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Gekürzte Fassung des Rundschreibens vom Mai 2009

Themenübersicht


Liebe Ballettfreunde,

wegen vieler neuer Informationen, die wichtig sind, kommt diesmal ein extra Rundschreiben.

Es betrifft unseren Kartenservice und die Vorverkaufstermine für die nächste Spielzeit sowie den Vorverkauf zu ermäßigten Preisen für das Gastspiel des QUEENSLAND BALLET (Ballettdirektor François Klaus) am Dienstag, dem 27. und Mittwoch, dem 28. Oktober 2009, jeweils um 19:30 Uhr im Congress Centrum Hamburg. Die Ermäßigung erhalten wir als Ballettfreunde Hamburg aufgrund unserer Treue zu François Klaus und dem herzlichen Empfang, den wir ihm und seiner Compagnie in Kiel bereitet haben. Nähere Informationen lesen Sie in diesem Rundschreiben.

Just heute teilte mir die Pressestelle des HAMBURG BALLETT das Programm für die Spielzeit 2009/2010 mit. Darin lese ich:

Im Rahmen des Spielzeit-Schwerpunkts „Fließende Welten“ gibt es zwei Premieren („Orpheus“, „Fließende Welten“) sowie zwei Wiederaufnahmen („Illusionen – wie Schwanensee“, „Endstation Sehnsucht“). Für die Titelrolle in seiner Neukreation „Orpheus“ konnte John Neumeier den Italiener Roberto Bolle als Gasttänzer gewinnen. Auch das Gastspiel des Tokyo Ballet zu den 36. Hamburger Ballett-Tagen steht im Zeichen des fernöstlich inspirierten Spielzeitschwerpunktes. Unter dem Motto „Images of Asia“ präsentiert die Compagnie aus Japan zwei Choreografien von Maurice Béjart.

Ferner wird mitgeteilt, dass mit Beginn der neuen Spielzeit der Australier Simon Hewett Erster Dirigent für das HAMBURG BALLETT wird und außerdem die Ballettschule in der nächsten Saison auch im Ernst Deutsch Theater zu Gast sein wird.

Mit herzlichen Grüßen Ihre

Marjetta Schmitz-Esser

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BALLET RUSSES und kein Ende

Kurzfristig haben wir von folgender Veranstaltung erfahren: „Die Ballets Russes und ihre Künstler“ heißt eine Vortragsperformance, in der Nele Lipp in die Rolle der Bronislawa Nijinska und Anna Grover in jene von Anna Pawlowa schlüpfen wird, beide sind uns durch die Zusammenarbeit mit KOÏNZI-DANCE e.V. bestens bekannt. Der Abend möchte einen Vorgeschmack auf die Ausstellung „Tanz der Farben. Nijinskys Auge und die Abstraktion“ geben, er findet in der Kunsthalle Hamburg statt, im Anita-Rée-Raum, am Samstag, dem 16. Mai um 20 Uhr im Rahmen der Langen Nacht der Museen. Der Eintritt (Veranstaltungen so viele man möchte und schafft) kostet 12 Euro, es ist keine Anmeldung erforderlich.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Vorverkaufstermine für die Saison 2009/10

Am 28. April wurde das Opern- und Ballett-Programm für die Spielzeit 2009/10 veröffentlicht. Wie schon in den früheren Spielzeiten, gibt es auch dieses Mal wieder verschiedene Vorverkaufstermine.

Der vorgezogene Vorverkauf für die Vorstellungen vom 5. September bis 31. Oktober 2009 beginnt bereits am Montag, 11. Mai 2009.

Karten für diesen Zeitraum erhalten Sie auch während der Spielzeitpause an der Operkasse.

Der Vorverkauf für alle anderen Vorstellungen der Spielzeit 2009/10 beginnt

am Montag, 17. August 2009 (ausschließlich für Abonnenten) und am Montag, 24. August 2009 (für alle übrigen Kunden, auch über Internet und die Vorverkaufsstellen).

Abweichend von den vorgenannten Terminen beginnt der Vorverkauf für die „Nijinsky-Gala" und die Ballett-Werkstätten (2 bis 4) am Montag, 28. September 2009.

Bitte beachten Sie:

Aufgrund der großen Nachfrage können die Karten für diese Vorstellungen nur persönlich oder telefonisch und nur in limitierter Anzahl an der Staatsopernkasse erworben werden. Schriftliche Bestellungen sind leider nicht möglich; ebenso findet ein Verkauf im Internet bzw. über Vorverkaufsstellen sowie ein kurzfristiger Vorverkauf nicht statt.

Die erste Ballett-Werkstatt ist am Montag, dem 26.10.09 um 19:00 Uhr

Anlass: 20 Jahre Ballettzentrum

Der Vorverkauf für diese besondere Werkstatt ist der 11. Mai 2009.

[Klaus Böttcher]

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Das australische QUEENSLAND BALLET in Hamburg

François Klaus und seine Frau, Robin White, hat es offensichtlich sehr beeindruckt und berührt, dass so viele Ballettfreunde vor zwei Jahren nach Kiel fuhren, um das dortige Gastspiel seiner Compagnie, des QUEENSLAND BALLET, miterleben zu können. Auch das persönliche Treffen seinerzeit vor der Vorstellung im Theater, bei dem diese große Gruppe treuer Zuschauer ihre herzliche Verbundenheit ausdrücken konnte, mag ihn wohl zu folgendem Plan bewogen haben: Für die diesjährige Tournee wird an zwei Tagen auch in Hamburg Station gemacht. Am 27. und 28.10., jeweils um 19.30 Uhr, gastiert das QUEENSLAND BALLET im Saal 2 des Congress Zentrums Hamburg.

Und nicht nur das. Darüber hinaus haben ALLE Ballettfreunde die Möglichkeit, die Eintrittskarten für einen der zwei (oder auch für beide) Abende zu einem um 10 % ermäßigten Preis zu erwerben, zusätzlich entfällt für uns die Vorverkaufsgebühr. Wer Gäste oder Freunde mitnehmen möchte, kann das ebenfalls zu den hier genannten Bedingungen tun. Karten sind in fünf Kategorien erhältlich (der Normalpreis steht in Klammern):

1. 71,00 (78,00) Euro

2. 62,82 (69,00) Euro

3. 51,00 (56,00) Euro

4. 43,73 (48,00) Euro

5. 32,82 (36,00) Euro

Auf die Preisgruppen 4 und 5 erhalten Senioren, Schüler und Studenten 50% Rabatt auf den Normalpreis.

Bestellt werden können die Karten ausschließlich über Herrn Thomas Regensburger, er ist der Agent des QUEENSLAND BALLET. Erreichbar ist Herr Regensburger über die folgenden Kontaktdaten:

Tanzkontor, Hochallee 19, 20149 Hamburg, Telefon: 040-22609212, Mobil: 0170 4913632, Internet: www.tanzkontor.com

Im Gegensatz zum abendfüllenden „Cloudland“ vor zwei Jahren in Kiel, erwarten uns beim aktuellen Programm an beiden Abenden folgende fünf Werke:

„Steps for Strings“, Choreografie: François Klaus (2007), Musik: François Dompierre, A. Rozankovic und Ennio Morricone, Kostüme: Noelene Hill, Licht Design: David Walters; es tanzt das Ensemble.

„Chant d’amour“, Choreografie: François Klaus (2006), Musik: Andorinha da Primavera und Coisas Pequenas aus "O Paradiso" von C. M. Trindade; es tanzen Rachael Walsh - Alex Wagner (Clare Morehen - Christian Tatchev).

„Nineteen“, Choreografie: Kim McCarthy (2004), Musik: Klavierkonzert F-Dur, KV 459 von Wolfgang Amadeus Mozart, Kostüme: Noelene Hill; es tanzt das Ensemble.

„The Gathering“, Choreografie: Natalie Weir (2006), Musik: Soundtrack aus „The Gladiator“ von Hans Zimmer, Lisa Gerrard u.a., Kostüme: Noelene Hill, Licht Design: David Walters; es tanzt das Ensemble.

„Timeless Dances“, Choreografie: François Klaus (2008), Musik: William Barton (mit: William Barton, Didgeridoo, Gitarre, Gesang), Bühne: Robert Barton, Kostüme: Noelene Hill, Licht Design: Matt Scott; es tanzt das Ensemble.

Nach der Vorstellung am 28. Oktober wird es ein gemütliches Treffen mit François Klaus, Robin White und möglicherweise weiteren Gästen und allen interessierten Ballettfreunden geben. Der Ort des Treffens wird in einem der nächsten Rundschreiben bekannt gegeben.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Edgar Degas – Intimität und Pose

Am 29. April besuchten 25 Ballettfreunde das Hubertus-Wald-Forum der Hamburger Kunsthalle, um sich von Frau Schrader durch die Ausstellung „Edgar Degas – Intimität und Pose“ führen zu lassen. Mit Kopfhörer und Sender wurde unsere relativ große Gruppe ausgestattet, damit jede/r die Chance hatte, den hochinteressanten Ausführungen auch bei kleiner Entfernung problemlos zu folgen. Auf überaus angenehme Art erzählte uns Frau Schrader vor ausgewählten Exponaten Spannendes zum jeweiligen Werk, zum Leben Degas’ und auch zur Entstehungsgeschichte und zeitgenössischen Rezeption seiner Kunst.

Edgar Degas (1834-1917) war der Älteste von fünf Geschwistern, sein Vater Bankier, seine Mutter kreolischer Herkunft. Ein Jura-Studium brach er ab, um sich der Kunst widmen zu können. Die finanzielle Hilfe von Vater und Bruder ermöglichte das eine geraume Zeit, seit Beginn der 1880er Jahre war Degas indes darauf angewiesen, Werke zu verkaufen, um den Lebensunterhalt zu sichern. Geheiratet hat der Künstler nie, die Ambivalenz im Verhältnis zu Frauen drückt sich auch in seinen Werken aus, zwischen gesuchter Nähe und angestrebter Distanz. Seine Darstellungen nackter Frauen sind frei von Voyerismus, in welch’ intimen Momenten er sie auch jeweils festhält, niemals verlieren sie ihre Würde. Ein bemerkenswertes Zitat von Degas gibt hier Aufschluss: „Ich zeige sie ohne Koketterie, wie Tiere bei der Reinigung. (...) Wenn sie mich mögen würden, wäre das mein Ende“.

Im gesamten Œvre Degas’ tauchen überhaupt nur wenige Männer auf, der Choreograf im Gemälde „Salle de Danse“ ist beispielsweise eine solche Ausnahme; er sitzt zwischen den Tänzerinnen, die er korrigiert. Der Salle de Danse war jener, den Abonnenten vorbehaltene Raum, der sich seinen zweifelhaften Ruf durch die geplante Kontaktaufnahme unter männlichen Abonnenten und Tänzerinnen erwarb. Im Alter von 14 Jahren begann damals üblicherweise die aktive Laufbahn, was wir heute Kinderarbeit nennen, war seinerzeit ein notwendiger Beitrag zum Unterhalt der Familie, den die jungen Mädchen leisten mussten. Und da das Theater schlecht bezahlte, verdienten sich viele von ihnen nebenbei dazu: Als Model bei Degas, oder in den Logen und Separées. Eine Tänzerin, die beim Theaterdirektor über den geringen Verdienst klagte, wurde von jenem auf den lukrativen Nebenverdienst im Salle de Danse und auf die „Kavaliere der Oper“ verwiesen; selbst Mütter verkuppelten ihre Töchter mitunter an zahlungskräftige Herren. Diese Form von Prostitution war allgemein bekannt und geduldet. Denn durch das langfristige Mieten einer Loge finanzierten diese Abonnenten das Theater mit, ihr Einfluss reichte sogar bis in die Spielplangestaltung und die Förderung oder Behinderung bestimmter Künstlerkarrieren.

Für Degas hingegen waren die Tänzerinnen nach eigener Aussage nur ein Vorwand, um malen zu können – in erster Linie war er Künstler. Als solcher malte er einfache Menschen, Büglerinnen, Modistinnen. Es war ja damals durchaus nicht selbstverständlich, dass eine Frau durch ihren Beruf eine gewisse selbstbestimmte Unabhängigkeit hatte, insofern waren auch Degas’ Motive ungewöhnlich und neu, einige sogar revolutionär.

Sein wahrscheinlich berühmtestes Werk sorgte bei seiner Ausstellung – gemeinsam mit zwei Porträts berüchtigter Mörder – für große Aufregung: „Petite Danseuse de quatorze ans“, wie die kleine Tänzerin vom Schöpfer betitelt wurde. Aus Haltung und Gesicht des Mädchens, der 14-jährigen Marie von Goethem, Tochter einer Wäscherin, meinten Kritiker, „frühreife Verderbnis“ heraus lesen zu können. Eine Bronzestatue nachträglich zu bekleiden, war zu Degas’ Zeit innovativ, die Tänzerin trug ursprünglich echtes Rosshaar am Kopf, ein Mieder, den üblichen Tüllrock und Spitzenschuhe.

Die Skulpturen zeigen vornehmlich Frauen in Arabesque-Positionen. Degas fertigte sie aus Wachs, weil das Material besonders gut additiv zu verarbeiten und zu verändern war. Keine der Figuren war je für die Öffentlichkeit bestimmt, sie dienten dem Künstler lediglich zu Studienzwecken, um Anatomie, Proportion und Perspektive zu klären. Kaum eine von ihnen hat ein Gesicht, darauf kam es nicht an. Und viele der heute existierenden Plastiken wurden erst nach Degas’ Tod in Bronze gegossen. Degas war am menschlichen Körper und seinen Haltungen interessiert, so zeigt ein Skizzenblatt mehrere Arm- und Beinpositionen, die vermutlich nacheinander ausgeführt wurden. Hier faszinierte ihn der Bewegungsablauf; diese Motivation liegt auch seinen Studien über die Bewegung von Pferden zugrunde.

Rund 80 aufregende Minuten verbrachten wir unter nackten und bekleideten Tänzerinnen, Pferden und unbekannten Damen bei ihrer Morgentoilette.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Letzte Aktualisierung: 29.07.09, [ddd]