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Gekürzte Fassung des Rundschreibens vom Juli 2005

Themenübersicht


Liebe Ballettfreunde,

Wie jedes Jahr bildeten die Ballett-Tage den Höhepunkt und Abschluss der Saison. Diesmal überließ John Neumeier zum Auftakt den jungen Choreografen das Feld: Marco Goecke, Jirí Bubenícek, Christopher Wheeldon und Yukichi Hattori. Das waren wirklich „Schritte in die Zukunft“, für viele von uns ungewöhnlich und hochinteressant. Der überbordende Einfallsreichtum und das frische, zuweilen bizarre Repertoire an Bewegungsabläufen setzt uns in Erstaunen. Aber wir hatten auch Gelegenheit für Blicke in die Vergangenheit. Das Birmingham Royal Ballet zeigte Choreografien aus den Jahren 1940, 1948 und 1968 von Sir Frederick Ashton, dem Großmeister des englischen Balletts. Neben dem Genuss eine Dokumentation, wie sehr sich seither die Auffassung vom Tanz, die Darstellung und die Technik gewandelt haben. Die Nijinski-Gala fasste noch einmal die neuere Tanzgeschichte zusammen, von Balanchine über Ashton bis zu Neumeier, mit Gästen des New York City Ballet, der Pariser Oper, des Royal Ballet London, dem „Het National Ballet“ der Niederlande, dem Birmingham Royal Ballet und natürlich unserer wunderbaren Hamburger Compagnie. Zum Abschluss schien es, als würde der Applaus und Konfettiregen kein Ende nehmen. Wir nehmen diese wunderbare Erinnerung in die Sommerferien mit.

Auch für schöne Ferienlektüre haben wir gesorgt und legen Ihnen das Interview mit Carsten Jung bei, das ich letztes Jahr mit ihm geführt habe.

Im Namen des Vorstands wünsche ich Ihnen einen erholsamen Sommer und hoffe, Sie in bester Verfassung im Herbst wiederzusehen.

Ihre Marjetta Schmitz-Esser

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Highlight für den Herbst 2005

Im September wird es ein Interview mit Silvia Azzoni und Alexandre Riabko geben.

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Interview mit Herrn Neumeier

Dieses Jahr gab Herr Neumeier den jungen Choreografen zur Eröffnung der 31. Hamburger Ballett-Tage den Vortritt. Vier junge Talente zeigen dem Tanz ihre „Schritte in die Zukunft“.

Aus diesem Anlass führte Dagmar Fischer ein Interview mit John Neumeier.

Dagmar Fischer: War die Auswahl der jungen Choreografen schwierig?

John Neumeier: Eigentlich nicht, denn zu Marco Goeckes Sieg beim „Prix Dom Pérignon 2003“ gehörte, dass er ein Werk für das Hamburg Ballett kreieren darf. Yukichi Hattori und Jirí Bubenícek, Tänzer beim Hamburg Ballett, waren bei allen drei Dom Pérignon-Wettbewerben dabei und haben immer gut abgeschnitten, und so war für mich klar: Die beiden müssten eine neue Aufgabe bekommen, sie waren reif für den nächsten Schritt. Und Christopher Wheeldon wollte ich eine zweite Chance in Hamburg geben; er hat mit meiner Compagnie ein Ballett geschaffen, das damals nicht von allen gut aufgenommen wurde. Er sollte sich noch einmal zeigen können, nun mit einem Werk, das er für seine Compagnie kreiert hat – das ist gerechter, denn für eine fremde Truppe zu arbeiten, ist immer ein größeres Risiko.

DF: In Wheeldons Arbeit sehen Sie auch eine Perspektive für den Tanz des 21. Jahrhunderts...

JN: Das ist richtig, es ist ein Weg, den ich gerne unterstütze, weil er an die Tradition des klassischen Tanzes anknüpft. Diese Tradition sehe ich wie einen Baum, der gewisse Zweige hat, die komisch oder krumm wachsen können, aber sie gehören trotzdem zu diesem Baum. Christopher experimentiert, er versucht heraus zu finden, wie weit man zum Beispiel mit der Spitzentanztechnik gehen kann. Und das wollte ich unserem wirklich Ballett-begeisterten Publikum nahe bringen.

DF: Haben Sie den choreografischen Prozess der beiden Hamburger Tänzer begleitet, waren Sie eine Art Coach?

JN: Oh, nein, überhaupt nicht, das wäre ungerecht. Ich bin ihr Chef, und normalerweise mache ich Stücke für sie. Und wenn ich im Saal säße, bei den Proben, hätte das ein ziemlich starkes Gewicht, und ich möchte nicht deren Kreativität mit meiner Präsenz belasten. Wenn sie mich brauchen, bin ich da, und wenn sie wollen, kann ich sagen, was ich dazu denke. Aber gleichzeitig muss ich versuchen, nicht meine Sicht, sondern deren Sichtweise zu finden – so wie ich hoffe, auch andere Menschen meine Ballette sehen.

DF: Ab nächster Spielzeit ist Simone Young die achte Intendantin an der Hamburgischen Staatsoper, mit der Sie zusammen arbeiten, bergen diese Wechsel besondere Schwierigkeiten?

JNNein, dafür habe ich zu lange hier gearbeitet. Und unsere Eigenständigkeit erarbeitet, so dass gerade für diese Fälle, neuer Intendant oder neue Kultursenatorin, man eigentlich weiter seinen Weg gehen kann und nicht dadurch gestört wird, zwar sehr interessiert zuschaut, eventuell mitmacht, aber nicht unbedingt geschüttelt wird von der jeweils neuen Ära. Und Simone Young ist eine Frau, mit der ich mich sehr gut unterhalten kann, die sehr kreativ denkt, mit der ich mir sehr gut vorstellen könnte, ein Projekt zu machen.

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Ein Danke von Frau Dr. Hofert

Von Frau Dr. Frauke Hofert erhielten wir zum Abschluss des Schuljahres einen Band der Arbeiten der Schüler aus ihrer Anatomieklasse in deren jeweiliger Landessprache. Er ist mit sehr viel Liebe hergestellt und kann nach der Sommerpause in unserer Geschäftsstelle eingesehen werden. Frau Dr. Hofert dankt uns damit für die gespendeten Anatomiebücher.

[Marjetta Schmitz-Esser]

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Ballettreise nach Kopenhagen

Mit 50 Mitgliedern unseres Vereins starteten wir bei herrlichstem Reisewetter nach Kopenhagen. Die Stadt empfing uns mit Sonne, Wolken und Wind, und das blieb so bis kurz vor unserer Abreise, als der erste Regen fiel. Eine kurze Orientierung bei Ankunft in Kopenhagen zeigte uns die wichtigen Plätze, Gebäude der Stadt. Für uns bedeutsam natürlich das Königliche Opernhaus, in dem wir drei Ballettabende mit Bournonville-Programmen vom Feinsten sahen. Die Königin war bei allen Vorstellungen anwesend. Der Gala-Abend am Sonnabend wurde auch vom Dänischen Fernsehen übertragen (s. Termin im August). Wir erlebten Kopenhagen und Umgebung unter der charmanten Führung von Frau Körte aufs beste: Sehenswürdigkeiten in der Stadt, Louisiana-Museum, viele Schlösser, u.a. Amalienborg und Kronborg, das Grab von Bournonville, Theatermuseum, eine Ausstellung mit Originalkostümen berühmter Bournonville-Ballette. Eine Reise, die noch lange in Erinnerung bleiben wird.

[Udo Rüter, Willy Wiermann]

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Reiseplanung Mainz und Kiel

Mainz: Martin Schläpfer

Ein geplanter Termin noch in diesem Jahr kollidierte leider mit der Benefiz-Werkstatt im November. Aber merken Sie sich bitte das Wochenende 17.-19. Februar 2006 vor. Abfahrt am 17.02.2006 morgens, abends Besuch der Vorstellung „Ballettmainz - Programm XX“, das aus drei Uraufführungen besteht:

  1. Marsch, Walzer, Polka (Musik von Johann Strauß (Vater und Sohn) und Josef Strauß
    Choreografie: Martin Schläpfer
  2. Gota de Luz (7. Sinfonie von Beethoven)
    Choreografie: Martin Schläpfer, Bühne und Kostüme: Rosalie (hat auch an der Staatsoper in Hamburg gearbeitet)
  3. Titel und Musik eines weiteren Stückes werden noch bekannt gegeben
    Choreografie: Nils Christie

Das Rahmenprogramm sieht eine Stadtführung mit Dom und gegebenenfalls Gutenbergmuseum vor, eine Weinprobe bei einem Winzer in der Umgebung. In der Überlegung ist eventuell eine weitere Veranstaltung am Sonnabend in Wiesbaden oder Frankfurt.

Kiel: François Klaus und seine Compagnie

Der Termin des Gastspiels ist der 13. Januar 2006. Wir planen einen Tagesausflug.

Einzelheiten zum Programm und zur Anmeldung für beide Reisen werden wir im September-Rundschreiben mitteilen.

[Udo Rüter]

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Kurznachrichten

Andrew de Vries zeigt Heather Jurgensen in Bronze

Am 25. Juni enthüllten Heather Jurgensen und der amerikanische Bildhauer Andrew de Vries im Ballettzentrum in Anwesenheit von John Neumeier eine Bronzeskulptur, die Heather in der Rolle der „Möwe“ darstellt. Vom Entwurf bis zum Guss gestaltet der Autodidakt Andrew de Vries, Sohn eines Farmers in Rochester NY, seine plastischen Werke. Bewegung und Leichtigkeit beflügeln die Bronze, die de Vries John Neumeier für das Ballettzentrum gestiftet hat. Die Plastik schmückt das Treppenhaus im ersten Stock vor der Bibliothek. Freuen Sie sich auf unseren nächsten Besuch im Ballettzentrum! Dann können Sie alle das Werk bewundern.

Bei der Veranstaltung in kleinstem Kreis war unser Verein durch Herrn Wiermann und mich vertreten.

[Marjetta Schmitz-Esser]

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Premiere „Medea“, Ralf Dörnen

Die Premiere des neuen Werkes von Ralf Dörnen ist für Anfang November 2005 geplant. Der Choreograf des sowohl in Stralsund als auch in Greifswald ansässigen „Ballett Vorpommern“ hat sich dafür „Medea“ vorgenommen.

[Dagmar Fischer]

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Hamburger Theaternacht am 10. September 2005

Ballettzentrum Hamburg – John Neumeier, Caspar-Vogth-Str. 54

Programm: 19:00 - 20:15 Uhr und 20:30 - 22:00 Uhr
Eintritt ist jederzeit möglich

Einblicke in Proben für die Saisoneröffnung am 17. September 2005 in Hamburg und Vorbereitungen des Gastspiels nach Dortmund mit „Matthäus-Passion“. Die Choreografie zu Bachs großer sakraler Komposition zählt zu den Signaturstücken des Hamburg Ballett – John Neumeier.

[Dagmar Fischer]

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„Laokoon“ Sommerfestival

Ein außergewöhnliches Programm bietet das diesjährige Sommerfestival auf Kampnagel: „Laokoon“ zeigt vom 17.08. bis 03.09.2005 fast ausschließlich Tanz, darunter die renommierte belgische Gruppe „Rosas“ mit Choreografien von Anna Teresa de Keersmaeker und die Shen Wei Dance Arts aus den USA. Unter dem Titel „Dossier Hans Weidt“ wird am 27.08. um 17 Uhr an den Hamburger Tänzer und Choreografen Hans/Jean Weidt erinnert.

Royston Maldoom, Choreograf im Film „Rhythm is it!” und weiterer Tanzprojekte in Zusammenarbeit mit Sir Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern, wird im September 2005 an einer Schule in Hamburg-Langenhorn ein Projekt mit Jugendlichen realisieren.

[Dagmar Fischer]

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Weitere aktuelle Veranstaltungshinweise

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Letzte Aktualisierung: 25.09.05, [ddd]