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Gekürzte Fassung des Rundschreibens vom Februar 2009

Themenübersicht


Liebe Ballettfreunde,

es ist dies das erste Rundschreiben im neuen Jahr. Das HAMBURG BALLETT befindet sich den ganzen Februar über auf Tournee. Wer von Ihnen einen Computer hat, wird über die Einzelheiten der Aufführungen und des täglichen Lebens der Künstler in Tokio bestens informiert sein. Für uns Ballettfreunde kommt der überwältigende Erfolg der Truppe in Japan nicht überraschend. Kein Zweifel, dass John Neumeier mit seinen grandiosen Tänzern der beste Botschafter Hamburgs in der Welt ist.

Damit das so bleibt, leisten wir den Beitrag auf unsere Weise, indem wir die Ausbildung junger Ballettschüler finanziell unterstützen – im Rahmen des Erika-Milee-Stipendiums.

Allen, die im vergangenen Jahr in diesem Sinne mit offenem Herzen gespendet haben, möchte ich an dieser Stelle sehr danken und gleichzeitig bitten, auch in diesem Jahr ebenso großzügig zu sein. Die Liste der Spender 2008 ist diesem Rundschreiben beigefügt.

Es ist mir gelungen, Hélène Bouchet und Yohan Stegli für ein Interview zu gewinnen, das am Dienstag, dem 31. März 2009, abends im Ballettzentrum stattfinden wird.

Tags darauf, am 1. April 2009, wird Dagmar Ellen Fischer für uns im Schröder-Saal des CVJM einen Vortrag über die Kostüme der Ballets Russes halten. Das Thema fügt sich perfekt in die vielen Veranstaltungen über die Ballets Russes ein, die vor hundert Jahren zum ersten Mal in Paris aufgetreten sind. An dieses Ereignis knüpfen sich die legendären Namen des Impresarios Serge Diaghilew und des Tänzers Waslaw Nijinsky. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit Nele Lipp von Koïnzi-Dance statt.

Wie Sie wissen, hält unser Verein am Donnerstag, dem 26. März 2009 seine jährliche Mitgliederversammlung ab. Die Einladung und die Tagesordnung dazu liegen diesem Rundschreiben bei.

Zunächst aber freuen wir uns über die bevorstehende Verleihung des Deutschen Tanzpreises 2009 an Heinz Spoerli sowie auf die Verleihung des Tanzpreises »Zukunft« an Marijn Rademaker am 21. März in Essen, wo ich auch zugegen sein werde, um unseren Verein zu repräsentieren.

Mit herzlichen Grüßen

Marjetta Schmitz-Esser

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Kostüme der BALLETS RUSSES

In einzigartiger Weise haben die BALLETS RUSSES durch ihre Auftritte in der westlichen Welt ab 1909 Akzente gesetzt. Nicht nur für Musik und Tanz mussten fortan neue Maßstäbe angelegt werden, auch die Kostüme beeindruckten Publikum und Presse der damaligen Zeit. In einem bebilderten Vortrag werde ich einen Eindruck von diesem Aspekt der BALLETS RUSSES vermitteln, dieser stilbildenden Compagnie, deren Auftreten vor hundert Jahren nicht nur die Ballettwelt aufwirbelte.

1. April 2009, 19 Uhr, CVJM, An der Alster 40, Eintritt frei.

[Dagmar Ellen Fischer]

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John Neumeiers Buch „In Bewegung“ noch lieferbar!

HANSE CD im Hanse Viertel informiert uns, dass das im Buchhandel bereits vergriffene Buch In Bewegung (575 Seiten mit Arbeitsprotokollen und Texten von John Neumeier sowie vielen Fotos von Proben und Aufführungen aus der Hamburger Zeit) bei HANSE CD noch vorrätig ist.

Ebenso sind die DVD-Box „John Neumeiers Ballettwerkstatt“ sowie alle DVDs von Neumeier-Balletten (z. B. „Illusionen – wie Schwanensee“, „Die Kameliendame“, „Josephs Legende“ und „Sylvia“) lieferbar. Auf alle Artikel (nicht auf Sonderangebote), also auch auf die hier genannten Produkte, erhalten die Mitglieder unseres Vereins bei Vorlage der Mitgliedsnummer bekanntlich einen Preisnachlass von 10 %. Auf Wunsch schickt HANSE CD die bestellten Artikel auch direkt ins Haus. Hier noch einmal die Anschrift:

HANSE CD im Hanse Viertel, Große Bleichen 36, 20354 Hamburg
Tel. 040-340561, Fax 040-353853, email: mail@hanse-cd.de

[Dagmar Ellen Fischer]

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Die Ballett-Werkstatt am 25. Januar 2009

hatte „Die Kreation und ihr Schöpfer“ als Thema. „Nicht in eine göttliche Richtung soll es gehen“, stoppte John Neumeier gleich zu Beginn mögliche irrige Mutmaßungen. In einen komplexen geistig-seelischen Raum, in dem sich der kreative Choreograf John Neumeier bewegt, wurde das Publikum eingelassen. Und das war auf neue Weise höchst faszinierend.

„Der Nussknacker“ beispielsweise hat Drosselmeier als Figur, die an den entscheidenden Punkten der Geschichte die Weichen stellt. Dabei sei seine Version des Klassikers damals in Frankfurt allein aus der Not geboren, erinnerte sich Neumeier, weil die altbackene Interpretation im Repertoire nicht mehr tragbar war. Und so habe er jenen Drosselmeier zum bescheidenen Zentrum des Geschehens gemacht – ein moderner Zugriff auf das alte Ballett. In „Dornröschen“ ist es Catalabutte, der als Zeremonienmeister mit pädagogisch erhobenem Zeigefinger als liebenswertes Überbleibsel einer untergehenden Epoche versucht, bestimmte Traditionen nicht sterben zu lassen; dass er dabei eine wenig überzeugende und erst recht keine glamouröse Figur macht, nimmt uns einerseits umso mehr für ihn ein – zeigt andererseits aber auch John Neumeiers differenzierte Haltung gegenüber fragwürdigen, überkommenen Wertebegriffen. Gleich zwei Schöpfergestalten treiben in „Die Möwe“ die Geschicke der Beteiligten voran – und nehmen im Grunde die Ambivalenz des Gedankens aus „Dornröschen“ als Variation wieder auf: Der fortschrittliche Kostja (Ivan Urbans Solo machte seine Träume geradezu greifbar) und der konservative Trigorin kämpfen gegeneinander, wie im Frühling der Sommer gegen den Winter kämpft – mit klarem Ausgang. Ganz unverhohlen dagegen outet sich der schillernde Impresario Serge Diaghilew als Strippenzieher auf dem Weg von „Nijinsky“ und den BALLETS RUSSES. Schließlich bot „Tod in Venedig“ das tragische Beispiel eines Schöpfer-Prinzips: Aschenbach (Lloyd Riggins gibt dieser Figur unirdische Tiefe) führt dem staunenden Publikum die Verzweiflung und die Leere, auch die Angst vor dem Scheitern in einem schöpferischen Prozess, mit großer Eindringlichkeit vor Augen.

Und in jeder einzelnen Schöpfer-Figur stecken unterschiedliche Anteile des schöpferischen Menschen John Neumeier.

[Dagmar Ellen Fischer]

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John Neumeier geht in die Verlängerung

Auf der Pressekonferenz am 26. Januar hatten John Neumeier und Prof. Dr. Karin von Welck eine sehr gute Nachricht zu verkünden: Der Chefchoreograf und Ballettintendant macht von der Option Gebrauch, die ihm sein Vertrag aus dem Jahr 2004 bietet, und wird bis zum Jahr 2015 seiner Wahlheimat Hamburg erhalten bleiben.

„Wo ist die Zeit geblieben?“ fragte sich der Hamburger Ballettchef laut, anlässlich der Bekanntgabe dieser wichtigen Entscheidung. In den vergangenen 36 Jahren führte er seine Compagnie zu Weltruhm, und doch „habe ich das Gefühl, ich fange erst an in Hamburg“, so Neumeier. Beste Voraussetzungen also für weitere sechs kreative Jahre, in denen er nach bewährter Manier eigene Werke schaffen, historisch wichtige Klassiker einladen und – das liegt ihm seit 1994 am Herzen – eine Junior-Compagnie ins Leben rufen will. Denn die würde nicht nur für die Tänzer zwischen Ausbildung und „richtigem“ Engagement eine Brücke schlagen, sondern auch eine konkrete Funktion in der Stadt Hamburg übernehmen: Durch Auftritte in Altersheimen, Gefängnissen und sozialen Einrichtungen. Dieser Traum kann indes frühestens ab 2011 wahr werden, die dafür notwendigen rund 800.000 Euro sind im aktuellen Haushaltsplan noch nicht vorgesehen. Karin von Welck versprach, persönlich für die Gründung der Junior-Compagnie zu kämpfen, schätzte sich und die Stadt Hamburg „außerordentlich glücklich“ über Neumeiers Entscheidung zur Verlängerung und freut sich schon jetzt darauf, mit ihm 2013 das 40-jährige Jubiläum als Ballettdirektor feiern zu können. Der dienstälteste Ballettchef der Welt ist John Neumeier heute schon, und aus dem Ballettkosmos der Hansestadt gar nicht wegzudenken. Über einen möglichen Nachfolger wird dennoch spekuliert: Lloyd Riggins, charismatischer Erster Solist und Ballettmeister, wäre ein würdiger Nachfolger.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Reiseangebote

REISE nach ESSEN zur Verleihung des Deutschen Tanzpreises 2009 sowie des Deutschen Tanzpreises „ZUKUNFT“ 2009

Der Schweizer Heinz Spoerli, Jahrgang 1940, leitete 18 Jahre lang das Basler Ballett. In dieser Zeit schuf er eigene Choreografien zu populären Handlungsballetten sowie zu Klassikern der Moderne, darunter „Coppelia“, „La Fille mal Gardée“ und „Giselle“ sowie „Der Feuervogel“ und „Les Noces“.

Bei der Tanzpreis-Gala wird das gesamte „Zürcher Ballett Heinz Spoerli“ mit 40 Tänzern sowie die von ihm begründete Junior Compagnie auftreten. Marijn Rademaker, Träger des Tanzpreises ZUKUNFT 2009, wird die Titelrolle in Heinz Spoerlis „Peer Gynt“ verkörpern. Der Niederländer gastierte auch schon beim HAMBURG BALLETT.

Sa., 21.03.2009 bis So., 22.03.2009

Anmeldung bei:

BALLETTFREUNDE HAMBURG e.V.

c/o WK-Reisen – Hamburg-Würzburg

Reissgarten 4, 97288 Theilheim

Rückfragen bitte an Frau Ulrike Jessenberger unter Telefon 040 – 60 25 388.

REISE nach MÜNCHEN zur Ballettfestwoche 2009

Im Rahmen der Ballettfestwoche 2009 werden zwei Abende im Nationaltheater München besucht: Die sogenannte Terpsichore-Gala VIII, die unter dem Motto „Les Ballets Russes und die Folgen“ steht. Ferner das dreigeteilte Programm, in dem Choreografien von Martin Schläpfer, Simone Sandroni und Hans van Manen gezeigt werden.

Schläpfer, Ballettdirektor in Mainz, kreierte sein „Violakonzert II“ zum Konzert für Viola und Orchester von Sofia Gubaidulina. Sandroni, italienischer Nachwuchs-Choreograph der freien Szene, schuf zu Sonaten für Violine und Cembalo von Johann Sebastian Bach sein Ballett speziell für München: „Cambio d'abito“. Schließlich wird mit „Adagio Hammerklavier“ ein moderner Klassiker den Abend beschließen, van Manen choreografierte sein bekanntes Werk für drei Solopaare im Jahr 1973 zu Ludwig van Beethovens Musik.

Do., 07.05.2009 bis Sa., 09.05.2009

Anmeldung bei:

BALLETTFREUNDE HAMBURG e.V.

c/o WK-Reisen – Hamburg-Würzburg

Reissgarten 4, 97288 Theilheim

Rückfragen bitte an Frau Ulrike Jessenberger unter Telefon 040 – 60 25 388.

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KURZNACHRICHTEN

Vom 8. Februar bis zum 7. März ist das HAMBURG BALLETT in Japan unterwegs, „Die kleine Meerjungfrau“ und „Die Kameliendame" stehen mit insgesamt zehn Vorstellungen in sechs Städten auf dem Programm. Anlässlich der Japan-Tournee wurde ein neuer Service eingerichtet: Unter www.hamburgballett-blog.de beschreiben Tänzer ihre Eindrücke von Land und Leuten, veröffentlichen Auszüge aus Fanbriefen oder zeigen Fotos, die hinter den Kulissen entstanden. Von Hamburg aus kann man so hautnah dabei sein.

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Das diesjährige Gastspiel während der 35. Hamburger Ballett-Tage am 7. und 8. Juli 2009 bestreitet das Centre Chorégraphique National – BALLET DE LORRAINE. Die Compagnie aus Nancy wird in Hamburg drei Ballette zu Musik von Igor Strawinsky zeigen: „Les Noces" von 1923 in der Originalchoreografie von Bronislava Nijinska, „Petruschka" von Michail Fokine aus dem Jahr 1911 – beide entstanden für die Ballets Russes; sowie „Marriage", ebenfalls zu Strawinskys Ballettmusik „Les Noces", aber in der Choreografie des Finnen Tero Saarinen von 2007.

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Unter dem Titel „Schwäne und Feuervögel – Die BALLETS RUSSES 1909 bis 1929“ eröffnete am 18. Februar 2009 eine Ausstellung im Deutschen Theatermuseum München, die „Russische Bildwelten in Bewegung“ zeigt. Leihgaben aus Moskau und St. Petersburg, aber natürlich auch aus John Neumeiers Sammlung, sind dort bis zum 24. Mai 2009 zu sehen. Deutsches Theatermuseum, Galeriestr. 4a, 80539 München, Tel. 089-21 06 910.

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Die Compagnie Jant-Bi aus Dakar ist mit ihrem Tanztheaterstück „Fagaala“ in Hamburg zu Gast. Darin verbindet sich die strenge Form des japanischen Butoh mit den rhythmischen Elementen des afrikanischen Tanzes; die senegalesische Choreografin Germaine Acogny und der Japaner Kota Yamazaki kreierten „Fagaala“ vor dem Hintergrund des ruandischen Bürgerkriegs. Am 19. und 21.3. um 20.30 Uhr, Kampnagel, Jarrestr. 20.

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Der Hamburger Tänzer und Choreograf Jochen Roller erarbeitete mit der israelischen Tänzerin Saar Magal das Tanztheater „Basically I don’t, but actually I do“. Ausgehend von einem Foto, dass einen SS-Mann bei der Erschießung einer jüdischen Frau zeigt, untersuchen die Enkel der Täter und Opfer drei Generationen später auf choreografische Weise, wie Phantome der Erinnerung an den Holocaust die Realität eines deutsch-israelischen Verhältnisses prägt. Am 4.3. um 20 Uhr, 6.-8.3. um 21 Uhr, 12.-14.3. um 20 Uhr, Kampangel, Jarrestr. 20.

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Am 15. Februar wurde dem Tänzer und Choreografen Sidi Larbi Cherkauoi der mit 75.000 Euro dotierte KAIROS-Preis verliehen; die Alfred-Toepfer-Stiftung lud zur Preisverleihung ins Schauspielhaus. Die BALLETTFREUNDE HAMBURG sahen bereits vor drei Jahren ein Werk des begabten belgisch-marokkanischen Künstlers: „Foi“ im Metropolis Kino.

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Im Bremer Theater am Goetheplatz wird am 28. Februar „Largo“ von der norwegischen Choreografin Ingun Bjørnsgaard uraufgeführt. Ihr jüngstes Werk erarbeitete die für ihre poetische Bewegungssprache bekannte Künstlerin mit den Tänzern des Tanztheaters Bremen sowie der Tanzcompagnie Oldenburg. Im März sind weitere Vorstellungen zu sehen.

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„Tanz der Farben. Das Auge Nijinsky und die Abstraktion“ ist die Ausstellung betitelt, die ab 19. Mai in der Hamburger Kunsthalle zu sehen sein wird. Die Kooperation mit der „Stiftung John Neumeier“ ermöglicht die Präsentation von Zeichnungen und Gouachen des Tänzers und Choreografen Waslaw Nijinsky in einer Gegenüberstellung mit Werken von Künstlern der russischen Avantgarde wie Alexandra Exter, Léopold Survage und Vladimir Baranov-Rossiné. Wie die BALLETS RUSSES, lebten auch diese Künstler zwischen 1910 und 1930 in Paris, wo sie sich den Themen Tanz, Rhythmus und Bewegung in abstrakter Darstellungsweise annäherten. Bis zum 16. August wird die sensationelle Ausstellung im Hubertus Wald-Forum der Kunsthalle zu sehen sein. Glockengießerwall, 20095 Hamburg. Öffnungszeiten: Di bis So 10 bis 18 Uhr, Do 10 bis 21 Uhr, Mo geschlossen.

[Dagmar Fischer]

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Letzte Aktualisierung: 14.04.09, [ddd]