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Gekürzte Fassung des Rundschreibens vom Oktober 2015

Themenübersicht


Liebe Ballettfreunde,

Nach einem langen, schönen Sommer, den Sie wohl alle hoffentlich genossen haben, melden wir uns zurück. Wir waren derweil fleißig und haben am Programm für die Saison gearbeitet. Für November und Dezember haben wir viel vor. Da jede Veranstaltung zu einer anderen Uhrzeit beginnen wird, hier vorweg schon einmal die Bitte, die Übersicht auf der letzten Seite dieses Rundschreibens genau zu beachten, wo die Anfangszeiten einzeln aufgeführt sind.

Im November stellt uns im Ballettzentrum Lukas Onken die künstlerische Arbeit des Bundesjugendballetts an praktischen Beispielen zusammen mit Tänzern vor. Er ist der organisatorische Leiter des Balletts und wird sich zu Fragen, die ich habe, in einem Gespräch äußern. Wie Sie alle wissen, hatten wir in der letzten Mitgliederversammlung beschlossen, dem Bundesjugendballett eine Förderung zukommen zu lassen. So wird es Sie interessieren zu erfahren, wie das Geld verwendet werden wird. Wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen.

Am Samstag, 21. November 2015, fahren wir mit dem Bus nach Berlin zum Friedrichstadt-Palast zur Vorstellung von „The WYLD. Nicht von dieser Welt“, eine Hommage an Berlin. Die Fahrt findet viel Zuspruch, 45 Mitglieder haben sich angemeldet.

Ebenfalls im November werde ich im Ballettzentrum ein Gespräch mit dem uns schon bekannten Dirigenten Simon Hewett führen. Hier geht es in erster Linie um die Neukreation von John Neumeier über die berühmte italienische Schauspielerin Eleonora Duse.

Und im Dezember sind wir wieder in die Staatsoper eingeladen zur Hauptprobe von „Duse“, Neumeiers neuestem Ballett.

Ebenfalls im Dezember haben wir wie jedes Jahr unseren Nikolaus im Ballettzentrum. Für unsere neuen Mitglieder folgende Mitteilung: Im Treppenhaus des Ballettzentrums steht ein großer Tannenbaum, unter dem unsere Mitglieder kleine Geschenke für die Ballettschüler hinterlegen. Die Gaben werden von der Internatsleitung redlich an alle verteilt. Immer erfreuen wir uns an der kleinen Vorstellung, die uns die Schüler und Schülerinnen der Schule aus Anlass dieser Feier darbieten.

Mittwoch, 9. Dezember 2015, haben wir unseren alljährlichen Punschabend bei Vorlesen und weihnachtlichem Gebäck. Damit werden wir dann unser Vereinsjahr beschließen.

Wichtig für Sie zu wissen: Unsere Geschäftsstelle in der Gurlittstraße müssen wir wegen Kündigung zum Ende des laufenden Jahres aufgeben. Für unsere Vereinsabende haben wir eine gute Lösung gefunden. Sie alle kennen das Haus des CVJM, von uns um die Ecke an der Alster. Dort mieten wir einen Raum, in dem unsere Mittwochabende stattfinden können. So haben wir die Möglichkeit, in der gleichen Gegend zu bleiben.

Im Namen des Vorstands grüße ich Sie alle sehr herzlich und freue mich auf ein Wiedersehen in der Vorweihnachtszeit.

Ihre Marjetta Schmitz-Esser

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Spenden für Stipendiaten

Wie jedes Jahr, bitten wir um Ihre Spende zum Erika-Milee-Stipendium. Durch Ihre Einzahlung ermöglichen Sie begabten, aber weniger bemittelten Schülern und Schülerinnen, dass sie sich die Ausbildung an der Ballettschule in Hamburg leisten können. Jede, auch die kleinste Spende, ist willkommen. Schon jetzt bedanken wir uns für Ihre Großzügigkeit.

Es wird Sie interessieren, wo unsere letztjährigen Stipendiaten nach bestandener Abschlussprüfung ihr erstes Engagement antreten konnten:

Hier noch einmal unser Spendenkonto: Ballettfreunde Hamburg e.V., Postbank Hamburg, IBAN DE80 2001 0020 0002 7592 04, BIC PBNKDEFF, Verwendungszweck: Spende für das Erika-Milee-Stipendium.

[Marjetta Schmitz-Esser]

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Bericht über die Reise nach Venedig

Am 14. Juli 2015 ging es mit 36 Mitgliedern per Flugzeug nach Venedig. Bei Bilderbuchwetter präsentierte sich die Bucht mit der Lagune, und wir landeten am Flughafen Marco Polo. Taxiboote, die Frau Jessenberger bestellt hatte, brachten uns nahe an unser Hotel Belle Arti im Stadtviertel Dorsoduro. Welch’ eine großartige Idee! Auf diese Weise lässt sich die noch heute wohl denkbar eindrucksvollste Annäherung an diese wunderbare, einzigartige Stadt erleben. Von der Anlegestelle Accademia sind es nur noch fünf Minuten bis zum Hotel, die zu Fuß zurückgelegt werden mussten, denn hier gibt es keine Autos, und man merkt sofort: Hier in der Serenissima kommt es auf gute Füße an.

Außergewöhnlich war hier die enorme Hitze. Zum Glück gab es im Hotel Klimaanlage und Garten. Da in Venedig alles anders ist als anderswo, ließ sich ein Abendessen mit der gesamten Gruppe nicht organisieren; so teilten wir uns auf, sodass jeder von uns auf seine Weise den Ankunftsabend erlebt haben wird. Am ersten Morgen holte uns Vera ab, die Führerin für die nächsten Tage. Sie machte uns erst einmal bekannt mit den Örtlichkeiten, mit den Wegen und überhaupt dem Stadtviertel Dorsoduro. Die Orientierung in den zahllosen, meist sehr engen Gassen ist nicht einfach, doch als Kennerin von Venedig brachte sie es fertig, uns den komplizierten Weg zum Teatro della Fenice zu zeigen, denn dort wollten wir ja am nächsten Abend hin, zur Premiere von „Dritte Sinfonie von Gustav Mahler“.

Für den Vormittag dieses Tages war eine Tour (natürlich auch wieder zu Fuß) durch die Gärten Venedigs vorgesehen. Da aber die Hitze so groß war, hat Vera umdisponiert und uns einige andere Gärten gezeigt, solche, die im Schatten lagen, darunter auch den ihrer Freundin. Kühler wurde es in einem „hortus conclusus“, dem Atelier ihres Mannes, das er in einer Lagerhalle aus dem 15. Jahrhundert eingerichtet hat. Auf diese Weise haben alle den Vormittag gut überstanden. Und was trinkt man danach in Venedig, um auf den Füßen zu bleiben? Natürlich einen Spritz.

Voller Vorfreude auf die Aufführung traf man sich am Abend im Foyer des Teatro della Fenice. Zur Überraschung aller war auch mein Sohn Romedio mit seiner Frau Claudia anwesend, um die Gruppe aus Hamburg zu begrüßen. Sie leben in Venedig, weil er dort Direktor des Deutschen Studieninstituts ist. Das Institut befindet sich im Palazzo Barbarigo della Terrazza und besitzt, wie schon der Name sagt, eine Terrasse. Sie ist die größte und prominenteste am Canal Grande. Nun teilte er uns Ballettfreunden mit, dass sie am nächsten Nachmittag dorthin eingeladen sind zu einem Empfang mit Besichtigung des Palazzo. Ferner, dass bei der Gelegenheit mein Gespräch mit John Neumeier und der Ersten Solistin des Hamburg Ballett, Silvia Azzoni stattfinden soll.

Die Dritte Sinfonie von Gustav Mahler, die wir ja in vielen Besetzungen kennen, hat uns wieder tief berührt. Das zu sehen in diesem wundervollen Theater ist ein unvergessliches Erlebnis. Die 6.000 Euro, mit denen unser Verein dieses dreitägige Gastspiel gefördert hat, konnten wir also wie ein Geschenk an uns selbst empfinden. Einige unserer Mitglieder haben alle drei Vorstellungen besucht.

Am letzten Vormittag hat Vera unsere Gruppe zum Herzen Venedigs geführt, dem Dogenpalast und dem Markusdom. Ich war privat eingeladen zur Besichtigung der Fondazione Cini. Dort befindet sich die von der Universität Venedig betreute große Theatersammlung, unter anderem auch die größte Hinterlassenschaft der berühmten italienischen Schauspielerin Eleonora Duse. Für mich war der Besuch der Ausstellung über die Duse wichtig, weil ich am Nachmittag im Gespräch mit John Neumeier schon Fragen stellen wollte zu seiner geplanten Ballettkreation zu Eleonora Duse. Die Premiere ist für den Dezember geplant.

Venedig hat einen Zauber wie keine andere Stadt. Wenn es auch manchmal schwer war, sich zurechtzufinden, so haben es aber letztlich doch alle gemeistert und jeder hat für sich seine eigenen, unvergesslichen Eindrücke mitnehmen können.

[Marjetta Schmitz-Esser]

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Bericht über den Empfang im Palazzo Barbarigo della Terrazza

Was für eine Überraschung!

Wir waren eingeladen zum „Intervista con John Neumeier e Silvia Azzoni, - parlano con Marjetta Schmitz-Esser, Presidente della Verein Ballettfreunde Hamburg e.V.“ im Palazzo Barbarigo della Terrazza, dem Sitz des Deutschen Studieninstituts. So war es zu lesen auf großen Plakaten in ganz Venedig.

Frau Jessenberger hatte für uns Wassertaxis bestellt. So gelangten wir nach Ende der Stadtführung vom Hotel auf schnellstem Wege ohne große Umstände direkt vor den Palast, wo wir vom Direktor des Instituts, dem Sohn von Frau Schmitz-Esser, wegen der drückenden Hitze erst einmal mit Mineralwasser empfangen wurden. Bei der außergewöhnlichen Hitze war es eine herrliche Erfrischung, die dankbar angenommen wurde. Man muss nämlich wissen: Es war zwei Uhr nachmittags.

Mit Fächern uns Kühlung verschaffend, warteten wir mit Spannung auf John Neumeier und Silvia Azzoni, die trotz Vorstellung am Abend bereit waren, für uns und die italienischen Freunde des Instituts das Interview zu geben.

Dr. Romedio Schmitz-Esser begrüßte uns und die anderen italienischen Gäste. Ein früherer Tänzer aus Hamburg, Jacopo Munari, übersetzte je nach Bedarf das Gespräch ins Italienische und umgekehrt. So ging keine Silbe verloren. John Neumeier erzählte, dass sie schon vor 40 Jahren dieses Ballett in Venedig auf dem Markusplatz aufgeführt hätten. In diesem Jubiläumsjahr fand die Aufführung im prächtigen Teatro La Fenice statt. Silvia Azzoni berichtete auch von ihren Tanz-Aktivitäten an verschiedenen Orten in Italien; an Ferien oder Freizeit sei für sie nicht zu denken. Frau Schmitz-Esser führte das Gespräch mit großem Einfühlungsvermögen, aber nicht alle Fragen konnten gestellt werden, eine Stunde ist leider immer viel zu kurz.

Im Anschluss informierte uns Herr Dr. Schmitz-Esser über die spannende Geschichte des Palastes. Mit Witz und Charme beantwortete er viele Fragen zu Geschichte und täglichem Leben in der Stadt, was alle mit Interesse aufnahmen. Danach waren wir zu einem Imbiss mit köstlichen italienischen Leckereien eingeladen. Dazu gab es Kaffee oder Wein, gerne auch beides. Da konnte keiner widerstehen. Es war ein wunderschöner Nachmittag auf der größten Terrasse in Venedig, wo für gewöhnlich keine Besucher hinkommen.

Von hier aus konnten wir hinüber schauen zu der kleinen Terrasse, auf der sich Commissario Brunetti mit seiner Familie zum Essen trifft. Fast alle kennen entweder die Bücher oder die Fernsehfilme von Donna Leon, die wir übrigens höchstpersönlich tags zuvor im Foyer des Theaters gesehen hatten. Schaut man nach links und rechts und hinüber über den Canal Grande, sieht man den Verkehr mit den vielen Gondeln und den Linienschiffen, die die Menschen und jede Art von Waren von A nach B bringen. Es war ein geschäftiges Treiben, wie in Hamburg auf der Mönckebergstraße, nur eben ohne Busse, Autos oder Fahrräder.

Auf dem Weg zurück zum Hotel schauten wir in die kleinen Geschäfte mit venezianischen Masken, Holzschnitzereien, Murano-Glas und natürlich Schuhen, Taschen und Mode. Bei einem eisgekühlten Glas Spritz, dem erfrischenden, in Venedig sehr beliebten Getränk, sei es mit Weißwein oder Campari mit Soda, ließen wir diesen besonderen Tag in kleinen Gruppen ausklingen.

[Renate Dreher]

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Weltpremiere Filmfassung „Weihnachtsoratorium I-VI“

Die Filmfassung feiert ihre Weltpremiere auf einer Großleinwand in der Hamburgischen Staatsoper am Montag, dem 16. November 2015, um 19 Uhr.

John Neumeier wird anwesend sein und das Publikum mit den beteiligten Partnern auf der Bühne begrüßen. Darüber hinaus steht er nach der Vorführung für eine Signierstunde zur Verfügung, bei der die neu erschienene DVD bzw. Blu-ray erworben werden kann.

Eintrittskarten sind zum Preis von 10 Euro erhältlich über den Kartenservice der Hamburgischen Staatsoper.

[Renate Dreher]

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Wiederaufnahme „A Cinderella Story“

In der ersten Ballett-Werkstatt der aktuellen Spielzeit begann John Neumeier seine Moderation mit einer Entschuldigung: Das Publikum möge den banalen Titel verzeihen, der auf dem Faltblatt zur Matinee „The Return of Cinderella“ ankündigt — er sei zwischen zwei Proben nach einem Vorschlag gefragt worden, mit den Gedanken noch im Ballettsaal…

Den Titel seines Balletts hingegen habe er sich seinerzeit gut überlebt: Er wecke nicht nur Erwartungen an etwas Märchenhaftes, sondern suggeriere im Englischen auch eine Story, die es wert sei, erzählt zu werden. Die magischen Momente habe er aus der Natur entlehnt: Ein Baum, der im Laufe des Abends mitwächst und in dem Vögel wohnen, die Cinderella zu jenem Ball tragen, der ihr Leben verändern wird.

Von den beiden literarischen Vorlagen gibt der Choreograf der Grimm’schen Fassung den Vorzug gegenüber jener von Perrault, da sie ihm menschlicher und daher glaubwürdiger erscheint. Am 23. März 1992 stand John Neumeier im Ballettsaal und begann mit der Choreografie — und die allerersten Schritte, die damals entstanden, skizzierten ein Mädchen, das sich nicht bescheiden in sein Schicksal fügt, sondern ein sicheres Gespür für Recht und Unrecht hat. Cinderellas Vater brauche nach dem Tod seiner Gattin „die Wärme der neuen, nicht ganz warmen Frau,“ deutet Neumeier; „doch ist er labil und beschützt seine Tochter nicht genug!“

Anna Laudere, die am selben Abend des 27. September erstmals die Titelrolle tanzen wird, beginnt mit dem ersten Solo der Cinderella, die kurz nach dem Tod der Mutter sehr verletzlich ist: Der Kopf ist zweifelnd geneigt, und sie öffnet ihre Arme vorsichtig; einerseits sehnsuchtsvoll, doch eben auch skeptisch. Ihre Ferse hebt sich in einem instabilen Stand mehrfach nervös — wo suche ich Halt und Hilfe, erläutert der Choreograf den Gehalt dieser kleinen Bewegung. Ein Bein, das hinderlich vor ihrem Körper pendelt, erzählt von der verqueren Gefühlslage Cinderellas: „Sie sind Menschen“, so John Neumeier zum Publikum, „und deshalb können Sie aufgrund eigener Körpererfahrung die Bewegung lesen!“ Um sie zu finden, versetzt sich der Kreierende in die emotionale Situation der jeweiligen Figur und beginnt zu improvisieren; in diesem Fall eine Kombination aus einem „warmen, runden Gefühl“ einerseits und dem deutlichen Alarmsignal andererseits, das Cinderella zu erhöhter Wachsamkeit aufruft. Denn da kommt sie auch schon, die lauernde Gefahr in Gestalt der neuen Stiefmutter und von zwei „schönen Schwestern“, die sich in Cinderellas Leben drängen.

„Diese beiden sind viel mehr daran interessiert, dass ihre Füße gestreckt sind als an etwas, das sie ausdrücken möchten“ — überträgt der Choreograf die Charaktere in eine tanztechnisch schlüssige Form. Und zur Verdeutlichung zieht er ein Bild aus Shakespeares Werk heran: Auch Cordelia, König Lears jüngste Tochter, weigert sich (im Gegensatz zu ihren beiden eitlen Schwestern), die Liebe zum Vater in große Worte zu fassen, weil es unnötig ist. Beide Frauenfiguren sind Außenseiter.

So sieht John Neumeier auch den Prinzen: Als heiratsunwilligen Adelsspross, den die Suche nach „idealer Schönheit“ weit mehr interessiert als die Suche nach einer potenziellen Braut. Im Ballett wird er zum Maler, der Cinderella auf der Beerdigung ihrer Mutter skizziert — und später statt mit einem verlorenen Schuh unter dem Arm, mit eben diesem Skizzenblock auf Reisen geht. Auch hier wird die andere Sicht des Choreografen deutlich: Nicht um Cinderella zu finden, macht sich der Prinz auf den Weg, sondern um sie zu vergessen. Doch ein kleiner grüner Zweig vom erwähnten Baum spricht zu ihm: „Finde mich!“ scheint Cinderella trotz Abwesenheit zu sagen.

Erst spät führt Prokofjew den Prinzen musikalisch ein, bedauert John Neumeier; zu spät, aus seiner Perspektive. Und weil die männliche Hauptfigur mit keinem eigenen musikalischen Porträt vorgestellt wird, griff der Choreograf auf eine ältere Komposition Prokofjews mit dem Titel „Herbstlich“ zurück, die eine entsprechende Stimmung verbreitet.

Erst Jahre später finden die beiden zueinander, aber es wäre „banal, wenn sie sich nach dieser Zeit sehen, umarmen und alles wäre wunderbar…“ Zwar pflückt der Prinz sie aus dem Baum, doch als selbstbewusste Frau „will Cinderella nicht nur genommen werden, sondern auch nehmen.“ Also zieht sie sich zurück, bevor sie sich mit dem Prinzen auf einen spielerischen Tanz einlässt, der an die besten unbeschwerten Momente mit ihrem Vater erinnert.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Kurznachrichten

Die Inamori Foundation verleiht John Neumeier den Kyoto Preis 2015. Die jährlich vergebene Auszeichnung gilt neben dem Nobelpreis als eine der höchsten internationalen Auszeichnungen für Verdienste in Wissenschaft und Kultur. John Neumeier wird in der Kategorie „Arts and Philosophy“ für sein Lebenswerk sowie seine Verdienste um den Tanz ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 10. November 2015 im japanischen Kyoto statt. Jeder Preisträger erhält eine Urkunde, eine goldene Medaille und ein Preisgeld von 50 Millionen Yen, umgerechnet rund 360.000 Euro. Frühere Preisträger aus dem Bereich Tanz sind Pina Pausch (2007) und Maurice Béjart (1999). Zu den Preisträgern seit der ersten Preisvergabe 1985 gehören berühmte Persönlichkeiten wie Olivier Messiaen (1985), Noam Chomsky (1988), Jürgen Habermas (2004) und Pierre Boulez (2009).

Im Rahmen des „Greatest Hits Festivals“ auf Kampnagel zeigt das Bundesjugendballett gemeinsam mit den Musikern des Ensemble Resonanz am 21. und 22. November Natalia Horecnas Choreografie „Claude Vivier — Enlightened Child“. Der Abend ist inspiriert vom Leben und Werk des kanadischen Komponisten Claude Vivier und führt dessen Kompositionen „Wo bist du Licht!“, „Bouchara“ und „Zipangu“ live auf. Kampnagel, Jarrestraße 20, 20 Uhr, Karten 12/19/28 Euro, Tel. 27 09 49 49.

Die Choreografin Dada Masilo gilt als Shootingstar der südafrikanischen Tanzszene. Ihre Neuinterpretation von „Schwanensee“ war 2014 in Hamburg zu sehen. Nun gastiert sie mit „Carmen“ und bringt das klassisch-europäische Thema mit südafrikanischem Tanz, Flamenco Rhythmen und Ballett auf die Bühne — ein facettenreicher, humorvoller, aber kein oberflächlicher Abend, der ein rasantes Tempo vorlegt. 16.-19.12., 20 UHr, Kampnagel, Jarrestraße 20, Karten 8/12/24/32 Euro, Tel. 27 09 49 49.

Und ein weiterer Klassiker kommt erneut nach Hamburg: „Swanlake Reloaded“ heißt die etwas andere Sicht des schwedischen Choreografen Fredrik Rydman auf das vielleicht bekannteste Ballett der Welt. In seiner Geschichte sind die Schwäne verlorene Mädchen aus dem Rotlicht-Milieu, der böse Zauberer ein Zuhälter. Geblieben ist die unsterbliche Musik Tschaikowskys, wenn auch mitunter verfremdet nach dem Motto Tschaikowsky trifft Streetdance“. Die bunte und schräge Interpretation kommt ins neue Theater, das tagsüber von Obst und Gemüse des Hamburger Großmarkts umgeben ist. 9.-14.2.16, 20 Uhr, Sa/So auch 15 Uhr, Mehr!Theater, Banksstr. 28, Karten 32,90-62,90 Euro, Tel. 47 11 06 33.

Die Hamburger Fotografin Anja Beutler hat John Neumeiers Werke in Momentaufnahmen festgehalten. Fotos zu Balletten von „Illusionen — wie Schwanensee“ bis „Tatjana“ sind ab 14.Oktober 2015 in einer Ausstellung im "Haus der Hamburger Volksbühne — inkultur" zu sehen. Öffnungszeiten bis 15. Januar 2016: Mo-Mi 9 bis 16 Uhr, Do 9 bis 18 Uhr, Fr 9 bis 14 Uhr, Graumannsweg 31.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Letzte Aktualisierung: 04.02.16, [ddd]