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Gekürzte Fassung des Rundschreibens vom März 2016

Themenübersicht


Liebe Ballettfreunde,

nun, zu Frühlingsbeginn, melden wir uns wieder.

Ich selbst komme gerade aus Essen zurück, wo ich an der Verleihung des Deutschen Tanzpreises im Aalto-Theater teilgenommen habe. Es war ein langer, sehr abwechslungsreicher Abend, über den Dagmar Ellen Fischer in diesem Rundschreiben ausführlich berichten wird. An dieser Stelle möchte ich schon einmal die hervorragende Choreografie „Der Tod und das Mädchen“ (Musik Franz Schubert) von Ralf Dörnen erwähnen. Es ist schön zu sehen, wie unser ehemaliger Tänzer des HAMBURG BALLETT als Ballettdirektor der Theater Greifswald und Stralsund mit seinen Aufgaben gewachsen ist. Darauf können wir Hamburger stolz sein!

Unser Verein trägt durch seine zahlreichen Spenden zur Ausbildung des Nachwuchses bei. Darüber freuen wir uns besonders und möchten auf diesem Wege allen von Herzen für ihr Engagement danken. Bleiben Sie bitte weiter dran, auch in diesen schwierigen Zeiten! Der Dank an uns ist die Freude, die uns die Tänzer und Tänzerinnen mit ihrer Kunst bereiten.

Am 30. Mai 2016 findet unsere Mitgliederversammlung im Schröder-Saal des CVJM statt. Bei dieser Mitgliederversammlung steht auch die Neuwahl des Vorstands auf der Tagesordnung, deswegen bitten wir um zahlreiches Erscheinen.

Die jetzigen Vorstandsmitglieder und die beiden Kassenprüferinnen stellen sich zur Wiederwahl in ihren jetzigen Funktionen.

Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Ihnen in Hamburg und verbleibe bis dahin mit herzlichen Grüßen

Ihre Marjetta Schmitz-Esser

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„Ein kleiner Prinz“ mit dem Bundesjugendballett im Lichthof Theater

Das Lichthof Theater war restlos ausverkauft und platzte aus allen Nähten. Auch den Raum auf der überschaubaren Bühne teilten die elf Darsteller und sieben Musiker umsichtig unter sich auf. Und dennoch war dort genug Platz für die Bruchlandung, mit der Antoine de Saint- Exupérys berühmte Geschichte „Der kleine Prinz“ beginnt: Flankiert von benachbart schwebenden Wolken, stürzt ein Flugzeug sehr langsam ab, wenig später fliegen Tragflächen ebenfalls in Zeitlupe (von Tänzern getragen) nach außen – eine wunderbare Idee als Prolog, die den einstündigen Abend einleitete.

Der trägt bewusst den Titel „Ein kleiner Prinz“, um sich vom literarischen Vorbild zu unterscheiden. Denn die Geschichte wird nicht nacherzählt, stattdessen werden die markanten Stationen und Begegnungen atmosphärisch nachempfunden. Als Prinz entert der Hamburger Schüler Julius Winkelsträter mit suchendem, unschuldigem Blick die Bühne; er ist ein Siebzehnjähriger mit Down-Syndrom, der schon einmal mit dem Bundesjugendballett gemeinsam auftrat. Johan Stegli, Ballettmeister des Bundesjugendballetts, tanzt den Piloten und übernimmt gleichzeitig die Rolle eines Partners für den kleinen Prinzen: An dem erfahrenen Tänzer kann sich der Junge orientieren, imitiert dessen Bewegungen und weiß immer jemanden an seiner Seite.

Das Bundesjugendballett kann 2016 sein fünfjähriges Bestehen feiern. Wäre das Ensemble ein Garten, dann könnten inzwischen eine ganze Reihe von Früchten geerntet werden, denn viele Choreografen haben seit der Gründung mit der jungen Truppe gearbeitet. Dieses Garten-Bild greift BJB-Mitglied Pascal Schmidt auf, wenn er von einem „Fruchtsalat“ als Choreografie für den kleinen Prinzen spricht: Tänzerische Motive aus Werken wie „In The Blue Garden“ von John Neumeier, „Dressed Up In Tissue Paper“ von Natalia Horecna, „Linen Braids“ von Zhang Disha und „Infinite Identities: Loss of Control“ von Joseph Toonga werden mit frischen, speziell für den Abend entstandenen Choreografien von Kevin Haigen, der ehemaligen Hamburg Ballett-Solistin Yuka Oishi und Pascal Schmidt zu einem neuen Ganzen zusammen gefügt.

Die einzelnen getanzten Szenen tragen Titel wie „Die Rose“, „Der Flug“ oder „Die Demut“ und assoziieren tänzerisch die Stimmungen der weltbekannten Novelle, die 1943 erschien; der Journalist, Schriftsteller und Berufspilot Saint-Exupéry verarbeitete darin einerseits eine Notlandung, die er selbst Jahre zuvor in der afrikanischen Wüste erlebt hatte und glücklicherweise überstand, andererseits übt die gleichnishafte Geschichte auch Kritik an der Welt der Erwachsenen, die sich viel zu sehr von Äußerlichkeiten leiten lassen.

Musikalisch wird der Abend live begleitet von Musikern der „Lucerne Festival Alumni“ und des „Podium Festival Esslingen“; sie spielen aus Werken von Max Reger und Maurice Ravel, von dem (zu Unrecht) in Vergessenheit geratenen Wolfgang Erich Korngold und des Zwölfton-Komponisten Anton Webern, von Leos Janacek und Edward Elgar. Aus dem Off gesprochene Zitate aus Saint-Exupérys Text wirken zusätzlich wie ein Emulgator: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Neben diesen beiden Sätzen, die sich als Zitat verselbständigt haben, verfehlen auch weniger populäre Aussagen ihre Wirkung nicht: „Wie wenig Lärm machen die wirklichen Wunder! Wie einfach sind die wesentlichen Ereignisse.“

Ähnliches gilt auch für das Bundesjugendballett: Mit einfachen Mitteln verwandelt sich eine Tänzerin in eine Schlange oder eine kleine Gruppe von Tänzern in einen verzweigten, grün-braunen Baum mit roten Äpfeln – und die werden von Prinz und Pilot gepflückt.

Auf die beiden Previews in Hamburg folgt die offizielle Uraufführung am 20. März 2016 in Luzern. Das Hamburger Publikum spendete reichlich Applaus für das Projekt, in dem die drei Ziele des Bundesjugendballetts zeitgleich verwirklicht werden: Den tänzerischen Nachwuchs stilistisch möglichst vielseitig zu fordern, die Arbeit mit Live-Musik und das soziale Engagement.

[Dagmar Ellen Fischer]

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„Werkstatt der Kreativität VII“ im Ernst Deutsch Theater

Schon zum siebten Mal zeigten zukünftige Tänzer ihr kreatives Potenzial: Vom 29. Februar bis 2. März sowie vom 4. bis 6. März gastierte die „Werkstatt der Kreativität“ im Ernst Deutsch Theater, wie immer mit zwei unterschiedlichen Programmen an den drei genannten Abenden, an denen jeweils zehn kurze Choreografien gezeigt wurden. Die kleinen Werke spiegeln die Persönlichkeiten der Mädchen und Jungen aus den Theaterklassen der Ballettschule des HAMBURG BALLETT, von denen die meisten als diesjährige Absolventen mit Beginn der nächsten Spielzeit ihr erstes Engagement antreten werden.

Léa Mercurol beschäftigt sich in „Self Tensions“ zu Astor Piazzollas Musik mit Spannungen zwischen den Menschen; Borja Bermudez stellt in „Hold On“ die fast philosophische Frage, was denn nach der Hoffnung kommt, wenn diese immer das letzte sei, das man verliert. Der Mittelpunkt in Veronica Salas „Stimmen verstummen (or Silent Voices)“ ist eine kraftvolle Frauenfigur; und Pietro Pelleri stellt in „Enevitabile“ (Unvermeidlich) fest, dass Verantwortung etwas ist, „dem sich jeder stellen muss, wenn er erwachsen wird.“

Oliver Cooper lässt jene Geschichte tänzerisch Gestalt annehmen, die im Text des von ihm ausgewählten Songs erzählt wird, und der beginnt fröhlich mit „There’s a girl in the house by the lake in the parc...“ und nennt sie „Young at Heart“. In „Perpetuum“ geht es Simone Dalè um eine Fantasie nach dem Tod, er lässt zwei Paare aufeinander treffen, ein irdisches und ein unirdisches und fügt der Musik gesprochene Worte hinzu. Artem Prokopchuk erzeugt in „Write Your Destiny“ eine fast spirituelle Atmosphäre, die nicht zuletzt durch die sehr emotional wirkende Musik das Publikum stark berührt. Hinter dem neutralen Titel „Prague“ verbirgt sich Landon Harris’ Auseinandersetzung mit dem Krieg als einem Phänomen, das Menschen traumatisiert. „Bist Du wirklich hier?“ fragt Ziyue Liu in ihrer Choreografie, die mit wenigen Requisiten und einer persönlichen Bewegungssprache die Zuschauer gefangen nimmt.

Wie auch in den vergangenen Jahren, entstanden die individuellen kurzen Werke im Rahmen des Unterrichtsfachs „Tanzkomposition“ bei Stacey Denham; die Absolventen choreografieren nicht nur, sondern sind auch für die Lichtregie ihrer Stücke sowie für die Kostüme verantwortlich.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Gastspiel „Sun“ der Hofesh Shechter Company in Hamburg

„Ihr werdet uns niemals kriegen!“ Eine markige Stimme donnert aus dem Off, noch bevor der erste Schritt getanzt wird. Die akustische Drohung kriegt das Publikum während des 70-minütigen Tanzabends noch mehrfach zu hören. Der hat dem Titel zum Trotz wenig Sonniges, dafür geht das jüngste Werk des grandiosen Choreografen Hofesh Shechter beim Kampnagel-Gastspiel tief unter die Haut.

Erst am Ende wird klar: Verbal polterten hier potenzielle Terroristen. Sie geben sich als mordende und vergewaltigende Kraft zu erkennen, die unerkannt mitten unter uns lebt und gezielt Chaos verbreiten will.

Diese Konfrontation zwischen Zivilisation und plötzlich ausbrechender Gewalt spielt sich hoch differenziert auch in jedem einzelnen Körper der zwölf Tänzer (sieben Frauen, fünf Männer) ab. Angeführt von einem Zeremonienmeister – der später zum Sklaventreiber mutiert – wird die Gruppe zwischen explosiver Wildheit und gestalteten Formationen hin und her geschüttelt. Die Musik macht Ähnliches durch: In Richard Wagners wohlgeordnete Klangfolgen grätschen ungezähmte Beats und Ohren betäubend lautes Schlagwerk. Mit Abbildungen von Schafen, die ein Wolf bedroht, und von Menschen, die von ihresgleichen attackiert werden, wird die Intention des anglo-israelischen Choreografen deutlich: Wir brauchen keine natürlichen Feinde, wir bringen uns gegenseitig um. Höhnisch macht sich die markante Stimme vom Anfang darüber lustig, dass die zivilisierte Welt noch über Menschenrechte diskutiert, während das „Missbrauchen und Schlachten“ weitergeht. Eines der seltenen Beispiele, wie das Reflektieren aktueller gesellschaftlicher Verhältnisse im Tanz möglich wird.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Benefiz-Ballett-Werkstatt am 10. Januar 2016

Welch’ beeindruckende Zahl: Zur 212. (!) Ballett-Werkstatt lud John Neumeier zu Jahresbeginn in die Staatsoper! Die Matinee stand unter dem Motto „Mein Weg zu Eleonora Duse“. John Neumeier beschrieb seine persönliche Annäherung an die italienische Schauspiel-Ikone: Vom Erstkontakt mit ihrer bahnbrechenden Bühnenkunst während seines Studiums in den USA bis zur wenige Jahre zurück liegenden Begegnung mit Weltstar Alessandra Ferri, die am 6. Dezember 2015 die Titelrolle im Ballett „Duse“ tanzte und nun sogar noch einmal in der Werkstatt auftrat. Nicht biografische Fakten, sondern die Essenz einer Situation wolle er darstellen, so Neumeier. Beispiel: Die stürmische Beziehung Duses zum eitlen Schriftsteller Gabriele D’Annunzio mit seinen exzentrischen sexuellen Vorlieben komprimiert er in einer Szene, in der permanentes Ungleichgewicht zwischen den Partnern herrscht. Das Publikum erfährt auch, dass die ausgefallenen Kostüme in der Commedia dell’arte-Szene von den Tanzenden mit gestaltet wurden. Und noch eine beachtliche Zahl: Für diese Ballett-Werkstatt zahlten die Besucher den doppelten Eintrittspreis, in der Benefiz-Veranstaltung wurden 27.000 Euro durch Kartenverkauf eingenommen, die Hamburg Leuchtfeuer zugute kommen.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Deutscher Tanzpreis 2016

In diesem Jahr wurden in Essen sechs Persönlichkeiten ausgezeichnet, die sich um den Tanz verdient gemacht haben – so viele wie nie zuvor.

Der Anerkennungspreis würdigte drei Ärztinnen, die Pionierarbeit auf dem Gebiet der Tanzmedizin leisteten: Dr. med. Elisabeth Exner-Grave, Dr. med. Liane Simmel, PD Dr. Dr. med. Eileen M. Wanke. Die drei Damen bedankten sich mit einem humorvollen, eigens für die Gala im Essener Aalto Opernhaus choreografierten Sketch, der mit Sprache und Tanz Rückschau auf ihre Arbeit hielt.

Mit dem Tanzpreis >ZUKUNFT< in der Kategorie „Choreografie“ wurde Andrey Kaydanovskiy geehrt, Halbsolist beim Wiener Staatsballett, der seit 2009 auch mit eigenen Kreationen auf sich aufmerksam macht. In seinem „Love Song“ kultiviert er eine mutige, eigenwillige Bewegungssprache; er tanzt selbst einen der beiden Männer, die um die Gunst einer Frau wetteifern, und lässt zum Schluss dieser Menage à trois offen, ob es vielleicht nur zwei unterschiedliche Aspekte des selben Charakters sind.

Marcos Menha erhielt den Tanzpreis >ZUKUNFT< in der Kategorie „Tanz“. Er strahlte in Martin Schläpfers „verwundert seyn – zu sehn“, das erst vor einem Jahr mit dem BALLETT AM RHEIN uraufgeführt worden war. Seit der Spielzeit 2011/12 prägt der hochgewachsene Brasilianer das Profil der Company Düsseldorf/Duisburg.

Mit Prof. Martin Puttke wurde 2016 ein international renommierter Ballettpädagoge mit dem Hauptpreis gewürdigt. Sein Wirken ist untrennbar mit der Staatlichen Ballettschule Berlin verbunden, wo er Tänzer ausbildete, die später zu namhaften Solisten wurden. Mit dem von ihm entwickelten Trainingssystem DANAMOS – DanceArt-MasterSystem existiert ein Lehrkonzept für Tanz, das auf Puttkes fast 40-jähriger praktischer Erfahrung als Pädagoge beruht und das er international unterrichtet. Der Filmbeitrag „Sinfonia da Requiem“ – Kinderkreuzzug, aus dem Jahr 1982 und in der Choreografie von Stefan Lux, vermittelte einen anschaulichen Eindruck von der Arbeit an jener Schule zu DDR-Zeiten.

Passend zum pädagogischen Signal des Abends, tanzten Studierende der Tanzakademie Zürich der Züricher Hochschule der Künste sowie zukünftige Tänzer der Ballett Akademie der Hochschule für Musik und Theater München. Neben Beiträgen des am Haus beheimateten AALTO BALLETT Essen und dem BALLETT IM REVIER aus dem benachbarten Gelsenkirchen, bereicherte Ralf Dörnens beeindruckende Interpretation von Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ vom BALLETT VORPOMMERN: Der Tod spaltet sich in seiner Sicht in eine männliche und weibliche Figur auf, beide archaisch und abstrakt, und sie locken das Mädchen ohne bedrohliche Gesten fast behutsam aus dem Leben.

Mit viereinhalb Stunden war die Tanzpreis-Gala länger als in den vergangenen Jahren. Im Anschluss feierten sämtliche Beteiligten und zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland die Preisträger – und den Tanz in Deutschland.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Kurznachrichten

Die erfolgreiche Zusammenarbeit des Bundesjugendballetts mit den Tänzern von DanceWorks Chicago wird in diesem Jahr mit einem weiteren gemeinsamen Projekt fortgesetzt: In der Hamburger „Fabrik der Künste“ erarbeiten beide Ensembles einen Abend mit Stücken aus dem eigenen Repertoire und Stücken aus dem Repertoire der Gastcompagnie aus den USA. Das kreative Ergebnis präsentieren sie gemeinsam in Form eines Happenings: Der Tanz erobert beide Ausstellungsebenen und bringt Bewegung in die Kunst-Fabrik. Parallel dazu läuft eine Ausstellung mit Fotografien der BJB-Tänzer, die bei Kaffee oder Wein in den Ausstellungsräumen besichtigt werden kann.

1. und 2.4, je 20:00 Uhr, Fabrik der Künste, Kreuzbrook 10, 20537 Hamburg, Einlass ab 18 Uhr, Karten 25 Euro unter Tel. 86 68 57 17 oder www.fabrikderkuenste.de

An den Erfolg der Vorstellungsreihe im vergangenen Jahr anknüpfend, kehren die „Jungen Choreografen“ des Hamburg Ballett im April 2016 zurück in die opera stabile. Insgesamt vier Vorstellungen stehen auf dem Programm. Das Format gibt Mitgliedern des Ensembles ein Forum, ihre eigene Kreativität zu erproben. Es entstehen Arbeiten mit einem hohen künstlerischen Anspruch und in einer großen inhaltlichen und stilistischen Spannweite.

15.4. um 19 Uhr, 17.4. um 14 und 19 Uhr, 20.4. um 19 Uhr, opera stabile, Kleine Theaterstr., Karten 25 Euro, Tel. 35 68 68.

Unter dem Titel „Im Aufschwung VII“ präsentiert sich das Bundesjugendballett im Sommer 2016 anlässlich seines fünfjährigen Bestehens mit drei unterschiedlichen Programmen an fünf Abenden. Die (dann) zurückliegende Spielzeit der Junior-Company war geprägt von Neukreationen und Premieren, musikalischen Kooperationen und Workshops im In- und Ausland. Während des fünftägigen BJB-Festivals werden zum Beispiel zu sehen sein: „Äffi“ von Marco Goecke, „Ein kleiner Prinz“ von Kevin Haigen u.a. sowie der Doppelabend „Makrokosmos/Verklärte Nacht“, der erstmals John Neumeiers „Die Stille“ zeigen wird. 28.6.-2.7., je 19:30 Uhr, Ernst-Deutsch-Theater, Friedrich-Schütter-Platz 1, Karten 20-36 Euro, Tel. 22 70 14 20

Die Serie „Live Cinema“ wird auch 2016 im Cinemaxx fortgesetzt: In jeder Zweigstelle der Kino-Kette (Dammtor, Othmarschen, Wandsbek, Harburg) können folgende Live-Übertragungen aus dem Royal Opera House in London miterlebt werden: Am Mittwoch, dem 6. April, um 20:15 Uhr „Giselle“ nach Marius Petipa; am Mittwoch, dem 18. Mai, um 20:15 Uhr „Frankenstein“ in der Choreografie von Liam Scarlett – einem ehemaligen Solisten des Royal Ballet – zu einer speziell für dieses Werk komponierten Musik von Lowell Liebermann. Der Trailer gibt einen Eindruck vom weniger bekannten Choreografen: http://www.roh.org.uk/people/liam-scarlett

Alain Platel, der Bühnenwerke im Übergang zwischen Tanz und Musik-Theater kreiert, zeigt sein jüngstes Stück „En avant, marche!“ („Vorwärts, Marsch!“). Zusammen mit Regisseur Frank von Laecke und dem Komponisten Steven Prengels stellt das Trio einen sozialen Organismus in den Mittelpunkt: das Orchester. Mit Schauspiel, Tanz und Musik zeigen sie, wie ein solches Ensemble als wertvolles Refugium für Menschen funktioniert, die trotz persönlicher Unterschiede eine gemeinsame musikalische Leidenschaft verbindet. Hauptfigur ist ein alternder Posaunist, der erkrankt und gegen seinen Willen an die Becken versetzt wird.

31.3.-2.4., 20 Uhr, Kampnagel, Jarrestr. 20, Karten 12/24/32 Euro Tel. 27 09 49 49

Im vergangenen Jahr gründete sich eine Company mit Tänzern, die das 40. Lebensjahr überschritten haben, das „Dance On Ensemble“. Für diese Truppe kreierte der libanesische Künstler Rabih Mroué „Water between three Hands“ und thematisierte darin die feine Grenzlinie zwischen Fiktion und Realität sowie zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

23./24.4., 20 Uhr, Kampnagel, Jarrestr. 20, Karten 12/20 Euro, Tel. 27 09 49 49

„Feuer Bewahren – nicht Asche anbeten“ – Filmporträt Martin Schläpfer

Von April 2014 bis Mai 2015 begleitete die Regisseurin Annette von Wangenheim mit ihrem Filmteam Martin Schläpfer auf künstlerischen und privaten Wegen. Entstanden ist ein sehr persönliches Porträt des Direktors und Chefchoreografen des Balletts am Rhein, mit Proben zur Uraufführung „DEEP FIELD“, der Entstehung von Hans van Manens Ballett „Alltag“, in dem Martin Schläpfer die Hauptrolle tanzte, Ausschnitte aus „Johannes Brahms – Symphonie Nr. 2“. Das filmische Porträt ist seit Anfang 2016 in Programmkinos zu sehen, im Herbst 2016 wird es in einer Fernsehfassung auf ARTE und im Schweizer Fernsehen SRF ausgestrahlt.

Am 12. Mai startet der bewegende Film „Mr. Gaga“. Er porträtiert Ohad Naharin, den israelischen Choreografen und Leiter der in Tel Aviv beheimateten BATSHEVA DANCE COMPANY. Der Titel „Gaga“ bezieht sich auf die von ihm entwickelte Trainingsmethode.

In China reichen die kulturellen Wurzeln 5.000 Jahre in die Vergangenheit. Im Reich der Mitte kaprizierte sich jede Dynastie auf eine eigene tänzerische Besonderheit. Einen Querschnitt fasst die Show „Shen Yun“ zusammen. Anders als im europäischen Ballett mit seinen geraden Linien, dominieren im klassischen chinesischen Tanz runde Formen, ergänzt um Akrobatik, Martial Arts und folkloristische Elemente, typisch sind ebenso farbenprächtige Kostüme und wirkungsvoll eingesetzte Tücher und Fächer, entliehen aus der Peking Oper.

9. und 10.4., Mehr! Theater am Großmarkt, Banksstr. 28, Karten ab 60 Euro, Tel. 01805-2001

[Dagmar Ellen Fischer]

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Letzte Aktualisierung: 15.09.16, [ddd]