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Gekürzte Fassung des Rundschreibens vom Juli 2013

Themenübersicht


Liebe Ballettfreunde,

wo gibt es das in der Welt, drei Wochen Ballett-Tage und jeden Abend ein anderes Programm? Wir Freunde des Tanzes wurden belohnt mit tänzerischen Hochleistungen und erlebten einen Höhepunkt nach dem anderen. Besonders anrührend war die Anwesenheit von 170 ehemaligen Tänzern und Tänzerinnen, Choreografen, Ballett-Direktoren und ehemaligen Mitarbeitern, für die es eine Sonderaufführung von „Shakespeare Dances“ gab und an der wir teilnehmen durften. Es war sehr berührend, mit vielen von ihnen über frühere Zeiten zu sprechen und zu sehen, was aus ihnen jetzt geworden ist.

Durch zwei Gastspiele aus München und Monte Carlo lernten wir auch andere Choreografien von Jérôme Robbins, Jiri Kyliàn und Jean-Christophe Maillot kennen. Darüber wird Frau Fischer in diesem Rundschreiben ausführlich berichten.

Hochstimmung und Standing Ovations gab es in der Staatsoper am Abend der traditionellen Nijinsky-Gala. Der Jubel um John Neumeier und seine Compagnie wollten kein Ende nehmen, und im Inneren wünschte sich jeder von uns, dass dieser Traum nicht zu Ende gehen möge.

So träumen wir uns in die Sommerferien, beglückt von so viel Schönheit.

Aber vergessen wir nicht die Realität. Darum bitten wir Sie, wie jedes Jahr, Ihren Geldbeutel großzügig zu öffnen, um für die Ausbildung des tänzerischen Nachwuchses zu spenden, um damit zu garantieren, dass uns weiterhin solche Erlebnisse wie bisher beschieden werden.

Für uns im Vorstand geht die Planung weiter. Unsere nächste Reise im Herbst führt uns nicht, wie angekündigt, nach Karlsruhe, da es dort für unseren geplanten Zeitpunkt keine Vorstellung gibt.

So ist der Plan entstanden, einen anderen Teil Europas kennen zu lernen. Wir werden vom Donnerstag, den 10. Oktober bis Montag, dem 14. Oktober 2013 in die Slowakei nach Bratislava fahren. Dort gibt es eine große Ballett-Gala und am nächsten Tag eine moderne Aufführung. Die Details zu den Vorstellungen werden wir rechtzeitig bekannt geben. Da Bratislava ganz nahe bei Wien liegt, wird der Flug nach Wien gehen und von dort per Bahn in 50 Minuten weiter nach Bratislava, das auch an der Donau liegt. Wir würden uns freuen, wenn auch Sie einen Blick in eine andere Welt werfen wollen, da die Stadt sehr viel an Baudenkmälern, einem wunderschönen Theater etc. zu bieten hat. Wir hoffen auf Ihre Neugier und Interesse Ihrerseits.

Mit den herzlichsten Wünschen für einen nicht verregneten erholsamen Sommer verbleibe ich

Ihre Marjetta Schmitz-Esser

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Ballett-Reise nach Bratislava

Liebe Ballettfreunde,

wir haben uns entschlossen im Oktober eine Reise nach Bratislava zu unternehmen und sind seit einigen Wochen mit der Planung dieser Reise beschäftigt. Der schwierigste Part hierbei ist das Transportmittel. Leider ist es uns nicht mehr möglich bei den Airlines ein Kontingent mit einem Angebotspreis über mehrere Wochen zu halten, da die Flüge innerhalb kürzester Zeit fest abgenommen und auch sofort bezahlt werden müssen. Wir aber zurzeit der Ausschreibung nie sicher sein können, wie viele Teilnehmer sich melden und ob die Reise überhaupt zustande kommt. Das bedeutet, dass wir die endgültige Flugbuchung immer erst vornehmen können, wenn die genaue Teilnehmerzahl feststeht und das dann zu den „tagesaktuellen Preisen“ die von dem ursprünglichen Angebot abweichen können.

Das ist auch der Grund, warum wir Ihnen immer nur circa-Preise nennen können!

Generell zu Gruppenreisen möchte ich folgendes anmerken:

Wie Sie vielleicht selbst schon feststellen konnten, sind die Preise der sog. „Billigflieger“ kräftig gestiegen. Hinzu kommt, dass die billigen Flüge, die im Internet bzw. in der Medienwerbung nur jeweils Tagespreise und die Kapazitäten hierfür begrenzt bzw. zu fast „unmenschlichen Zeiten“ (ganz früh am Morgen oder spätabends) sind. Diese „Eckpreise“ sind nur für Einzelpersonen und oft nur über Internet buchbar. Gruppen müssen immer extra angefragt werden und die Preise sind sowohl im Bahn- als auch im Flugbereich fast nie identisch. Das erschwert in der heutigen Zeit generell die Planung von Gruppenreisen und erzeugt immer wieder Diskussionen über die Preisgestaltung.

Dennoch sollte man bedenken, dass Reisen – eingebettet in eine Gruppe – auch ein ganz besonderes Erlebnis sind. Ich glaube, dass sich die Teilnehmer unserer sorgfältig vorbereiteten Ballettreisen aus der Vergangenheit, gerne an die gemeinsame Zeit und die gemeinsam erlebten Eindrücke erinnern. Das ist auch der Grund, dass unser Vorstand keine Mühen scheut, für Sie weitere interessante Ballettreisen zusammenzustellen und anzubieten. Wir legen größte Sorgfalt in die Auswahl solcher Reisen – oft gespickt – mit außergewöhnlichem Ambiente und hoffen, dass diese Arbeit durch Ihre Teilnahme Anerkennung findet.

Wir planen die Flüge mit der Air Berlin wie folgt:

Leistungen:

Preis im DZ ab ca. € 795,00 *
Preis im EZ ab ca. € 895,00 *

Diese Reise kann nur als Gruppenteilnehmer gebucht werden.

Mindestteilnehmerzahl: 25 Personen
Höchstteilnehmerzahl: 30 Personen

Wegen der Stornofristen für die Flüge bzw. für die Ballettkarten benötigen wir Ihre umgehende Anmeldung – spätestens bis 20.07.2013. Die Teilnahme geht nach Eingang der Anmeldung. Wir möchten noch mal ausdrücklich darauf hinweisen, dass es nicht gewährleistet ist, dass bis zum Anmeldeschluss Plätze vorhanden sind.

WK-Reisen – Welt-Kultur-Reisen GmbH Hamburg – Würzburg Ulrike Jessenberger
Reissgarten 4 – 97288 Theilheim/Würzburg
Telefon: 09303/984780 – Telefax: 09303/984781
Email: info@wkreisen.de Internet: www.wkreisen.de

[Ulrike Jessenberger, WK-Reisen]

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Die 200. Ballett-Werkstatt

In der legendären Jubiläumsspielzeit gab es auch eine jubilierende Ballett-Werkstatt: die 200.! Addiert ergeben zweihundert Werkstätten eine Zeitspanne von 17 Tagen und Nächten, an denen John Neumeier moderierend auf der Bühne stand – resümiert der Moderator selbst. Am 5. Mai sprach er über seine Ballette, die von Shakespare-Stoffen inspiriert wurden, in insgesamt neun Werken setzte sich der Choreograf damit auseinander.

Im Elisabethanischen Zeitalter waren Shakespeare-Schauspieler auch Tänzer und Akrobaten, und mitten im Drama lautete eine Regieanweisung nicht selten „sie tanzen“. Im Epilog zu „Henry IV.“ heißt es „meine Zunge ist müde, wenn meine Beine es auch sind…“ – zitiert John Neumeier wie zum Beweis der permanenten Präsenz des Tänzerischen in den Shakespeare-Dramen. So war auch die Eröffnung der diesjährigen 39. Hamburger Ballett-Tage motiviert, die unter dem Titel „Shakespeare Dances“ drei Neumeier-Werke in Kurzversionen zu einem Abend zusammen fasst, Untertitel: „Die ganze Welt ist Bühne“.

Bekanntermaßen durften ausschließlich Männer auf die Bühnenbretter, unter diesem Aspekt bekommen die Verkleidungen in Frauen- und stückimmanent wieder zurück in Männerrollen eine zusätzliche Ebene, wie zum Beispiel in „Wie es euch gefällt“. Auch in „Othello“ fällt ein Satz wie „ich bin nicht, was ich bin“, gesprochen von Widersacher Jago. Diese darstellerische Wandlungsfähigkeit erwartet John Neumeier auch von seinen Tänzern, so musste seinerzeit Gigi Hyatt als Desdemona größtmögliche Fragilität zeigen, um kurz danach als grobe Schäferin Audrey zu überzeugen. Verkleiden und verstellen, mehr Schein als Sein, das dominiert auch in „VIVALDI oder Was ihr wollt“; hier ist es die Figur des Clowns, die im bunten Outfit erst Auskunft über das Innenleben gibt. „Hamlet“ als Herzstück des dreiteiligen Abends nimmt eine Sonderstellung ein: John Neumeier widmete sich dem Stoff mehrfach, seit der ersten Fassung mit Michail Baryschnikow entstanden noch drei weitere. Es ist immer wieder eine vom jeweiligen Stück abhängige, einmalige Herausforderung, sich von der literarischen Vorlage zu lösen und sie in Tanz zu verwandeln.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Senatsempfang zum 40. Jubiläum des HAMBURG BALLETT

Kurz vor dem Start der Ballett-Tage, am 7. Juni 2013, lud die Kulturbehörde zu einem Senatsempfang in den Großen Saal des Hamburger Rathauses, um das Jubiläum „40 Jahre John Neumeier in Hamburg“ zu feiern. Die Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler sprach das eröffnende Grußwort, darin zitierte sie aus Dr. Ralf Stabels Buch „Rote Schuhe für den Sterbenden Schwan“, aus dem „ballettwunder in Hamburg“ überschriebenen Kapitel: „John Neumeier hat in seiner Arbeit in Hamburg ein schier unglaubliches Oevre geschaffen. Er ist fraglos die herausragende choreografische Persönlichkeit Deutschlands“. Und in ihren eigenen Worten: „Sie, lieber John Neumeier, haben Hamburg überhaupt erst zu einer so tanzbegeisterten Stadt gemacht, die heute von sich sagen kann, eine große Ballettmetropole zu sein.“ Ein anderer Satz der Senatorin lässt hoffen, dass die längst überfälligen Verhandlungen zwischen der Kulturbehörde und John Neumeier umgehend in eine Vertragsverlängerung münden, damit die Zukunft des HAMBURG BALLETT ab dem Jahr 2015 geklärt ist.

Anschließend wurden Glückwünsche per Film übermittelt, projiziert auf eine Leinwand und somit für alle Anwesenden gut sichtbar: Gratulationen von Ersten Solisten, Ensemble-Mitgliedern, Ballettschülern, den Tänzern des Bundesjugendballetts, langjährigen Freunden und Wegbegleitern. Danach sprach Heather Jurgensen – ehemalige Erste Solistin des HAMBURG BALLETT, inzwischen Stellvertretende Ballettdirektorin und Erste Ballettmeisterin beim BALLETT KIEL – sehr persönlich aus der Perspektive einer, die „irgendwann wegging und daher die Geschichte von beiden Seiten betrachten kann“; 18 Jahre tanzte sie in Hamburg, hier erlebte sie die „Matthäus-Passion“ als Initiation für jedes neue Ensemble-Mitglied seit der Uraufführung 1980. Neben den aktuellen Tänzern waren zahlreiche Ehemalige aus aller Welt angereist, „John wollte es so. Er hat uns eingeladen und wollte, dass wir noch einmal zusammen kommen. Es ist kein Zufall, dass wir dieses Wochenende zusammen verbringen.“

Ebenfalls seit 18 Jahren gehört Lloyd Rigggins zur Compagnie, er sprach in Englisch, denn seine Gefühle seien „tiefer als seine Deutschkenntnisse“: „I always love our first performance back in Hamburg after a tour away in another country. The applause is just That-Much-Louder, and That-Much-Longer to remind us that we are home. That we are in our city. And that we belong to them!“ Und aus seiner individuellen Erfahrung als Tänzer und (inzwischen) Ballettmeister mit dem Choreografen John Neumeier: „You made me find my artist, and through that I found myself.“

Anschließend wurde die verbale Würdigung erneut von eindrucksvollen Bildern unterbrochen: In einer Collage aus Foto- und Filmsequenzen wurde Rückschau gehalten auf 40 Jahre HAMBURG BALLETT mit John Neumeier.

Schließlich ging John Neumeier selbst ans Rednerpult – und überraschte das zahlreiche Auditorium mit einer unkonventionellen Geste: Seine Blätter mit der vorbereiteten Festrede warf er lässig in die Luft, kommentierte seinen Impuls mit „das ist alles viel zu lang“ und sprach stattdessen bewegende und bewegte Worte in persönlicher Retrospektive auf vier Jahrzehnte in Hamburg.

An den offiziellen Teil schloss sich das informelle Treffen des Empfangs an, bei dem die geladenen Gäste die einmalige Gelegenheit zum Wiedersehen ausgiebig nutzten.

[Dagmar Ellen Fischer]

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39. Hamburger Ballett-Tage 2013

2013 hätte das Tanzfestival gut und gerne auch Ballett-Wochen heißen können – es waren drei Wochen getanzte Sensationen. Natürlich war die Eröffnung im Jubiläumsjahr mehr als nur die Summe dreier gekürzter, bekannter Choreografien – es wurde annähernd eine neue Kreation. Schon das stimmungsvolle Anfangsbild nahm gefangen und transportierte den Geist einer vergangenen Epoche.

„Eingedampft“ habe er seine Werke, so nannte John Neumeier die Zusammenführung der „Shakespeare Dances“: Die Essenz von „Wie es euch gefällt“ aus dem Jahr 1985, die Kernszenen aus „Hamlet“ (Premiere der Hamburger Fassung war 1997) sowie eine komprimierte Fassung von „VIVALDI oder Was ihr wollt“, das 1996 uraufgeführt wurde, emulgieren zu einem fantastischen Kaleidoskop. Wenn John Neumeier Shakespeare-Dramen gestaltend in die Hand nimmt, wird aus den altenglischen Theaterstücken berührendes Ballett – verständlich für jeden; niemand muss Shakespeare-Kenner sein, denn die Gefühle der Figuren vermitteln sich leichtfüßig. Zusätzlich gab es einen tanzenden roten Faden: Der Erste Solist Carsten Jung leitete souverän von einer Szene zur nächsten, mal mit Worten, meist mit Körpersprache. Im ersten Teil lebte zu Mozarts Musik die spielerisch-erotische Atmosphäre des 18. Jahrhunderts auf; danach folgt die Tragödie des Dänenprinzen mit einem hervorragenden Edvin Revazov als Hamlet; der Abend endet zu Musik von Vivaldi erneut mit einem Liebesreigen, der sich erst nach und nach entwirrt.

Nach dreieinhalb Stunden sprangen die Zuschauer in der Premiere wie auf ein Stichwort geschlossen auf und bedankten sich mit 15 Minuten Standing Ovations bei dem Choreografen und seinem Ensemble.

Das Gastspiel des BAYERISCHEN STAATSBALLETTs zeigte zwei sehr unterschiedliche Werke, die „Goldberg-Variationen“ in der Choreografie von Jérome Robbins und „Gods and Dogs“, Jiří Kyliáns Choreografie zu Musik von Ludwig van Beethoven und Dirk Haubrich; beide Werke gehören seit vergangener Spielzeit zum Repertoire der Compagnie aus München. Das Ensemble unter Ivan Liskas Leitung präsentierte sich von einer fantastischen Seite: Im ersten Teil des Abends wurden die Tänzer zum durchlässigen Medium, das Robbins‘ choreografische Ebene einer formalen Umsetzung der genialen Bach’schen Musik differenziert vermittelte; die zweite Hälfte des Abends verlangte ihnen dagegen Hochemotionales ab, in der tänzerischen Handschrift von Jiří Kylián, der auch für die musikalische Konzeption und die Bühne verantwortlich zeichnet.

Die „Gala für Klavier, Stimme und Tanz“ lieferte die zweite Premiere der diesjährigen Ballett-Tage, denn der vierteilige Abend zeigte als finalen Höhepunkt „Um Mitternacht“, ein neues Werk von John Neumeier, das im Mai dieses Jahres in Essen uraufgeführt worden war.

Die „Kinderszenen“ eröffneten den Abend, eine zwar thematisch verspielte, ansonsten sehr reife und erwachsene Darbietung mit einem überirdisch spielenden Pianisten: Christoph Eschenbach initiierte und begleitete mit Robert Schumanns gleichnamigem Opus 15 das tänzerische Tun des HAMBURG BALLETT.

In den „Petruschka-Variationen“ glänzten vier Tänzer des Bundesjugendballetts, ergänzt um zwei Absolventen der Ballettschule des HAMBURG BALLETT; zusammen bildeten sie drei Paare in gelben, orangefarbenen und roten Kostümen (ebenfalls von John Neumeier), die sich mal staunend wie Kinder, aber auch souverän wie Partner auf Augenhöhe begegneten.

Für „Vaslaw“ kehrte Christoph Eschenbach an den Flügel auf der Bühne zurück und spielte Bach: John Neumeier verwendete für sein 1979 uraufgeführtes Werk Musikstücke, die Vaslaw Nijinsky für ein Ballett ausgewählt hatte, das jedoch nie realisiert wurde. Alexandre Riabko verleiht dem legendären Tänzer und Choreografen zeitweise Gestalt – der Erste Solist ist während der diesjährigen Ballett-Tage einmal mehr in ungeahnte Höhen über sich hinaus gewachsen.

„Um Mitternacht“ nennt John Neumeier seine jüngste Kreation, die nach der erneuten Beschäftigung mit den Rückert-Liedern von Gustav Mahler entstand. „Manchmal, wenn ich nicht schlafen kann…“, kommen Gedanken, entstehen Dinge – so hatte der Choreograf in einer schon länger zurückliegenden Ballett-Werkstatt seinem Publikum von kreativer Schlaflosigkeit erzählt. Darin erinnert auch „Um Mitternacht“ mit seiner Dunkelheit und den schemenhaften Gestalten, die bei Licht betrachtet durchaus vertraut wirken.

Da schon während der Ballett-Wochen Rekorde aufgestellt und gebrochen wurden, konnte die „Nijinsky-Gala“ schlecht nachstehen: Sechs Stunden dauerte der kurzweilige Abend zum Finale der Jubiläumsspielzeit. Im doppelten Sinn kam hier das Beste zum Schluss: Bevor der sechste Satz der „Dritten Sinfonie von Gustav Mahler“ getanzt wurde, enterten schwarz gekleidete Menschen die Bühne – elf als „Vorläufer“ benannte ehemalige Tänzer nahmen jene Positionen ein, die sie in diesem Werk einst hatten. Das Erkennen auf Seiten des Publikums, das tiefe Berührt-Sein vom Wiedersehen mit Laura Cazzaniga, Catherine Dumont, Gigi Hyatt, Marianne Kruuse, Niurka Moredo, Persephone Samaropoulo, Victor Hughes, Eduardo Bertini, Richard Gibbs, Kevin Haigen und Janusz Mazon war geradezu mit Händen zu greifen. Hélène Bouchet und Carsten Jung beendeten die großartige Gala mit „Was mir die Liebe erzählt“. Die Ersten Solisten, das gesamte Ensemble, aber eben auch die Schatten der Vergangenheit bauen konstant an einer tragfähigen Brücke in die Zukunft. Die wird beispielsweise verkörpert von Emilie Mazon, Tochter von Janusz Mazon und Gigi Hyatt: In der Gala tanzte sie in einer Szene des „Nussknacker“. Dabei mischte sich die Freude der Marie, von Günther in die Welt der Erwachsenen eingeführt zu werden, mit der Begeisterung der jungen Tänzerin, auf dieser Bühne in jener Rolle zu debütieren.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Kurznachrichten

Das Bundesjugendballett verabschiedete sich mit zu Herzen gehenden Geschenken: „Simple Gifts“ überreichte die Junior-Compagnie nach zwei gemeinsamen Jahren im erfolgreichen Pilotprojekt. „It’s a gift to be simple, it’s a gift to be free…“ erinnert der Sänger in Aaron Coplands Komposition an das Wesentliche – im Tanz wie im Leben. John Neumeiers Kreation zum amerikanischen Lied emulgiert mit ihm. Sie bildet das Finale von insgesamt neun Werken, die als „Lieder und Tänzer inspiriert von Folk Songs“ seit 2013 zum Repertoire des Bundesjugendballetts gehören. Das bilden ab nächster Spielzeit die Japanerin Madoka Sugai, Jemina Bowring aus Südafrika, die US-Amerikanerin Sara Coffield, Yaiza Coll aus Spanien, der Deutsche Nicolas Gläsmann, Yehor Hordiyenko aus der Ukraine, Luca-Andrea Tessarini aus der Schweiz und Hélias Tur-Dorvault aus Frankreich.

Die berühmteste Liebesgeschichte der Welt nimmt kein Ende: „Roméo et Juliette“ zeigen sich auf der Bühne der Kampnagelfabrik vom 29.8. bis 22.9. in einer Choreografie von Adrienne Canterna. Die Amerikanerin gestaltete schon die erfolgreiche Show „Rock the Ballet.

In der Sommerpause bevölkern „Die Schöne und das Biest“ ab 31. Juli die Hamburgische Staatsoper, begleitet von einer sprechenden Kaffeekanne, einer Uhr auf zwei Beinen und einem lebendigen Kerzenständer – so drei der originellen Rollen im Musical.

Das Thalia Theater präsentiert ab 17.7. „Swan Lake Reloaded“, die Schwanensee-Variante des finnischen Choreografen Fredrik Rydman zwischen Klassiker-Relikten und Streetdance.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Letzte Aktualisierung: 06.10.13, [ddd]