichen Abends wird der Zerfall eines Menschen und die vollkommene Zerstörung seiner Existenz aufs Äusserste klar." (Sarah Kaufman, The Washington Post)

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Wir erinnern an . . . Ronald Darden

Seine tänzerische Ausbildung erhielt der aus Detroit gebürtige Ronald Darden an der High School of Performing Arts in New York. Nach Engagements am National Ballet of Washington unter Ben Stevenson, am Dance Theater of Harlem und an der Frankfurter Oper, wo er in verschiedenen Balanchine-Balletten tanzte, kam er 1978 als Solist zum Hamburger Ballett.

Unvergesslich sein Demetrius im "Sommernachtstraum", seine starke, männlich-erotische Ausstrahlung durch seine dunkle Hautfarbe. Er war nie zu übersehen. Ein technisch brillanter und bühnenpräsenter Tänzer. Wir sahen ihn in verschiedenen Soli in der "Matthäuspassion", in der "Dritten Sinfonie" von Gustav Mahler und in "Vaslaw".

John Neumeier kreierte für ihn die Rolle des Tristan ("Artus-Sage"), die auch als eigenes Ballett zu sehen war. Darin konnte er sein ganzes tänzerisches Können beweisen. 1983 ging Darden mit Jean-Christophe Maillot nach Tours. Am 4. Januar 1990 starb Ronald Darden, - viel zu jung. Wir, die wir ihn oft auf der Bühne gesehen haben, vermissen ihn.

Die Daten zu dieser Kurzbiografie lieferte uns dankenswerter Weise Telse Hahmann, Dramaturgin des Hamburg Balletts.

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Letzte Aktualisierung: 01.06.04, [ddd]