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Gekürzte Fassung des Rundschreibens vom Oktober 2016

Themenübersicht


Liebe Ballettfreunde,

nach der sehr erfolgreichen und interessanten Fahrt nach Oldenburg melden wir uns nun zum Herbst. Über den Ausflug wird Frau Fischer in diesem Rundschreiben ausführlich berichten.

Im Dezember 2016 sind wir Ballettfreunde zur Hauptprobe der Hamburger Neukreation von John Neumeiers „Das Lied von der Erde“ (Musik Gustav Mahler) in die Staatsoper eingeladen.

Wie jedes Jahr findet im Dezember 2016 im Ballettzentrum die traditionelle Nikolausfeier statt. Es erwartet uns eine Vorführung der verschiedenen Ballett-Klassen. Unsere Mitglieder legen unter den Christbaum im Eingang kleine Geschenke für die Schüler und Schülerinnen. Wir freuen uns schon jetzt auf die tänzerischen Darbietungen. Es ist immer eine große Freude, den Fortschritt der Einzelnen zu beobachten.

Im Dezember 2016 treffen wir uns zum alljährlichen Punschnachmittag. Da beim CVJM die Räumlichkeiten für diesen Anlass nicht geeignet sind, haben wir uns etwas Besonderes ausgedacht.

Das Kaffeemuseum in der Speicherstadt kennt vielleicht noch nicht jeder. Es ist sehr gemütlich und geschmackvoll eingerichtet, bietet die richtige Stimmung für die Vorweihnachtszeit, und bei einer kleinen Führung lernen wir die Welt des Kaffees näher kennen. Wir bestellen eine Kaffeetafel mit Kuchen und zum Abschluss ein Glas Glühwein. Natürlich vergessen wir die Weihnachtsgeschichte nicht, die wie immer von mir vorgelesen wird.

Wegen der Reservierung ist es diesmal nötig, sich verbindlich, telefonisch oder per E-Mail bei Frau Renate Dreher (Tel: 040-2101377 oder renate.dreher@ballettfreundehamburg.de), anzumelden, damit die Kaffeetafel für uns vorbereitet werden kann.

Anfallende Kosten sind am Abend der Veranstaltung im Museum zu zahlen sind.

Ich freue mich auf ein Wiedersehen und verbleibe

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Marjetta Schmitz-Esser

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Tagesfahrt nach Oldenburg am 9. Oktober 2016

Golden war der Oktobermorgen nicht, als Marjetta Schmitz-Esser mit 32 Ballettfreunden samt Gästen um 9 Uhr am Bahnhof Dammtor in einen geräumigen Bus stiegen. Nach gut zwei Stunden Fahrt kamen wir in Oldenburg an – und der Regen hatte aufgehört! Die erste Station war das Horst-Janssen-Museum, im dortigen Bistro erwartete uns ein Mittagstisch gemäß Frau Drehers organisierter Vorbestellung. Danach teilte sich die große Gruppe und erlebte mit zwei Fachkundigen jeweils eine Führung durch die Ausstellung „Der Horst Janssen Archipel“.

Der Titel der Schau verweist auf ein lebenslanges Insel-Dasein, das aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wird. Gleich zu Beginn erhielten wir Kenntnis von entscheidenden biografischen Fakten, die halfen, den besonderen Charakter des eigenwilligen Künstlers besser zu verstehen: Der uneheliche Sohn einer Schneidermeisterin hat seinen Vater nie kennen gelernt, und als er seine Mutter im Kriegsjahr 1943 verlor, war der 13-Jährige Vollwaise auf sich gestellt. Vor den Selbstporträts blieb das bemerkenswerte Zitat zum Kunstmarkt im Gedächtnis: Menschen kauften „...lieber eine Fratze, und so nehme ich meine Visage als Stillleben“. Frech sei er gewesen, und über den großen Andy Warhol schrieb er „Endi war hohl“ auf ein eigentlich repräsentatives Plakat. In der gut einstündigen Führung durch die äußerst beeindruckende Ausstellung lernten wir die enge Zusammenarbeit zwischen Janssen und seinem Drucker Hartmut Frielinghaus sowie die unterschiedlichen Frauen im Leben des Künstlers kennen, die ihm inspirierende Musen waren. 320 Exponate sind auf drei Ebenen noch bis 15. Januar 2017 zu bewundern.

Um 15 Uhr brachte uns der Bus vom Museum zum Oldenburgischen Staatstheater, dort begrüßte uns der Leiter der Sparte Ballett, Burghard Nemitz. Anstelle einer Führung durch das Theater erhielten wir allerdings wenig fesselnde Einblicke in seine Biografie... Wem auch immer bei dem rund 60-minütigen Vortrag die Augen zufielen, dem kamen danach erfrischender Kaffee und Tee mit leckerem Kuchen gerade recht. Telse Hahmann, Tanzdramaturgin beim HAMBURG BALLETT, stieß gegen 17 Uhr zu der auf viele Tische verteilten Kaffeetafel.

Der Doppelabend, der die diesjährige Ballett-Spielzeit am Sechs-Spartenhaus eröffnete, besteht aus „Imago Suite“ vom US-amerikanischen Choreografen Alwin Nikolais und „4 Seasons“, einer Uraufführung des Hauschoreografen Antoine Jully. Erstgenanntes Werk wurde 1963 uraufgeführt, für die Einstudierung mit der Ballett Compagnie Oldenburg konnte Alberto del Saz gewonnen werden, Ko-Direktor der Louis-Nikolais-Foundation. Für sein 40-minütiges Gesamtkunstwerk schuf Nikolais nicht nur die Choreografie, sondern auch die Kostüme und das Bühnenbild samt Projektionen auf der Bühnenrückwand und kreierte das Lichtdesign sowie die Musik. Die Kostüme verfremden den menschlichen Körper oder verstecken ihn unter großen Stoffbahnen, so dass auch die Bewegungssequenzen mitunter gar nicht mehr menschlich wirken. Hütchen hingegen geben den abstrakten Bewegungen etwas sehr Konkretes und Kokettes. Arm verlängernde Kostümteile, die an überdimensionale Knochen erinnern, schaffen einerseits ein Gleichgewicht unter den Extremitäten, doch verändern die bekannten Proportionen zum Rumpf andererseits bis zum Grotesken. Besonders beeindruckend war das Spiel mit den riesigen Schatten der Tanzenden, die sich dunkel auf der Rückwand abzeichneten und zum bedrohlichen Gegenüber wurden.

In den „4 Seasons“ sorgten Aktionen mit ungewohnten Requisiten wie den kleinen, mit Rasen belegten Rollwagen für neue Bewegungsqualitäten. Musikalisch begleitet von A-Capella-Werken der Komponisten Paul Hindemith, Max Reger u.a., sorgten die Tänzer für zusätzlich akustische Klangfarben, indem sie beispielsweise Glocken anschlugen. Im Verlauf der vier Jahreszeiten wechselten die Licht-Stimmungen mit jenen in den Bewegungsfolgen, Männer verführen Frauen mit rotwangigen Äpfeln, Paare finden und verlieren sich. Das Schlusswort sprach eine Tänzerin von einer Schaukel herab: „Der Mensch lebt und besteht nur eine kleine Zeit“. Der Reigen vom Werden und Vergehen war am (abendlichen) Endpunkt angekommen.

So auch die Tagesfahrt der Ballettfreunde. Marjetta Schmitz-Esser verabschiedete sich gegen 22:30 Uhr am Bahnhof Dammtor von den Ausflüglern – und die strömten in alle Richtungen nach Hause.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Hauptprobe zur Wiederaufnahme von „Nijinsky“

Es gibt Werke von John Neumeier, die sind wie guter Wein: Sie werden nach dem Lagern besser. So auch sein „Nijinsky“ aus dem Jahr 2000 bei der Wiederaufnahme zur diesjährigen Spielzeit. Viele junge Tänzer rückten nach, doch zwischen der neuen Besetzung bilden erfahrene Protagonisten die stabilen Säulen. Das konnten die Ballettfreunde anlässlich der Hauptprobe erleben, als Alexandre Riabko sich in der Titelrolle verausgabte, mit Hélène Bouchet als Ehefrau Romola und Ivan Urban in der Rolle des weltgewandten Gönners Diaghilew an seiner Seite. Das größte Tanzgenie des 20. Jahrhunderts steht im Mittelpunkt eines der großartigsten Ballette John Neumeiers; wie der Choreograf biografische Fakten, historische Choreografie und die Innenwelt Nijinskys verwebt, ist dessen Geniestreich.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Kurznachrichten

Das Bundesjugendballett gastiert erneut im Ernst Deutsch Theater und zeigt zwei unterschiedliche Programme an vier Abenden anlässlich der achten Ausgabe von „Im Aufschwung“. Am 14. und 15. November werden Stücke von John Neumeier, Paul Hess und Marco Goecke gezeigt, ferner „Verklärte Nacht“ von Wubkje Kuindersma mit Live-Musikern. Am 17. und 18. November wird John Neumeiers Werk „Simple Gifts“ wieder aufgenommen und eine Choreografie von Sebastian Kloborg uraufgeführt. Ein Highlight ist die Aufführung des Stücks „Makrokosmos“ mit dem Werk „Die Stille“ von John Neumeier sowie Choreografien von Andrey Kaydanovskiy und Yury Yanowski, in dieser Version zum ersten Mal in Hamburg.

14./15.11., 17./18.11., Ernst Deutsch Theater, Friedrich-Schütter-Platz 1, Karten 22-39 Euro, Tel. 2270 1420

Wenige Tage vor der offiziellen Eröffnung der Elbphilharmonie laden „Sasha Waltz & Friends“ zur choreografischen und musikalischen Erkundung des Foyers. Die Performance basiert auf dem Chorwerk „Figure humaine“ („Menschliches Antlitz“) von Francis Poulenc.

1.-4.1.2017, Uhrzeit liegt noch nicht vor, Karten ab 1.12. unter Tel. 35 76 66 66

[Dagmar Ellen Fischer]

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Letzte Aktualisierung: 21.01.17, [ddd]