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Gekürzte Fassung des Rundschreibens vom Oktober 2010

Themenübersicht


Liebe Ballettfreunde,

nach längerer Sommerpause, aus der Sie alle hoffentlich wohlbehalten zurückgekehrt sind, melden wir uns wieder. Der Vorstand war inzwischen schon fleißig. So können wir Ihnen heute in diesem Rundschreiben ein interessantes Herbstprogramm anbieten. Reise nach Wien, ein Abend über Josef Nadj, Nachlese zu „Die zerbrochenen Spiegel“, Hauptprobe „Chopin Dances“, Nikolaus im Ballettzentrum und zum Abschluss der Punschabend in der Gurlittstraße.

Lesen Sie bitte die Einzelheiten dazu in den nachfolgenden Beiträgen.

Dem neuen Hamburger Kultursenator Reinhard Stuth habe ich die Initiativen unseres Vereins vorgestellt und ihm in Ihrer aller Namen zu seiner in diesen Zeiten wohl nicht leichten Aufgabe die besten Wünsche übermittelt. Es ist sehr erfreulich zu hören, dass das Ballett erst einmal nicht mit Kürzungen des Etats zu rechnen hat. Das wird man sicherlich als ein Verdienst John Neumeiers für seine herausragende und für das Kunstleben der Hansestadt prägende Arbeit werten dürfen.

Ich freue mich schon auf ein baldiges Wiedersehen und ein gutes Miteinander.

Sehr herzlich, Ihre

Marjetta Schmitz-Esser

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Abend über Joseph Nadj, mit einer Einführung von Nele Lipp im Ballettzentrum John Neumeier

Donnerstag, 25. November 2010, 19:00 Uhr, im Ballettzentrum John Neumeier:

über Joseph Nadj, mit einer Einführung von Nele Lipp

Ballettfreunde Hamburg e.V. in Zusammenarbeit mit Koïnzi-Dance e.V. und dem Tanzfilminstitut Bremen

Der Ungar Joseph Nadj, Jahrgang 1957, gilt als „Architekt wortlosen Bewegungstheaters und Bildhauer der Lüfte“. In seinen humorvoll-böswilligen, dunklen Bühnenwerken und Ausstellungen, die er mit großer Präzision gestaltet, stellt er die Frage nach der menschlichen Existenz. Inspiration bezieht er, wie er selbst sagt, von seinen „Fantasiegroßvätern“ Georg Büchner, Samuel Beckett, Jorge Louis Borges, Alfred Jarry und Franz Kafka. Deren Texte werden auf der Bühne nie erwähnt; es sind vielmehr die Bildräume und die Dramaturgie ihrer Verwicklungen, die Nadj auf seiner Suche nach der ständigen Verwandlung von Materie und Räumen darstellen will. So geht es ihm, um nur ein Beispiel zu geben, in „Commedia Tempio“ (1990), um die Gleichzeitigkeit lebendiger Empfindungen in ständig sich verwandelnden Räumen, wo die Akteure insektenhaft vervielfältigt auf der Bühne erscheinen. Die Tänzer agieren mit scheinbar in alle Richtungen hin klappbaren Körpern, die denken lassen, sie seien mit Vorrichtungen für die Kopplung und Entkopplung mit anderen Körpern ausgestattet. Zugleich verändert sich das Bühnenbild. Die Akteure erscheinen immer wieder unerwartet aus zuvor verborgenen Türen und Luken und verschwinden ebenso plötzlich durch neue Öffnungen in rätselhafte Abstellräume. Der Vielseitigkeit seiner Ansätze entspricht Joseph Nadjs Ausbildung: Studium der Kunst- und Musikgeschichte, Schauspiel und Körpersprache an der Kunstakademie Budapest, dann Tanz und Pantomime in Paris. Seit 1995 leitet Nadj das Centre National Chorégraphique d’Orléans und formte es zu einem Zentrum für interdisziplinäre künstlerische Arbeit.

An diesem Abend, der vielen von uns neue und ungewöhnliche Strömungen der Tanzkunst nahe bringt, werden auch die Ballettschüler der Ballettschule zugegen sein.

[Marjetta Schmitz-Esser]

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Erläuterungen zu den Terminen im Dezember 2010

Mittwoch, 1. Dezember 2010, 19:00 Uhr, im Schrödersaal des CVJM, An der Alster 46:

„Die zerbrochenen Spiegel“ nach dem Libretto von Klaus Mann, Hauptdarsteller: Sasha Riva. Mit Einführung von Marjetta Schmitz-Esser.

Der CVJM hat ein kleines Café, wo wir vorher und auch hinterher noch bei einem Getränk zusammen sitzen können.

Für alle Mitglieder, die nicht Gelegenheit hatten, im Juni die Aufführung des Tanzstücks zu sehen, und auch für diejenigen, die gerne noch mehr erfahren möchten. Frau Nele Lipp hat uns freundlicherweise Material zur Verfügung gestellt. Dafür schon im Voraus vielen Dank.

Im Dezember 2010, Hamburgische Staatsoper:

Hauptprobe „Chopin Dances“ mit Choreografien von Jerôme Robbins und John Neumeier

Es ist uns wieder eine große Freude, dass die Mitglieder unseres Vereins zu dieser Veranstaltung eingeladen sind.

Eintritt nur für Vereinsmitglieder.

Im Dezember 2010, Ballettzentrum John Neumeier, Petipa-Saal:

Auch dieses Jahr bereitet die Ballettschule für uns Ballettfreunde eine weihnachtliche Aufführung vor. So dürfen wir wieder am Fortschritt der Schüler teilnehmen. Wir bitten um zahlreiches Erscheinen, da es ein großes Entgegenkommen der Ballettschule ist, mit viel Extraaufwand der Lehrerinnen und Lehrer.

Für unsere neuen Mitglieder:

Zu diesem wiederkehrenden Ereignis bringen wir immer ein kleines Nikolaus-Geschenk mit, das unter den Christbaum gelegt wird, der im Flur aufgestellt ist.

Eintritt nur für Vereinsmitglieder.

Mittwoch, 8. Dezember 2010, 17:30 Uhr, in der Gurlittstraße 16: Punschabend

Wie immer lassen wir auch 2010 das Jahr bei Punsch, Gebäck, Kerzenschein und Weihnachtsgeschichten ausklingen. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

[Marjetta Schmitz-Esser]

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Fotografin Rebecca Hoppé präsentiert ihren Bildband über Tänzer des HAMBURG BALLETT

Speziell für die Ballettfreunde Hamburg wird die Fotografin Rebecca Hoppé am 15. Oktober um 17 Uhr ihre Ausstellung im Levantehaus erläutern. Ebenso exklusiv signiert sie im Anschluss daran ihr Buch, das soeben erschien. Das Besondere an diesem großformatigen Bildband ist die Nähe zu den Tänzern des HAMBURG BALLETT, die kunstvoll gestalteten Bilder gehen weit über fotografische Dokumentation hinaus. Hautnah durfte Rebecca Hoppé John Neumeier und das HAMBURG BALLETT mit ihrer Kamera begleiten, beim Betrachten der Fotos meint man die Tänzer geradezu greifen, riechen und ihre Anwesenheit spüren zu können. Strahlende Momente auf und Augenblicke voller Anspannung hinter der Bühne fängt die sensible Fotografin ebenso ein wie ganz private, nahezu intime Porträts der Tänzer, wie sie niemals zuvor zu sehen waren.

Die Enkelin des berühmten Fotografen E. O. Hoppé, der Tänzer wie Waslaw Nijinsky und Tamara Karsawina ablichtete, arbeitet „altmodisch“ ausschließlich nicht digital mit einer Spiegelreflexkamera und stellt Handabzüge in schwarz-weiß her.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Die nächste Premiere des HAMBURG BALLETT: „Chopin Dances“

Die erste Premiere der neuen Spielzeit am 5. Dezember 2010 trägt den Titel „Chopin Dances“, sie wird zwei Choreografien von Jerôme Robbins und ein neues Werk von John Neumeier präsentieren. Neun Musikstücke von Frédéric Chopin bilden den musikalischen Rahmen zu „The Concert“, einem 30-minütigen Ballett von Robbins für neun Tänzer – 1956 in New York uraufgeführt – das als komisches Meisterwerk des Choreografen gilt. „Dances at a Gathering“ nutzt hingegen 18 Kompositionen von Chopin, vor allem Walzer und Mazurkas, die einstündige Choreografie von Robbins für zehn Tänzer (fünf Frauen, fünf Männer) ist Ballett pur; Violette Verdy gehörte übrigens zur Besetzung der New Yorker Uraufführung im Jahr 1969. John Neumeiers Kreation wird „Polonia“ heißen – nach dem Titel einer Komposition des polnischen Komponisten Andrzej Panufnik, dessen Musik sein jüngstes Werk begleitet – und den dreiteiligen Abend vermutlich eröffnen. Panufnik, Jahrgang 1914, gilt als einer der herausragenden Komponisten Polens, 1956 verließ er seine Heimat, er starb 1991 in Großbritannien.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Kurznachrichten

Zu den beunruhigenden Ereignissen in der Theaterlandschaft Hamburgs aufgrund enormer Etatkürzungen hat sich John Neumeier in seiner Eigenschaft als Ballettintendant geäußert. Nach dem Rücktritt von Schauspielhausintendant Friedrich Schirmer forderte er von der Kulturbehörde mehr Verantwortung und die Einhaltung von Budgetversprechen.

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr ist die Ballettschule des Hamburg Ballett – John Neumeier auch in der laufenden Spielzeit wieder im Ernst-Deutsch-Theater zu Gast. In der „Werkstatt der Kreativität II“, einer Kooperation zwischen EDT und dem Ballettzentrum, präsentieren junge Tänzer der Ballettschule eigene Arbeiten und sammeln wertvolle Bühnenerfahrung. Dazu gehört neben dem kreativen Prozess auch die Verantwortung für Musikauswahl sowie Kostüm- und Lichtgestaltung, die auch 2011 wieder in den Händen der angehenden Tänzer liegen wird. Ernst-Deutsch-Theater, Friedrich-Schütter-Platz 1, 28.02. bis 05.03.2011 je 19:30 Uhr, Karten ab sofort für 25 €, ermäßigt 15 €, Tel. 22 70 14 20.

Die Gala zur Verleihung des Deutschen Tanzpreises 2011 findet am 26. Februar im Aalto Theater in Essen statt, der Preisträger wird wie immer erst Ende November bekannt gegeben, 2011 ist eine außergewöhnliche Tanzpreisverleihung zu erwarten.

Seine Eltern waren irische Einwanderer, er kam in Chicago zur Welt: Der Amerikaner Michael Flatley machte aus Elementen der traditionellen, irischen Jig das erfolgreichste Tanzspektakel aller Zeiten und sich selbst als „Lord of the Dance“ zum weltweit bestbezahltesten Tänzer. In der Rolle seines Lebens tritt er nun ein letztes Mal in Hamburg auf, am 30.11. um 20 Uhr in der O2-Arena.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Letzte Aktualisierung: 04.01.11, [ddd]