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Gekürzte Fassung des Rundschreibens vom Juli 2011

Themenübersicht


Liebe Ballettfreunde,

was haben wir für ein Glück mit dieser einmaligen Ballett-Compagnie; vierzehn Tage lang ein Höhepunkt nach dem anderen! Die Tänzer in Bestform, Freude, Jubel sowie auch Wehmut lagen in dieser Zeit nah beisammen. Der Weggang von Joëlle Boulogne bedeutet einen großen Verlust für das Ensemble wie auch für uns Ballettfreunde. Noch einmal hatte sie die Gelegenheit ihr ganzes Können zu zeigen. So manchem von uns sind bestimmt beim Pas de deux aus der „Kameliendame“ die Tränen gekommen – so überzeugend war ihre Darstellung der Marguerite. Wo gibt es solch‘ ein Finale mit Konfetti, Blumen und nicht enden wollendem Jubel nach einer Gala von über fünf Stunden. Jetzt haben wir alle die Sommerpause verdient und behalten die wundervollen Eindrücke der vergangenen Tage im Herzen.

Aber das Leben geht weiter. Die Planungen für den Herbst und Winter laufen auf Hochtouren. Alles Nähere erfahren Sie auf den nächsten Seiten dieses Rundschreibens.

Die Informationen über die geplante Salzburg-Reise im Januar 2012 erhalten Sie mit dem ersten Rundschreiben nach der Sommerpause.

Gerade komme ich aus dem Ballettzentrum und habe die Probe für eine Aufführung der Schüler für das Theater von Puttbus sehen dürfen. Immer wieder bin ich beeindruckt von der Leistung dieser jungen Menschen, die Sie ja alle auch auf der Gala erleben konnten. Daher meine Bitte, wie jedes Jahr, öffnen Sie Herz und Portemonnaie für das Erika-Milee-Stipendium, um weiterhin zu helfen, diesen Standard aufrecht zu erhalten.

Ich bedanke mich schon jetzt im Namen des Vorstands und wünsche Ihnen allen einen erholsamen, sonnigen Sommer und verbleibe bis zum Herbst

mit sehr herzlichen Grüßen

Ihre Marjetta Schmitz-Esser

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Reise: „Fantasia" in Dortmund und Ballettabend in Duisburg

Unsere nächste Ballettreise geht vom 12.-14.11.11 nach Dortmund und Duisburg.

Dortmund

Am 12. November 2011 sehen wir die Premiere von „Fantasia“ in Dortmund. Der Ballettdirektor Xin Peng Wang ist Chinese, er ist auch der Choreograf von „Fantasia“. Das ist für uns sicherlich besonders interessant, da wir uns während der Ballett-Tage in diesem Jahr mit chinesischen Tänzern und chinesischer Choreografie beschäftigt haben. In Dortmund hat unsere ehemalige Stipendiatin, Jelena-Ana Stupar, ihr zweites Engagement, nachdem sie vorher in Schwerin tanzte. Dort hatten wir sie in „Romeo und Julia“ gesehen. Wir werden auch mit ihr persönlich zusammentreffen nach der Vorstellung auf der Premierenfeier, zu der wir auch eingeladen sind. Jelena freut sich sehr auf uns Hamburger.

Duisburg

Nachfolgend das Programm des dreiteiligen Ballettabends in Duisburg.

Eine halbe Stunde vor der Vorstellung gibt es eine Einführung dazu.

[Marjetta Schmitz-Esser]

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Reise: Tagesfahrt nach Berlin

Gala „Malakhov & Friends“: Spielzeiteröffnung des Staatsballetts Berlin, Tagesfahrt am 28.09.11

Die positive Resonanz auf die Tagesfahrt nach Berlin im April dieses Jahres war Anlass, erneut einen Kurztrip in die Hauptstadt anzubieten. Traditionell eröffnet das Staatsballett Berlin mit „Malakhov & Friends“, einer Gala, die in diesem Jahr am 28. September um 19:30 Uhr in der Deutschen Oper stattfindet. Wie (bei der Nijinsky-Gala) in Hamburg, so steht auch in Berlin das Programm erst kurz zuvor endgültig fest, daher hier und heute die Informationen aus Berlin, soweit bisher bekannt: „Einmal im Jahr macht die Compagnie des Staatsballetts Berlin ihrem Publikum – und auch sich selbst – ein besonderes Geschenk. Zu Beginn der Saison wird mit einer BALLETT-GALA der Auftakt der neuen Spielzeit gefeiert, es werden choreografische Meisterwerke, Raritäten der Ballettgeschichte oder ganz neue, zeitgenössische Stücke aufgeführt. Das Besondere dieser Veranstaltung ist immer das Programm: Mit Überraschungen darf gerechnet werden. Vladimir Malakhov hat für fast alle Ersten Solisten des Staatsballetts einen abwechslungsreichen Abend zusammengestellt, dessen Höhepunkt sicherlich von seiner eigenen Choreografie zu Giuseppe Verdis 'Die vier Jahreszeiten' gebildet wird. Dieses Divertissement stammt aus Malakhovs Ballett‚ Verdi: 'Ein Maskenball', das in Wien uraufgeführt wurde. Es wird nun, hochkarätig mit Solisten und Corps de ballet besetzt, zum ersten Mal auch in Deutschland zu erleben sein. Das Staatsballett Berlin zeigt sich von seiner stilvollsten Seite.“ Unter der musikalischen Leitung von Robert Reimer spielt das Orchester der Deutschen Oper Berlin. Wer uns am Nachmittag in Berlin begrüßen wird, steht heute noch nicht fest.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Reise: Tagesfahrt nach Kiel

„Der Nussknacker“ von Yaroslav Ivanenko, Premiere im Opernhaus Kiel, Tagesfahrt am 08.10.11

Einige Ballettfreunde haben Heather Jurgensen und ihren Mann Yaroslav Ivanenko anlässlich des Kafka-Projektes in den Hamburger Kammerspielen zuletzt gesehen. Doch zu diesem Zeitpunkt wohnten sie bereits in Kiel – die erste Spielzeit des Balletts unter ihrer Leitung wollte gut vorbereitet sein. Mit einem Klassiker startet das neue Team dort, „Der Nussknacker“ steht als erste Premiere auf dem Programm: „Auf zauberhafte Weise bringt Peter Tschaikowsky die Märchenwelt des Nussknackers zum Klingen und macht das innere Erleben Maries hörbar: die Überlagerung der von Tschaikowsky ironisch komponierten Erwachsenenwelt mit den (vermeintlich) kindlichen Träumen und Sehnsüchten“, so die Ankündigung. Ich bin mit dem neuen Pressesprecher Dr. Olaf Roth, den ich aus Hamburg kenne, in Kontakt und habe den Wunsch der Ballettfreunde Hamburg vermitteln können, einen der beiden beliebten ehemaligen Tänzer des HAMBURG BALLETT vor der Aufführung zu treffen, um Glückwünsche anlässlich des beruflichen Neustarts zu überbringen.

[Dagmar Ellen Fischer]

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37. Hamburger Ballett-Tage 2011

„Purgatorio“

Am Ende bringt sie ihm eine Tasse Tee. Die schlichte Geste wirkt fast verloren, so wie sich auch die beiden Partner beinahe verloren hätten: Es war vielleicht keine Ehehölle, die sich Alma und Gustav Mahler gegenseitig bereiteten, ein Fegefeuer aber haben sie gemeinsam durchlitten: „Purgatorio“, die Uraufführung von John Neumeiers jüngstem Ballett, eröffnete am 26. Juni die 37. Hamburger Ballett-Tage – und wurde begeistert aufgenommen.

John Neumeier kennt Gustav Mahler. Die Werke des 1911 verstorbenen Komponisten inspirierten den Choreografen über Jahrzehnte hinweg. Mehr noch, ein neues Genre, das Sinfonische Ballett, entstand in der Symbiose von Musik und Tanz durch Gustav Mahler und John Neumeier. Doch nie zuvor hat sich der Ballettintendant dem Musiker als Menschen so angenähert wie jetzt. Zugrunde legt er Mahlers unvollendete Zehnte Sinfonie, von Deryck Cooke jedoch auf eine Art vervollständigt, die nie „unmahlerisch“ klingt. An diesem Werk arbeitete Mahler 1910, während er die vermutlich schlimmste Krise seines Lebens bewältigen musste: Seine 19 Jahre jüngere Frau Alma hatte sich in den Architekten Walter Gropius verliebt und war dabei, ihn zu verlassen. Plötzlich erkannte Mahler, dass er ihre Anwesenheit als selbstverständlich hingenommen hatte, sie mitunter über seine Arbeit als Komponist und Dirigent vergaß. Dieser Verzweiflung gab er in der Zehnten Sinfonie Ausdruck. Und dieser Musik verleiht John Neumeier nun eine tänzerische Gestalt, die für das Publikum klar zu erkennen ist.

Lloyd Riggins ist Gustav Mahler. Der Erste Solist verwandelt sich vollkommen in die zentrale Figur, komponiert und kämpft, liebt und leidet. Ihm zur Seite tanzt Hélène Bouchet die Rolle der Alma, sie weiß die verschiedenen Seiten der starken und verletzlichen Frau sehr nuanciert darzustellen. Thiago Bordin verkörpert Walter Gropius mit Ungestüm und sinnlicher Präsenz – und innerhalb dieses Dreiecks zeichnet John Neumeier jede der drei Beziehungslinien mit unterschiedlichen Farben. In jene zwischen Alma und Gustav mischt sich vehement der Creator Spiritus ein, von Alexandre Riabko vital interpretiert. Dieser kreative Geist verbindet und trennt die Ehepartner gleichermaßen, denn Mahler stellte seiner zukünftigen, musikalisch begabten Frau kurz vor der Heirat ein Ultimatum: Das Komponieren solle sie lassen, ansonsten müsse die Hochzeit ausfallen. Dieser verstummten Stimme gibt John Neumeier im ersten Teil des Abends Raum, neun Lieder von Alma Schindler untermalen ihre sehnsüchtige Sicht auf die Welt. In Teil zwei folgt die Zehnte Sinfonie mit ihren fünf Sätzen Gustav Mahlers emotionalem Zustand. Nach heftigen Gefühlen und großen Gesten ist die einfache und direkte Zuwendung der Partner zum Abschluss besonders berührend.

[Dagmar Fischer]

"Nijinsky-Gala" am 10. Juli 2011

Für das gute Gelingen der „Monster-Show“ – wie John Neumeier die Nijinsky-Gala nannte – bedankte sich der Hamburger Ballettintendant sehr herzlich bei allen, die nicht im Rampenlicht stehen, ohne die es indes gar keine Gala gäbe: Bei den Technikern, Bühnenarbeitern und Mitarbeitern der Oper. Fünfeinhalb Stunden dauerte der festliche Abend zum Abschluss der Ballett-Tage und der Saison 2011, in der Tat eine Schau der Superlative.

„Chopin, Mahler und…“ lautete der Titel des Programms, er nimmt Bezug auf zwei Komponisten, die 2011 Jubiläen begehen konnten und die in Neumeiers Œvre bedeutende Rollen spielen. Zu „Des Knaben Wunderhorn“ von Mahler tanzten Erste Solisten mit jungen Tänzern, die soeben erfolgreich die Ballettschule des HAMBURG BALLETT absolviert haben; in „Les Sylphides“, auch „Chopiniana“ genannt, glänzten Anna Polikarpova, Anna Laudere und Edvin Revazov, die Einstudierung des Klassikers aus dem Jahr 1909 hatte Irina Jacobsen übernommen.

„Wir werden jetzt etwas ‚UND‘ erleben“, leitete John Neumeier jene Anteile ein, die zu Musik anderer Komponisten getanzt wurden – die Offenheit im Titel hatte er sich bewusst vorbehalten, um auch bei kurzfristigen Änderungen keine falschen Hoffnungen geweckt zu haben. Adolphe Adams Auftragswerk „Giselle“ gehörte dazu, die Titelrolle interpretierte die international renommierte Ballerina Alina Cojocaru, über die in der New York Times zu lesen war, sie sei eine „Giselle von Natur“; zusammen mit ihrem Partner Johan Kobborg, mit dem sie beim ROYAL BALLET in London engagiert ist, strahlte sie auch ohne „die ganze Wili-Bande“, wie der Hausherr den Beitrag launig ankündigte. Ebenfalls unter dieses „UND“ fiel ein Pas de deux der beiden Solisten des NATIONAL BALLET OF CHINA: Zu rund 2000 Jahre alter Musik namens „Guangling“ zeigten Wang Qimin und ihr Partner Li Jun, der auch als Choreograf verantwortlich zeichnete, den akrobatischen Paartanz „Take My Breath Away“, der erst im April 2011 in Peking uraufgeführt worden war – „Nijinsky würde sich freuen, dass wir hier etwas ganz Neues zeigen“, moderierte John Neumeier den ungewöhnlichen Beitrag an. Und dann kam Melancholisches: Der Bühnenabschied der Ersten Solistin Joëlle Boulogne. Ein letztes Mal tanzte sie den sogenannten weißen Pas de deux aus dem zweiten Akt von John Neumeiers „Kameliendame“. Tanzpartner Lloyd Riggins, Carsten Jung, Thiago Bordin, Alexandre Riabko und andere verabschiedeten sie mit einer Blume und einer herzlichen Umarmung.

Nach der ersten Pause stand „The Concert“ auf dem Programm, „das vielleicht komischste Ballett des 20. Jahrhunderts“, wie Neumeier das Meisterstück von Jerome Robbins einleitete; mit einem grandiosen Ivan Urban als fremdflirtendem Ehemann, der sein Talent zur Komik im Tanz ungehemmt und zur großen Freude des Publikums auslebte. Den dritten Teil des Abends teilten sich akustisch wieder Chopin und Mahler mit Ausschnitten aus „Nocturnes“ und „Die Kameliendame“ – mit Yuan Yuan Tan als Marguerite, die in der nächsten Spielzeit zum HAMBURG BALLETT wechseln wird – sowie solchen aus der Vierten und Siebten Sinfonie. Den Schlusspunkt setzte „Adagietto“ und das „Rondo-Finale“ aus der Fünften Mahler-Sinfonie – mit einem neuen Blick auf John Neumeiers Werk: Alle Beteiligten trugen ein Kostüm des Abends, so entstand ein buntes und fröhliches Bild zum Abschluss, das nur vom Konfettiregen überboten wurde.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Kurznachrichten

John Neumeiers Junior-Compagnie nimmt Gestalt an: Acht Tänzer des zukünftigen Bundesjugendballetts sind unter Vertrag genommen, Yohan Stegli wird die Truppe als Ballettmeister betreuen, Lukas Onken steht als Organisatorischer Leiter fest, und der erste Auftritt ist Anfang 2012 geplant.

Auch beim diesjährigen Internationalen Sommerfestival auf Kampnagel ist Tanz dabei: Pina Bauschs „Kontakthof“ mit Jugendlichen ab 14 Jahren am 11., 12. und 13.8. um 20 Uhr; „Musée de la Danse“ von Boris Charmatz am 23./24.8. um 20 Uhr; die Akram Khan Company mit „Vertical Road“ am 27./28.8. um 20 Uhr.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Weitere aktuelle Veranstaltungshinweise

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Letzte Aktualisierung: 09.10.11, [ddd]