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Gekürzte Fassung des Rundschreibens vom Mai 2007

Themenübersicht


Liebe Ballettfreunde,

ziemlich umtriebig ging es diesmal bei uns zu. Ende März gab es die Reise nach München in die „Welt des Marius Petipa“ mit dem Wiedersehen mit Ivan Liška und Gamal Gouda, der jetzt dort Ballettmeister ist. 23 unserer Mitglieder waren dabei.

Ende April bei der Tanzpreisverleihung in Essen wurde Uschi Ziegler (Ballettzentrum - John Neumeier) der Sonderpreis übergeben. Er gilt der Anerkennung für ihre Jahrzehnte lange vorbildliche und fürsorgliche Betreuung des tänzerischen Nachwuchses, zuerst an der John-Cranko-Ballettakademie Stuttgart, dann an der Ballettschule der Hamburgischen Staatsoper - Ballettzentrum John Neumeier. Unsere Mitglieder waren beim Festakt und dem anschließenden Dinner mit einer kleinen Gruppe aus Hamburg vertreten, die zusammen mit unserem Ehrenvorsitzenden, Herrn Wiermann, angereist kam. Ich selbst hatte die Reise von Innsbruck aus unternommen, um den Vorstand zu vertreten. Frau Ziegler, der auch wir viel verdanken, bekam von uns Ballettfreunden einen großen Blumenstrauß. Darüber, und über unser Erscheinen, hat sie sich sehr gefreut.

Im April war ich selbst auch in Richtung Italien unterwegs. In Mailand gab es an der Scala die vielbejubelte Premiere von John Neumeiers „Die Kameliendame“ mit Alessandra Ferri und Roberto Bolle in den Hauptrollen. Der Besuch gab Anlass zur Auffrischung vieler Kontakte, auch mit Ballettdirektor Frédéric Olivieri, der vor einigen Jahren Tänzer in Hamburg war, und ein Wiedersehen mit Victor Hughes und Ilse Wiedmann. Sie hatten „Die Kameliendame“ dort einstudiert.

Diesem Rundschreiben finden Sie wieder Überweisungsträger für das Erika-Milée-Stipendium beigelegt, das jungen begabten, bedürftigen Tänzern zugute kommt. Das hatten wir uns ja zur Aufgabe gemacht. Auch die kleinste Spende hilft und verdient Dank und Anerkennung.

Dass unsere Aktivität wohl wahrgenommen und wie sehr sie geschätzt wird, zeigt ein handgeschriebener Brief von John Neumeier.

Es grüßt Sie herzlich und freut sich auf ein Wiedersehen mit Ihnen zu den Ballett-Tagen,

Ihre Marjetta Schmitz-Esser

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Verleihung der Deutschen Tanzpreise in Essen

Die Gala zur Verleihung der Deutschen Tanzpreise im Aalto Theater Essen macht mittlerweile der Hamburger Nijinsky-Gala Konkurrenz: Viereinhalb Stunden dauerte die diesjährige Veranstaltung! Denn 2007 waren immerhin fünf Preisträger zu würdigen. Susanne Linke, Schülerin von Mary Wigman und Absolventin der Folkwang-Schule, erhielt den seit 1983 regelmäßig verliehenen Hauptpreis als Tänzerin und Choreografin des modernen Tanztheaters; Lutz Förster hielt ihr eine launige Laudatio. Der mit je 3.000 Euro dotierte „Tanzpreis Zukunft“ wurde, wie auch in den voran gegangenen beiden Jahren, an drei Nachwuchstalente vergeben, die erfolgreich auf sich aufmerksam machten: Katja Wünsche und Marian Walter erhielten ihn im Bereich Tanz, Terence Kohler für seine bemerkenswerten Choreografien. Und dann gab es noch eine – aus Sicht der Hamburger Ballettfreunde – ganz besondere Würdigung: Uschi Ziegler wurde für ihren Jahrzehnte langen unermüdlichen Einsatz für den tanzenden Nachwuchs geehrt, seit 1971 beim Stuttgarter Ballett, ab 1979 dann für die Schüler (und Tänzer) des Hamburg Ballett – John Neumeier. Und der war dann auch der Überraschungsgast des Abends, John Neumeier hatte es sich nicht nehmen lassen, auf dem Weg von Hamburg nach Italien in Essen Station zu machen, um Uschi Ziegler zu gratulieren. Sie bedankte sich liebenswürdig für die Ehrung, bedachte aber in ihrem Dank auch gleich all jene Menschen mit, die in ähnlichen Positionen Vergleichbares leisten – so ist sie.

Getanzt wurde zur Eröffnung der Pas de deux aus „Romeo und Julia“, mit Katja Wünsche als bezaubernder Julia und dem Nachwuchs-Tanzpreisträger 2006 Jason Reilly als Partner. Marian Walter strahlt eine überzeugende Natürlichkeit aus, trotz Verletzung absolvierte der sympathische Tänzer, gemeinsam mit seiner Frau Iana Salenko, den Grand Pas de deux aus „La Esmeralda“ zur großen Freude des Publikums. Noch begeisterter wurden die beiden Soli der tanzenden Preisträger aufgenommen: Marian Walter brillierte in „Lacrimosa“, einer Choreografie von Guala Pandi zu Musik von Mozart; und Katja Wünsche verblüffte in dem von Marco Goecke ursprünglich für einen Mann kreierten „Äffi“, begleitet von drei Liedern des Country-Sängers Johnny Cash. Musik von Dmitri Schostakowitsch hatte sich Terence Kohler gewählt, um mit Tänzern des Badischen Staatstheaters Karlsruhe sein „Intermezzo for 20“ zu kreieren; das Stück überzeugte durch große Musikalität und ist nur eines von mehreren Werken, die der talentierte Australier in den vergangenen Jahren schuf.

Drei Choreografien von Susanne Linke waren dann nach der einzigen Pause des Abends zu erleben: „Extreme Beauty“ beschäftigt sich mit fragwürdigen Schönheitsidealen, es tanzten fünf Frauen der Limón Dance Company aus New York, für die Linke das Stück 2004 schuf. Eine der Tänzerinnen, die eindrucksvolle Roxane d’Orleans Juste, setzte die kleine Werkreihe fort mit „Wandlung“, einem Solo aus dem Jahr 1978, das durchaus verschlüsselt daher kommt. Den Abschluss bildete das erst im Jahr 2006 mit Absolventen der Folkwang-Hochschule uraufgeführte „Fragmente – Skizzen“, eine hoch anspruchsvolle Choreografie zu zeitgenössischer, dissonanter Musik, die viel Aufmerksamkeit forderte, die leider nicht mehr alle Zuschauer im Publikum aufbringen konnten.

Durch die Länge des Abends begann das anschließende Dinner im Hotel Möwenpick erst gegen 23 Uhr, der Nachtisch des dreigängigen Menüs wurde nach Mitternacht serviert. Trotz der späten Stunde ergaben sich angeregte und anregende Gespräche an den zahlreichen Tischen, die Ballettfreunde waren auf zwei verteilt und besuchten sich gegenseitig.

Die Rückfahrt traten einige Ballettfreunde, mit oder ohne Zugverspätung, bereits am Vormittag an, andere besuchten mit Herrn Wiermann gemeinsam die „Villa Hügel“ und machten sich erst am Nachmittag auf den Heimweg nach Hamburg. Ein Wochenende voller Eindrücke und Begegnungen war es auf jeden Fall.

[Dagmar Fischer]

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John Neumeier wird neuer Ehrenbürger der Freien und Hansestadt Hamburg

Die höchste Auszeichnung, die Hamburg zu vergeben hat, wurde am 27.03.07 John Neumeier zuteil: Die Ehrenbürgerschaft der Hansestadt. In keiner anderen Stadt hat der Choreograf und Ballettintendant länger gelebt, und keine andere hat ihn je zum Ehrenbürger gemacht. Ob überfällig oder nicht, John Neumeier freut sich über diese seltene Auszeichnung. Ist er damit doch in bester Gesellschaft, von Johannes Brahms über Ida Ehre und Siegfried Lenz zu Helmut Schmidt.

Per Telefon übermittelte Bürgermeister Ole von Beust die Neuigkeit an John Neumeier. In ihm sieht er offenbar einen Botschafter der Stadt Hamburg, denn zwischen Kopenhagen und Tokio sind seine Ballette gefragt. John Neumeier selbst fühlt sich eigentlich mehr als Mensch denn als Künstler geehrt und wird nach dem Überraschungsmoment noch weiter darüber nachdenken, was diese Ehrung genau für ihn bedeutet. Und vielleicht auch noch einmal bei Ole von Beust nachfragen, ob denn eventuelle Verpflichtungen daran geknüpft sind – fügt Neumeier scherzhaft hinzu. Ob sich umgekehrt denn seine Wünsche und Erwartungen nun eher erfüllen können – in Anspielung auf die vergangenes Jahr gegründete Stiftung, die einmal den Erhalt seiner weltweit einmaligen Ballettsammlung sichern soll – antwortete John Neumeier salomonisch: „Die Stiftung wünsche ich mir für die Zukunft dieser Stadt.“

[Dagmar Fischer]

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Reisebericht: München vom 29.03. bis 01.04.2007

Eine heftige Regendusche überraschte die 23 Teilnehmer gleich bei der Ankunft im Hotel Concorde, wo sie von Frau Jessenberger und mir freudig begrüßt wurden. Am ersten Abend ging es gleich zum Gastspiel des Marijinski-Theaters aus St. Petersburg, das mit „Giselle“ im Prinzregententheater zu sehen war. Viktoria Tereshkina in der Rolle von Myrtha fand ich besonders beeindruckend. An den folgenden beiden Tagen gab es von Frau Jessenberger bestens organisierte Stadtführungen, von denen alle Teilnehmer begeistert waren. Höhepunkt der Reise ist bestimmt der Abend im Nationaltheater gewesen, wo wir die Aufführung von „Le Corsaire“ in der Bearbeitung von Ivan Liška gesehen haben. Ivan Liška hatte uns vor Beginn der Vorstellung sehr herzlich empfangen und eine ausführliche Einführung in das Ballett gegeben. Auch Gamal Gouda war dabei, sodass wir uns an alte Tage erinnert fühlten und unsere Verbundenheit mit den Gastgebern zum Ausdruck bringen konnten. Als kleines Dankeschön habe ich im Namen aller zwei große Pralinenostereier überreicht. Der Abschlussabend endete mit einer Gala zu Ehren von Marius Petipa, wiederum im Prinzregententheater. Wir sahen ein wahres Feuerwerk von virtuosen Pas-de-deux mit den Solisten des Marijinski-Theaters und Solisten des Bayerischen Staatsballetts. Noch spät saß man danach zusammen. Ich bin sicher, alle haben von der gelungenen Reise Eindrücke mitgenommen, die noch lange für Gesprächsstoff sorgen werden.

[Marjetta Schmitz-Esser]

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Reiseplanung: Wien vom 11. bis 14.12.2007

Weihnachts-Oratorium, BWV 248 (1734) - Uraufführung -

Choreografie von John Neumeier

Musik von Johann Sebastian Bach

Premiere am 12.12.2007 Theater an der Wien

Programm:

Mindestteilnehmerzahl: 20 Personen

Anmeldefrist: 15.6.2007

Bei Interesse an diesem Reiseangebot wenden Sie sich bitte direkt an:

Frau Ulrike Jessenberger
WK-Reisen GmbH Hamburg-Würzburg
Reissgarten 4
97288 Theilheim/Würzburg

Hamburg Tel. 040/6025388 oder
Tel. 09303/984780 – Fax 09303/984781

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Kurznachrichten

Leider wird es kein Gastspiel im üblichen Sinne während der diesjährigen Hamburger Ballett-Tage geben, da die Verhandlungen mit dem BÉJART BALLET LAUSANNE scheiterten. Stattdessen steht am 10. und 11. Juli 2007 John Neumeiers „Die Kameliendame“ auf dem Programm, mit erlesenen Gästen: In der Titelrolle ist die italienische Ballerina von Weltruf Alessandra Ferri zu erleben, die im März 2007 als Marguerite Gautier ihren Abschied von der Bühne nahm, in Hamburg aber an diesen beiden Abenden noch einmal tanzen wird. Roberto Bolle ist in der Rolle des Armand zu sehen, des weiteren der ehemalige Étoile der Pariser Oper, Michaël Denard, als Monsieur Duval sowie Isabelle Ciaravola und Christophe Duquenne, Erste Solisten der Pariser Oper, als Manon Lescaut und Des Grieux.

Die Hamburgische Staatsoper wird auch 2007 während der Sommerpause bespielt: Das BALLETT TEATRO ESPAÑOL DE RAFAEL AGUILAR wird erneut „Bolero“ zeigen. Zuletzt war das Ballett im Jahr 2001 hier zu sehen, nun kommt es vom 14. bis 26. August in neuer Besetzung wieder nach Hamburg. Karten sind in folgenden Kategorien erhältlich: 18,60/24/31/42/53/60 € bei der Hamburgischen Staatsoper Tel. 040-35 68 68 sowie unter der Nummer 01805 663 661.

Mit Ende der laufenden Spielzeit wird sich die Erste Solistin des HAMBURG BALLETT Heather Jurgensen von der Bühne verabschieden. Die aus Pennsylvania stammende Tänzerin war von 1986 bis 1989 beim New York City Ballet engagiert, danach kam sie nach Hamburg, seit 1991 ist sie Solistin, seit 1994 Erste Solistin des HAMBURG BALLETT.

[Dagmar Fischer]

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Letzte Aktualisierung: 20.12.07, [ddd]