Homepage > Archiv > Rundschreiben > März 2007

Gekürzte Fassung des Rundschreibens vom März 2007

Themenübersicht


Liebe Ballettfreunde,

es war mir eine große Freude, Sie so zahlreich auf der Mitgliederversammlung am 21. Februar in Hamburg begrüßen zu können. Der gesamte Vorstand wurde in seinen jeweiligen Ämtern wiedergewählt und somit für die nächsten drei Jahre bestätigt. Wie auch in den vergangenen Jahren, so werden wir Ihnen auch zukünftig ein vielseitiges und anregendes Programm aus dem Ballettgeschehen anbieten.

Die Mitgliederversammlung hat beschlossen, dass anlässlich unseres 30-jährigen Bestehens der Ballettschule Hamburg ein Betrag von 24.000,00 Euro zur Verfügung gestellt wird. Mit dieser Summe können neben dem Erika-Milée-Stipendium und jenem aus der Charlotte-Uhse-Stiftung drei zusätzliche Stipendien vergeben werden; die Stipendiaten wird John Neumeier wie bisher benennen. Durch diese Sonderzuwendung drückt sich unsere enge Verbundenheit mit der Ballettschule von John Neumeier aus.

Besonders erfreulich ist, dass unser 30-jähriges Jubiläum sowohl im Hamburger Opernjournal (Ausgabe 4, Februar/März 2007) als auch in der Zeitschrift Ballett Intern (Nr. 1, Februar 2007) ausführlich und würdigend wahrgenommen wurde. Das ist doch ein schöner Erfolg für uns als Ballettfreunde.

Es grüßt Sie herzlich

Ihre Marjetta Schmitz-Esser

^ oben

John Neumeier unterwegs

Vermutlich ist es für den Amerikaner John Neumeier immer wieder etwas Besonderes, in seine Heimat, in die USA zu fliegen und dort mit dem HAMBURG BALLETT zu gastieren. Vom 7. bis 10. Februar zeigte die Compagnie in diesem Jahr vier Aufführungen von „Tod in Venedig“ an der renommierten Brooklyn Academy of Music in New York. Nach Kalifornien, ans Orange County Performing Arts Center in Costa Mesa, brachte das HAMBURG BALLETT vom 13. bis 15. Februar zunächst „Die Kameliendame“, bevor dann am 17. und 18. des Monats auch dort „Tod in Venedig“ zu sehen war. Die amerikanischen Kritiker waren durchweg begeistert und sprachen von der Verzauberung des Publikums durch die Tänzer des HAMBURG BALLETT.

In der vierten Februar-Woche flog John Neumeier dann gleich von Nordamerika nach Norditalien, um an der Mailänder Scala „Die Kameliendame“ einzustudieren. Und auch an seinem Geburtstag, dem 24. Februar 2007, saß der Choreograf im Flugzeug: 65 Jahre alt wurde er über den Wolken auf dem Weg von Mailand nach Moskau. Denn während Victor Hughes in Mailand die Einstudierung fortsetzt, arbeitet John Neumeier schon in Moskau daran, dass „Die Möwe“ am 9. März gut über die Bühne des Stanislawski Theaters fliegen kann. Nach der Aufführung seines Tschechow-Balletts in Russland kehrt der Choreograf zurück zu den Endproben nach Mailand – denn „Die Kameliendame“ wird dort am 20. März Premiere feiern. Es ist nicht neu, dass John Neumeier seine Arbeit, seine Werke mehr am Herzen liegen als persönliche Jahreszahlen, trotzdem:

Die Ballettfreunde Hamburg gratulieren herzlich zum Geburtstag!

[Dagmar Fischer]

^ oben

Tätigkeitsbericht auf unserer Mitgliederversammlung

Am 21.02.2007 fand im Haus der Carl-Toepfer-Stiftung die Mitgliederversammlung der Ballettfreunde statt.

Frau Schmitz-Esser stellte nach der Begrüßung der Mitglieder die Beschlussfähigkeit fest.

Danach berichtete Frau Schmitz-Esser über die Tätigkeiten des Vereins im Jahre 2006, insbesondere berichtete sie über die zahlreichen Reisen und Veranstaltungen im Jahre 2006. Die Ballettfreunde waren am 13.01.2006 in Kiel, wo François Klaus mit seiner australischen Compagnie gastierte. Die Compagnie präsentierte sich mit einem vielgestaltigen Programm, das vom Kaiserwalzer über Auszüge aus Nussknacker, Ideen zu Bach, der Sentimental Journey bis zur japanischen Inspiration reichte.

Am 11.02.2006 nahmen einige Mitglieder unter der Leitung von Herrn Wiermann an der Verleihung des Deutschen Tanzpreises in Essen teil. Der Preis ging an Reid Anderson. Den Nachwuchspreis holten sich Alicia Amatriain und Jason Reilly sowie der Choreograf Christian Spuck.

Über das Wochenende vom 17. bis 19.02.2006 sind die Ballettfreunde mit 30 Teilnehmern nach Mainz gefahren, um dort am Freitag die Compagnie von Martin Schläpfer anzusehen. Vor der Vorstellung erhielt die Reisegruppe durch die Ballettdramaturgin eine 45-minütige Einführung in das Programm. Mit Aussicht auf die Dächer von Mainz oben im Theaterrestaurant wurde nach der Aufführung noch viel über den Abend diskutiert. Der Samstagvormittag begann mit einer Stadtführung, am Nachmittag schloss sich ein interessanter Besuch im Museum zur Geschichte der Sektherstellung des Hauses Kupferberg an. Zwischenzeitlich ist dieses Museum leider geschlossen worden, und die Ballettfreunde waren mit die letzten Besucher. Einige Ballettfreunde sind dann auch noch am Samstagabend in die Frankfurter Oper zu Mozarts Oper „Titus“ gegangen, und natürlich wurde auch der Besuch im Gutenberg-Museum nicht versäumt. Nach einem kurzen Sparziergang im Kurpark der auf der anderen Seite des Rheins liegenden Stadt Wiesbaden endete diese schöne Reise.

Am 07.04.2006 unternahmen die Ballettfreunde eine Fahrt nach Dessau zur Aufführung von „Der kleine Prinz“, Choreografie von Gregor Seyffert, der selbst auch als Exupéry auftrat. Ein Besuch des berühmten Gartenreichs von Wörlitz und des Bauhauses in Dessau rundeten diese Reise ab.

Vom 20. bis 23.04.2006 reisten zehn Mitglieder unter der Leitung von Dr. Klaus Böttcher auf Anregung von Frau Schmitz-Esser nach Rovereto/Italien zur Ausstellung „La Danza delle Avanguardie“. Es war eine einzigartige Schau in diesem herrlichen Museumsbau von Mario Botta mit einer Überfülle von Originalstücken, Bühnenaufbauten, Fotos und Filmen zu sehen, die einen lückenlos erscheinenden Ein- und Überblick über die Welt des Tanzes des 20. Jahrhunderts gab. Frau Schmitz-Esser und ihr Sohn, der Historiker Dr. Romedio Schmitz-Esser, führten fachkundig danach durch die uralte Bischofsstadt Trient.

Am 04.05.2006 führte Frau Dr. Athina Chadzis im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe angemeldete Ballettfreunde durch die Ausstellung „Expressionismus in Hamburg um 1920“. Am 15.05.2006 waren die Mitglieder des Vereins in der Staatsoper zur Generalprobe von „Romeo und Julia“ im Rahmen des Projektes „Focus on YOUth“. Am 22.06.2006 folgten die Ballettfreunde der Einladung zur Bühnenprobe von „Jewels“, dem dreiteiligen Ballett von George Balanchine mit „Smaragde“, „Rubine“ und „Diamanten“. Am 27.06.2006 führte Frau Schmitz-Esser im Lichtwarksaal ein Künstlergespräch mit Indrani Delmaine und Telse Hahmann, und die Ballettfreunde gewannen einen interessanten Einblick in die Hintergründe des Projekts „Focus on YOUth“. Den Film „Foi“ des belgisch-marokkanischen Choreografen Sidi Larbi Cherkaoui konnten die Ballettfreunde am 08.10.2006 auf einer Matinee im Metropolis-Kino sehen.

Das 30-jährige Vereinsjubiläum bildete den vorläufigen Höhepunkt im Vereinsleben. Wir haben zum Nikolaus am 06.12.2006 im Ballettzentrum zusammen mit John Neumeier gefeiert. Am 13.12.2006 fand der traditionelle Punschabend in der Gurlittstraße statt.

[Dr. Edith Regerbis]

^ oben

Yaroslav Ivanenko im Mozartsaal

Wie bereits in der Mitgliederversammlung mitgeteilt, findet am Dienstag, dem 17. April 2007 um 19.30 Uhr im Rahmen der Reihe „Kammerkonzerte im Mozartsaal“ eine interessante Veranstaltung statt: Das Vertavo Quartett spielt u.a. das Sibelius Streichquartett „Voces intimea“, dazu treten vier Tänzer des HAMBURG BALLETT auf und zeigen eine Choreografie von Yaroslav Ivanenko.

Die Aufführung findet statt im Mozartsaal, Moorweidenstr. 36

Karten sind in den Preiskategorien zu 39,00/45,00/51,00 Euro erhältlich über die Konzertkasse Gerdes, Rotenbaumchaussee 77, Telefon 44 02 98 oder 45 33 26.

[Marjetta Schmitz-Esser]

^ oben

„Chaplin“ in Kiel

Als am Hamburger Hauptbahnhof am 14. Januar knapp vierzig Ballettfreunde den Zug nach Kiel bestiegen, kam Leben in die bis dahin eher verwaisten Waggons. Im Gespräch miteinander verging die gut einstündige Fahrt schnell. Heftiger Gegenwind schlug uns auf dem Fußweg vom Bahnhof zum Kieler Theater entgegen. Doch dann: Das noch geschlossene Haus öffnete für die Ballettfreunde nicht nur einen seitlichen Eingang, sondern auch noch das Bistro im ersten Stock deutlich früher als üblich, damit sich die Reisenden noch vor der Vorstellung stärken konnten.

Im Mai 2006 wurde das Ballett „Chaplin“ von Mario Schröder uraufgeführt, der Choreograf möchte sein rund hundert Minuten dauerndes Werk als Hommage an den unsterblichen Filmkomiker verstanden wissen. Zwei Tänzer verkörpern „Chaplin“: Stefan Späti den Menschen und Privatmann Charles Chaplin, Anne-Marie Warburton die von ihm geschaffene Kunstfigur des Tramps – mit den weltbekannten Attributen Stock, Schnurrbart, Melone und den deutlich zu großen Schuhen übernimmt die überzeugende Interpretin auch den typischen, ausgedrehten Gang. Die Kenntnis einiger biografischer Daten aus dem Leben des Schauspielers half beim Zuordnen der Szenen, wie zum Beispiel die bildhafte Übertragung der politischen Hetzjagd in den USA, unter der auch Chaplin zu leiden hatte: Er wird isoliert und eingeseift. Und wer sich an die berühmten Filme „Der große Diktator“ und „Moderne Zeiten“ erinnerte, konnte getanzte Anspielungen bzw. Zitate daraus wiedererkennen, denn auch im Bühnenwerk ist die Hitler-Karikatur, die größenwahnsinnig mit der Welt-Kugel spielt, eindrucksvoll und bedrohlich zugleich. Das Ballett wird von stilistisch sehr unterschiedlicher Musik begleitet. Wie in Chaplins Leben und dem des unnachahmlichen Tramps – eigentlich aus der Not geboren – wechseln sich auch hier Komik und Tragik in schöner Regelmäßigkeit ab. Der Frauenfreund übernimmt die Clownrolle zwar freiwillig, möchte aber eigentlich ein Held sein.

Im Sturmschritt oder per Taxi erreichten wir nach der Aufführung sogar den frühen Zug für die Rückfahrt und waren alle gegen 21.30 Uhr wieder in Hamburg.

[Dagmar Fischer]

^ oben

„Malakhov & Friends“ in Berlin

Ein langer Tag war das. Frau Jessenberger hatte einen Bus organisiert, der groß genug war, dass 63 Mitglieder des Vereins Platz finden konnten, zehn reisten individuell zur Vorstellung am 04.02.2007. In der Hauptstadt erwartete uns ein Stadtführer, der sein Berlin aufs Beste kannte und uns auch mit pfiffigen Kommentaren zur Stadt und ihrer Geschichte die Führung sehr kurzweilig erscheinen ließ. Auch das Mittagessen in der Mensa der Uni war eine hervorragende Idee von ihm.

Mit großen Erwartungen ging es dann zur Gala, solche Abende sind ja die Sternstunden der Saison und daher besonders beliebt. Zehn Programmpunkte von der Klassik bis zur Moderne gab es zu sehen: Dabei gab es Darbietungen, bei denen man den Atem anhalten musste, aber auch ein paar wenige, wo man sagte, das hat man schon besser gesehen. Hervorzuheben sind insbesondere (wenn nicht besonders aufgeführt, sind alle Solisten Mitglieder des STAATSBALLETT BERLIN):

„La Esmeralda“, Grand Pas de deux aus dem 2. Akt mit Iana Salenko und Marian Walter;

„Stars and Stripes“ von George Balanchine mit Corinne Verdeil und Rainer Krenstetter;

Aus „La Esmeralda“ der Diana-und-Aktaeon-Pas de deux aus dem 3. Akt mit Polina Semionova und José Carenno (vom American Ballet Theatre);

„Serait-ce la mort?“ von Maurice Béjart zur Musik von Richard Strauss’ „Vier letzte Lieder” mit Vladimir Malakhov, Polina Semionova, Beatrice Knop, Nadja Saidakova, Shoko Nakamura;

„Transparente“ von Ronald Savkovic zur Musik der Fado-Sängerin Mariza mit Beatrice Knop und Ronald Savkovic;

„Aria-Solo” von Val Vaniparoli zur Musik von Georg Friedrich Händel mit Vladimir Malakhov.

Ab 21 Uhr wartete der Bus vor der Oper, und kurz nach Mitternacht waren wir wieder in Hamburg.

[Udo Rüter]

^ oben

Kurznachrichten

Im Januar 2007 feierte der Weltstar Vladimir Malakhov sein 20-jähriges Bühnenjubiläum – natürlich in der Hauptstadt und mit seinem Staatsballett Berlin, das er seit 2004 leitet. Der gebürtige Ukrainer wurde in Moskau ausgebildet und kam 1992 in den Westen, mehr als die Hälfte seines Lebens belegt die Tanzkarriere inzwischen. Sein Traumziel war und ist, zu tanzen wie Maria Callas sang. Diese und andere Aussagen können in einem Interview gelesen werden, das die österreichische Tankkritikerin und -historikerin Andrea Amort anlässlich des Bühnenjubiläums mit dem Jahrhunderttänzer führte, veröffentlicht am 15.02.07 im www.tanznetz.de/kritiken

„Maya Plisetskaya – Diva of Dance“ ist auf einer DVD zu bewundern, die im Untertitel verspricht, die Tänzerin „in Performance and Conversation” zu zeigen. 71 Minuten Filmmaterial plus 53 Minuten Interview mit der unvergessenen Tanzlegende sind auf diese Weise zu erleben.

Im Jahr 2006 ist eine DVD über die Ballets Russes erschienen, die von Horst Koegler begeistert besprochen wird: „Ballets Russes“, ein amerikanischer Film von Dayna Goldfine und Dan Geller, Revolver Entertainment, 118 Minuten. Im Internet kann man diese DVD unter www.revolvergroup.com bestellen, günstige Angebote sind auch bei www.amazon.de zu finden.

[Dagmar Fischer]

^ oben


Weitere aktuelle Veranstaltungshinweise

Archiv mit Rundschreiben (gekürzte Fassungen!)

^ oben

< zurück


Homepage | Verein | Veranstaltungen | Rundschreiben | Reiseangebote | Links | Archiv | Kontakt | Impressum


Letzte Aktualisierung: 22.04.09, [ddd]