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Gekürzte Fassung des Rundschreibens vom Mai 2011

Themenübersicht


Liebe Ballettfreunde,

die Mitgliederversammlung ist wieder zügig und in Harmonie verlaufen. Allen, die dabei waren, gilt mein Dank. Ein bisschen Glück hatten wir aber auch. Warum? Mit 33 Anwesenden sind wir der Satzung nach (mindestens 30!) gerade noch beschlussfähig gewesen. In diesem Zusammenhang meine Bitte fürs nächste Mal, doch zahlreicher zu erscheinen, damit uns vom Vorstand die Zitterpartie erspart bleibt. Es geht ja um wichtige Dinge, wie zum Beispiel die Abstimmung über das jeweilige Jahresbudget und über die künftige Verwendung der Mittel, die alle Mitglieder unseres Vereins aufbringen. Über den Verlauf der letzten Versammlung liegt wieder ein Protokoll vor, das Sie diesem Rundschreiben beigefügt vorfinden.

Ein großes Vergnügen hat uns die Busfahrt nach Berlin zur Premiere von „La Esmeralda“ bereitet. Die Tagesfahrt hatte Frau Fischer sorgfältig vorbereitet und organisiert. Dank ihrer guten Verbindungen zur Ballett-Betriebsdirektorin des Staatsballetts Berlin Frau Dr. Christiane Theobald hatten wir Gelegenheit, von ihr selbst durch die neuen Ballettsäle in der Deutschen Oper an der Bismarckstraße geführt zu werden, sodass wir Einblicke hinter die Kulissen erlangten, die man für gewöhnlich nicht bekommt. Begeistert waren wir von dem überaus herzlichen Empfang in Berlin, was sich auch auf den Besuch des Opernrestaurants vor der Vorstellung bezieht. Dort konnten wir in einem eigenen Raum ungestört an einer langen Tafel sitzen und uns bei lebhaften Gesprächen austauschen. Wenn wir auch erst spät wieder Hamburg erreichten, so war doch die Stimmung bestens. Über das gesehene Ballett, das uns in die höchste Tanzkunst der Klassik entführt hat, berichtet Frau Fischer.

Das schon lange geplante Interview mit Joëlle Boulogne hat uns tief bewegt, da sie uns ihren Abschied von der Bühne mitteilte. Als besondere Geste brachte sie einen Korb voller vertanzter Ballettschuhe mit, die sie mit ihrem Autogramm versehen hatte. Sie wurden am Schluss verteilt, reichten aber leider nicht für alle.

Ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen im Juni zu den Balletttagen.

Bis dahin herzliche Grüße, Ihre

Marjetta Schmitz-Esser

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Künstlergespräch mit Joëlle Boulogne

Die laufende Spielzeit 2010/11 neigt sich ihrem Ende entgegen. Und mit ihr wird auch die Karriere der beliebten Ersten Solistin Joëlle Boulogne beim HAMBURG BALLETT enden. Diese Tatsache, aber mehr noch die zahlreichen Rollen, in denen sie in Hamburg brillierte, sind Anlass genug, ihre tänzerische Laufbahn einmal Revue passieren zu lassen. Dies geschah am 6. April im Petipa-Saal des Ballettzentrums – John Neumeier, in dem die Ballettfreunde einmal mehr zu Gast sein durften. Und natürlich im Dialog mit Marjetta Schmitz-Esser, die Künstler-Gespräche dieser Art seit vielen Jahren in loser Folge etabliert hat.

Joëlle Boulogne ließ die Ballettfreunde in entspannter Atmosphäre an dem Rückblick auf ihre beispielhafte Tänzer-Laufbahn teilhaben. In Cannes geboren, begann sie als Fünfjährige mit dem Tanzen in einem südfranzösischen Kulturzentrum. Später erhielt sie Unterricht am „Centre de Danse International“ von Rosella Hightower in Monte Carlo. Dort tanzte sie auch ab 1986 im „Jeune Ballet de France“, als Mitglied dieser Compagnie lernte sie gleich zu Beginn sehr unterschiedliche stilistische Richtungen kennen. Ein Jahr später folgte ein Engagement bei „Les Ballets de Monte Carlo“, hier hatte sie Gelegenheit, mit Choreografen wie Pierre Lacotte, Carolyn Carlson, Jean-Christophe Maillot, William Forsythe, Karole Armitage, Roland Petit und Uwe Scholz zu arbeiten. John Neumeier lud sie 1994 nach Hamburg ein; hier musste sie nach einer Audition erneut als Gruppentänzerin anfangen, in Frankreich hatte sie einen Solo-Vertrag; John Neumeier prophezeite indes, es könne „ganz schnell gehen mit dem Aufstieg“.

In „Now and Then“ hatte Joëlle Boulogne ihren ersten Auftritt in Hamburg. Mit der Einstudierung zu diesem Ballett verbindet sie einen glücklicherweise nicht tragischen, eher nur peinlichen Sturz vor John Neumeiers Augen – nicht der Einstand, den sich ein neues Compagnie-Mitglied beim Chef wünscht. Doch im Grunde gefiel ihr die künstlerische Arbeit und auch die Stadt Hamburg – mit Ausnahme des norddeutschen Wetters – von Anfang an.

1995 wurde sie zur Solistin befördert, 1998 zur Ersten Solistin, doch schon zuvor hatte sie solistische Rollen übernommen. In diesem Zusammenhang ist vor allem „Dornröschen“ zu nennen, Mats Ek schuf die Rolle mit ihr, und diese Kreation gehört zu den Highlights unter ihren reichhaltigen Erfahrungen. „Wenn man jung ist, will man NUR tanzen“, so Joëlle Boulogne, doch mit zunehmendem Alter kommt der Wunsch nach „mehr Material“, nach emotionalen Herausforderungen – und die bieten die Charaktere in John Neumeiers Balletten ja. Ihre absolute Lieblingsrolle ist „Die Kameliendame“; doch auch die Stiefmutter in „Cinderella“ und Emilia in „Othello“ hat sie sehr gern getanzt. Oft übernahm sie Rollen, die andere Solistinnen vor ihr schon interpretiert hatten, und häufig war es nicht die typische Protagonistin, sondern sozusagen die „zweite Hauptrolle“ – die sich oft als die sehr viel interessantere entpuppte, wie Marjetta Schmitz-Esser bestätigte. Dazu gehörte auch Mascha in „Die Möwe“ und die Mutter in „Nijinsky“. Unerfüllt hingegen blieb ihr Wunsch, die Marie in „Der Nußknacker“ zu tanzen.

Eine besondere Erfahrung lieferte die Mitwirkung in der „Matthäus-Passion“, während die mehrstündige Aufführung gefilmt wurde. Das Publikum spielt eine große Rolle, und besonders in Hamburg fühlt sich Joëlle Boulogne getragen und unterstützt von der Energie des Publikums, das eine besondere Liebe zum Ballett hat. Im Gegensatz dazu bekommen Vorstellungen in Russland mitunter Party-Charakter, und in den USA war es nicht immer leicht, die Zuschauer zu gewinnen. Auftritte in Monte Carlo anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der BALLETS RUSSES gestalteten sich ob der Rückkehr zu ihren Wurzeln als besonders emotionale Momente, denn dort bleibt immer „a part of my heart“, wie es Joëlle Boulogne formulierte.

Seit 17 Jahren lebt die Französin in Hamburg. Sicher, ein Jahr oder zwei Jahre könnte sie vielleicht noch tanzen, aber sie will aufhören, jetzt, da sie die ihr gestellten Aufgaben noch bewältigt. Die Anforderungen werden nicht kleiner, aber die Kraft wird mit zunehmendem Alter weniger, eine Weile kann man die vielleicht schwindende Energie mit Erfahrung ausgleichen, aber Joëlle Boulogne wünscht sich, dass die Zuschauer sie so in Erinnerung behalten, wie sie jetzt tanzt: Souverän, hochdifferenziert und virtuos. In Zukunft wird sie in Frankreich und in Hamburg leben, sie will eine Ausbildung zur Ballettpädagogin in Paris oder Avignon machen und unterrichten. Beim HAMBURG BALLETT hinterlässt sie eine sehr große Lücke – und die Ballettfreunde, aber nicht nur die, werden sie sehr vermissen.

[Dagmar Ellen Fischer]

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„La Esmeralda“ in der Deutschen Oper Berlin

Ein kleines Risiko wäre geblieben, wenn wir uns bei der Reise zur Premiere von „La Esmeralda“ auf die Deutsche Bahn verlassen hätten: Der letzte Zug von Berlin zurück nach Hamburg fährt kurz vor 23 Uhr! Da wir nicht riskieren wollten, diesen zu verpassen, planten wir kurzfristig um und mieteten einen Bus. So war nicht nur die Fahrt wesentlich komfortabler, wir konnten auf diese Weise sogar in Berlin direkt vor der Deutschen Oper aus- und einsteigen. 20 Ballettfreunde und einige Gäste genossen diese Tagesfahrt in die Hauptstadt.

Nach der Ankunft in Berlin war noch genügend Zeit für einen kleinen Imbiss, bevor wir uns um 16 Uhr im Verwaltungsgebäude des STAATSBALLETT BERLIN einfanden, wo wir sehr herzlich begrüßt wurden. Frau Dr. Christiane Theobald erzählte zunächst Grundsätzliches über die größte deutsche Ballett-Compagnie, anschließend führte sie uns durch die drei Säle, die nach drei prägenden Persönlichkeiten der Berliner Tanzgeschichte benannt wurden: Tatjana Gsovsky, Gert Reinholm und Tom Schilling. Bemerkenswerterweise haben alle Säle nicht nur einen ebenerdigen Zugang, sondern auch die Möglichkeit, über eine Galerie Eingang und Einblick von oben zu bekommen – auf diese Weise können Besucher fast unbemerkt den Saal betreten und die Arbeit aus der Vogelperspektive beobachten, ohne zu stören. Auf einem insgesamt über 70-minütigen Rundgang führte uns Frau Dr. Christiane Theobald auch durch die Bibliothek, die Verwaltungsräume der Ballettdirektion sowie in den Fitnessraum, der mit speziellen Geräten das gezielte Training bestimmter Muskelgruppen erlaubt. Da wissenschaftliche Studien ergeben haben, dass Tänzer grundsätzlich zu wenig schlafen, wurde beim STAATSBALLETT BERLIN auch ein Ruheraum eingerichtet: In diesem schallisolierten Zimmer kann ein Kurzzeitschlaf von durchschnittlich zehn Minuten in den anstrengenden Tagesablauf integriert werden – diesen kurzen Auszeiten werden erhebliche Regenerationseffekte zugeschrieben.

Nach einer weiteren Pause von einer guten Stunde, in der ebenfalls Zeit für eine Stärkung blieb, trafen wir uns um 19 Uhr im Foyer der Oper, um die Karten auszuhändigen. Pünktlich um 19.30 Uhr begann das Ballett „La Esmeralda“. Und schon während der ersten Minuten entstand diese Sogwirkung, die das Publikum in eine andere, vergangene Welt zog: Eine Kulisse erinnert an das mittelalterliche Paris, und im Schatten der Kirche Notre Dame tummelt sich allerlei fahrendes Volk, aber auch Geistliche, Bettler und Bürger begegnen sich auf dem Platz. Auch ein junger Poet gerät in das Treiben; weil er nichts bei sich hat, was für Diebe von Interesse sein könnte, soll er umgebracht werden – falls sich nicht eine Frau fände, die ihn stattdessen heiratet: Die Tänzerin „La Esmeralda“ erbarmt sich. Ihr droht jedoch Unheil, da der Geistliche von Notre Dame ein Auge auf sie geworfen hat, die schöne Zigeunerin liebt indes den Hauptmann der Wache, der wiederum verlobt ist. Auf diesem Verlobungsfest tanzt Esmeralda zur Unterhaltung der Gäste, fröhlich und temperamentvoll solange, bis sie den Anlass der Feier versteht; dann bekommt ihr Tanz unmittelbar einen traurigen, ja verzweifelten Ausdruck – eine herausragende Leistung der Ersten Solistin Iana Salenko, die in der Titelrolle brilliert. Der eifersüchtige Geistliche sticht auf den Hauptmann ein und lässt es so aussehen, als ob Esmeralda den Angriff verübt habe. Der Verletzte erholt sich von der Attacke und kann folglich den wirklich Schuldigen benennen, Esmeralda ist gerettet.

Anders als in Buch und Film, sorgt das Ballett für ein Happy-End der Liebenden: Der Wachmann trennt sich von seiner Verlobten und bekennt sich zu „La Esmeralda“, der Glöckner von Notre Dame, Diener des Geistlichen, tötet seinen Herren, nachdem sich dessen Schuld offenbart. In den bekannten Verfilmungen (mit Charles Laughton oder Anthony Quinn) kommt dem buckligen Kirchendiener eine zentrale Rolle zu, im Ballett wird er zur Randfigur.

Eigentlich sollte die Erste Solistin Beatrice Knop die zweite weibliche Hauptrolle tanzen, jene verlassene Verlobte, die erst im zweiten Teil auftritt. Doch nach der Pause trat Dr. Christiane Theobald vor den Vorhang und berichtete von einer Verletzung der Tänzerin und einer Umbesetzung, die dadurch notwendig wurde. Die kurzfristig eingesprungene Elena Pris machte ihre Sache hervorragend. Überhaupt präsentierten sich die Tänzer des STAATSBALLEETS BERLIN im allerbesten Licht, und die Kürzungen der traditionellen Choreografie aus dem 19. Jahrhundert haben „La Esmeralda“ gut getan – es war ein grandioser Ausflug in die Ballettgeschichte.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Die Junior-Compagnie des Hamburg Ballett: Das Bundesjugendballett

Auf der Pressekonferenz am 30. März 2011 konnte John Neumeier eine gute Nachricht verkünden: „Das Bundesjugendballett im Ballettzentrum Hamburg – John Neumeier wird gegründet.“ Seit rund 25 Jahren gibt es einen Absatz im Vertrag des Choreografen und heutigen Ballettintendanten, der besagt, dass eine Junior-Compagnie eingerichtet werden soll, wenn es die finanzielle Situation erlaubt. Aber es mussten erst viele Jahre und einige Hamburger Kultursenatoren „vergehen“, bis das Vorhaben nun realisiert werden kann.

Nach dem Vorbild des Bundesjugendorchesters soll das Bundesjugendballett eine eigenständige organisatorische Einheit werden, zu der acht Tänzer (vier weibliche und vier männliche), ein Pianist, ein Ballettmeister und ein organisatorischer Leiter gehören. Per Audition sollen die Tänzer in den kommenden Wochen gefunden werden, und auch die Namen der übrigen Beteiligten stehen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Sicher indes ist, die neue Compagnie wird mit Beginn der nächsten Spielzeit im Herbst 2011 ihre Arbeit aufnehmen.

Die Mitglieder der Compagnie sollen zwischen 18 und 21 Jahren alt sein, jeder Tänzer darf zwei Jahre bleiben und folglich nicht älter als 23 Jahre sein. John Neumeier wird die Intendanz ehrenamtlich übernehmen. Das Ziel der Truppe ist es, Ballett zu Menschen zu bringen, die nicht von sich aus den Weg zu dieser Kunst finden, in Gefängnissen, Schulen Altersheimen und Krankenhäusern wird das Bundesjugendballett auftreten. Die achtköpfige Compagnie kann zu bestimmten Anlässen auch durch die angehenden Tänzer aus der Ballettschule oder auch mit Tänzern des HAMBURG BALLETT aufgestockt werden. Es sei nicht geplant, dass die Truppe in erster Linie Werke von John Neumeier zeigt, stattdessen soll sie mit Stücken der „Jungen Choreografen“ auf Tour gehen. Das klassisch-akademische Tanztraining wird die Grundlage bilden, und die junge Compagnie wird die Infrastruktur des HAMBURG BALLETT nutzen.

Frau Prof. Barbara Kisseler, neu im Amt der Hamburger Kultursenatorin, bedankte sich bei allen Vorgängern und freut sich, dass sie es ist, die deren „Bemühenszusagen“ nun in die Tat umsetzen kann. „Für das neu zu gründende Bundesjugendballett gibt es keinen besseren Standort als Hamburg. Das Bundesjugendballett, das den Übergang von Tänzerinnen und Tänzern aus der Ausbildung in den Profi-Bereich erleichtern soll, ergänzt die bestehenden Hamburger Einrichtungen ideal. (…) Hamburg wird damit als Tanzmetropole weiter gestärkt. Die Kulturbehörde bezuschusst die notwendigen Investitionen mit 50.000 Euro. (…)“ Diese Summe fließt in die Umbauten, die im Ballettzentrum Hamburg vonnöten sind, damit die neue Compagnie dort einen Standort bekommen kann.

Das Bundesjugendballett wird vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien Berlin als Pilotprojekt mit 710.000 Euro pro Jahr zunächst auf vier Jahre gefördert.

John Neumeier gab anlässlich der Gründung das folgende Statement ab: „Das Bundesjugendballett ist für mich nicht nur ein wichtiges Bindeglied zwischen der Tanzausbildung und dem Berufsleben in einer Compagnie. Mit ihrem eigenen Repertoire, das Gefühl, Bewusstsein und Ideen der jungen Generation kreativ spiegelt, scheint mir das Jugendballett ideal für die Vermittlung zwischen Jugendkultur, Hochkultur und Bevölkerung. Und es hat einen wichtigen sozialen Aspekt, der eine positive Wirkung nach außen bringen wird. Es ist an der Zeit, dass wir auch in Deutschland solch ein Bundesjugendballett haben. Wir können damit auch in diesem Land an die Erfolge anderer Juniorcompagnien anknüpfen und den Tanz als Kunstform in der Gesellschaft weiter festigen.“

Im benachbarten Ausland, den Niederlanden, gibt es seit vielen Jahren neben dem weltberühmten Nederlands Dans Theater das NDT II, eine vergleichbare Junior-Compagnie. Und die gewinnt neue Publikumsschichten und jüngere Zuschauer. Auch das erhofft man sich von diesem Neustart in Hamburg. Die Pressemitteilung formuliert es wie folgt: „Ziel des Jugendballetts ist es, neue künstlerische Kontakte zu knüpfen und die gesellschaftliche Relevanz des Tanzes zu verdeutlichen – gerade auch bei jungen Zuschauern.“

[Dagmar Ellen Fischer]

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„Junge Choreografen“ im Deutschen Schauspielhaus

Die Idee ist nicht neu, aber immer noch gut: Vor einigen Jahren gab es für Tänzer des HAMBURG BALLETT die Möglichkeit, eigene Choreografien zu zeigen, auf das Jahr 1974 geht die erste Initiative dieser Art von John Neumeier zurück. Nun wurde diese Idee wieder aufgenommen: „Junge Choreografen“ präsentierten ihre Werke am 9. und 10. April im Deutschen Schauspielhaus. Zehn Tänzer des HAMBURG BALLETT erarbeiteten neben ihrem ohnehin anstrengenden Alltag eine eigene Kreation. Unterschiedlich und spannend waren ihre Gestaltungen.

Die Namensliste der „Jungen Choreografen“ in alphabetischer Reihenfolge lautet: Thiago Bordin, Orkan Dann, Aleix Martinez Juan, Yuka Oishi, Lennart Radtke, Edvin Revazov, Yohan Stegli, Miljana Vračarić, Kiran West und Mariana Zanotto.

Bemerkenswert und voller Komik war die Choreografie von Yohan Stegli: Er kreierte eine Variante von Peter Pans abenteuerlichen Geschichten, die von einer Gruppe Gehörloser sowie seinen Kollegen vom HAMBURG BALLETT getanzt wurde; Alexandre Trush verwandelte sich in die fantastische grüne Peter-Pan-Figur. Yuka Oishi präsentierte ein eigenwilliges Tanzritual, Thiago Bordin schuf einen aufregenden Pas de deux für Joëlle Boulogne und Carsten Jung. Familiengeschichten, die in Richtung Tanztheater gingen, waren ebenso zu sehen wie Samba-Schritte und eher abstrakte Stimmungsbilder. Einige der hier gezeigten Werke sollen ins Repertoire des HAMBURG BALLETT übernommen werden, andere könnten das Programm des Bundesjugendballetts bereichern.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Kurznachrichten

Die Ballettdirektion bittet, Folgendes mitzuteilen: Auf Anfrage der Kulturbehörde Hamburg beim HAMBURG BALLETT wird es eine Benefizvorstellung zugunsten von Japan geben, am Montag, dem 6. Juni 2011 um 19:30 Uhr in der Hamburgischen Staatsoper mit dem Programm „Dances at a Gathering" und „Seven Haiku of the Moon".

Das ALVIN AILEY AMERICAN DANCE THEATRE bespielt während der Sommerpause die Hamburgische Staatsoper. Für sechs Tage kommt die international bekannte Compagnie vom 23. bis 28. August nach Hamburg. Das Programm sieht folgende Werke vor: „Love Stories“ von Judith Jamison, „Takademe“ vom Künstlerischen Direktor Robert Battle, „The Hunt“, ebenfalls von Robert Battle, sowie „Revelations“ von Alvin Ailey. Robert Battle übernahm erst kürzlich die Leitung der Compagnie und folgt damit Judith Jamison, die ihrerseits die Nachfolge von Alvin Ailey übernahm. Karten unter der Tel. 01805-2001.

Der 29. April ist der Welttag des Tanzes, an diesem Tag kam 1729 Jean George Noverre zur Welt. 2011 lautet die offizielle Botschaft des CID zum World Dance Day: „For the greater part of the history of mankind, dance took place outdoors. People would gather in forest glades, village squares, churchyards, or on threshing floors, to enjoy dancing for hours. Nowadays, dance mostly takes place in ballrooms, clubs, theatres, school halls, studios and discotheques. This year we propose making a step back towards nature by celebrating World Dance Day in open spaces: streets, squares, parks, stadiums, beaches, parking lots, clearings – anywhere under the sky. The urge to dance is a natural impulse; dancers worship nature in their way, connecting with the universe and feeling its juices flow into them. All through the year we teach dance, we rehearse, we perform within four walls. On this special day dedicated to dance, let us mark the difference by practising, teaching or performing for everyone to see. It might be cold and rainy, the floor is certainly not good enough, and the wind takes the music away, but the beauty in those movements and the joy on those faces will brighten the hearts of the spontaneous audience of passers-by.” Prof. Alkis Raftis, President of the International Dance Council, UNESCO, Paris.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Letzte Aktualisierung: 31.07.11, [ddd]