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Gekürzte Fassung des Rundschreibens vom Dezember 2016

Themenübersicht


Liebe Ballettfreunde,

nun steht das Jahresende vor der Tür, und so melden wir uns zum Abschluss mit unserem Rundschreiben.

Zunächst kann ich Ihnen die freudige Mitteilung machen, dass unsere Feier zum 40-jährigen Vereinsjubiläum am 29. Januar 2017 nach der Benefiz-Werkstatt nachgeholt wird. Die Einlasskarten der bereits angemeldeten Mitglieder behalten ihre Gültigkeit. Es können nur Mitglieder an der Feier teilnehmen.

An unserem Punschnachmittag am 7. Dezember waren 42 Mitglieder anwesend, darunter auch bereits angemeldete Teilnehmer unserer geplanten Ljubljana-Reise vom 22. bis 26. April 2017. Alle sind schon in Erwartung dieser Reise, aber bis heute haben wir die geplante Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht. Aus diesem Grund haben wir den endgültigen Anmeldetermin bis 30. Januar 2017 verschoben. Es wäre schön, wenn wir bei einer Mitgliederzahl von über 400 Personen doch noch 20 für die Reise, die ja bereits voll bearbeitet ist, zusammen brächten.

Bei Interesse melden Sie sich bitte direkt bei WK-Reisen, Ulrike Jessenberger, Tel.: 040 – 602 53 88

Wie immer zum Jahresende bitten wir um Ihre Hilfe, das Erika-Milee-Stipendium, welches nicht wohlhabenden Tänzern die Ausbildung ermöglicht, zu unterstützen. Sie alle, welche die Vorstellungen besuchen, sehen ja das positive Resultat. Wir bedanken uns schon jetzt bei Ihnen für Ihre Großzügigkeit.

Ballettfreunde Hamburg e.V.
Postbank Hamburg
IBAN DE80 2001 0020 0002 7592 04
BIC PBNKDEFF
Verwendungszweck: Spende für das Erika-Milee-Stipendium

Wie jedes Jahr erlebten wir im Ballettzentrum eine Nikolausfeier mit den Schülern und Schülerinnen der Ballettschule, die uns ihr großes Können auf beeindruckende Weise zeigten. Besonders herzlich waren die Begrüßung und die Gratulation zu unserem 40-jährigen Jubiläum von der Direktorin der Ballettschule, Gigi Hyatt. Sie überreichte mir in Vertretung für alle als Dank für unser stetes Engagement einen riesengroßen Blumenstrauß, an dem ich mich bis heute erfreue.

So fahre ich wieder zurück nach Tirol im Bewusstsein, Besonderes mit dem Hamburg Ballett erlebt zu haben, nicht zu vergessen die Premiere von „Das Lied von der Erde“. Es ist mir auch immer eine große Freude, Ihnen, liebe Mitglieder, zu begegnen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen im Namen des Vorstands eine geruhsame friedliche Weihnachtszeit und ein gesundes neues Jahr.

Bis zum Wiedersehen im Januar grüßt Sie sehr herzlich

Ihre Marjetta Schmitz-Esser

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Ballett-Werkstatt am 23. Oktober 2016

Kaum zu glauben, aber die Ballett-Werkstatt im Oktober war die allererste, die sich thematisch den jungen Liebenden „Romeo und Julia“ widmete – und das in nunmehr 43 Jahren Werkstatt-Geschichte! Mit dieser verblüffenden Feststellung leitete John Neumeier seine erste Matinee der aktuellen Spielzeit ein. Die Tatsache ist umso erstaunlicher, da die Shakespeare-Adaption Neumeiers erstes Handlungsballett überhaupt war, das auch als erste Premiere 1973 in Hamburg auf dem Spielplan stand.

Kreiert 1971, hat das Werk längst mehrere Tänzer-Generationen erlebt und wird „jedes Mal ein neues Ballett“, so der Choreograf, denn „so lange ich lebe, ist kein Ballett fertig!“ William Shakespeare hat sich zu seinem weltberühmten Klassiker u. a. von Matteo Bandello inspirieren lassen, dessen Novelle „Der tragische Tod zweier unglücklicher Liebender“ 1554 erschienen war. Beim Choreografieren geht es nicht darum, Wort für Wort zu übersetzen, sondern neu zu erfinden, so Neumeier. Heutzutage wird Shakespeare vom (Alt)Englischen ins zeitgenössische Englisch übersetzt, folglich sind die Texte auch in die Sprache des Tanzes übertragbar.

Zu Lebzeiten des Dichters waren Tänze unverzichtbarer Bestandteil der Theaterstücke, und die Schauspieler waren nicht selten auch Tänzer und Akrobaten, kaum ein Finale kam ohne Tanz aus. Meist wurden die damaligen Gesellschaftstänze eingebaut – Gigue, Pavane oder Gaillarde – und so entstanden Dramen immer mit Musik und Tanz. Das erste Ballett nach einem Shakespeare-Drama schuf Jean Georges Noverre 1761 mit der „Liebschaft Heinrich VIII.“; 1785 ging zum ersten Mal „Romeo und Julia“ als Ballett über eine Bühne.

An John Neumeier wurde der Wunsch nach einem Ballett mit dieser Thematik 1971 von der Verwaltung des Balletts in Frankfurt heran getragen. Ihm schwebte damals ein imposanter Renaissance-Palast als Kulisse vor; sein Bühnenbildner indes bevorzugte eine eher minimalistisch gestaltete Szenerie. Anders als Choreografen vor ihm, legte Neumeier die Rolle von Pater Lorenzo als jungen Mann an, damit gehört er zur Generation vom Romeo und Julia, also zur Gruppe junger Menschen, die die Welt verändern wollen.

Drei Dinge waren für ihn als Choreografen bei der Herangehensweise entscheidend: 1. sämtliche jemals gesehenen Romeo-und-Julia-Ballette zu vergessen; 2. die Figuren aus dem Text heraus zu verstehen und sie zu analysieren, wie für ein Schauspiel, um ihnen Menschlichkeit zu verleihen; 3. alles, was passiert, durch Tanz auszudrücken (ohne Pantomime), und zu diesem Zweck jegliche Form von Bewegung zu nutzen.

„Heute wirkt sie harmlos, 1971 aber war die erste Szene revolutionär“, erläutert Neumeier die von ihm gestaltete Eingangsszene, in der sich Julia barfuß, mit Handtuch und nassen Haaren dem Publikum vorstellt. Barfuß wird sie auch sterben, denn zunächst kann sie noch nicht, später dann nicht mehr tanzen. Die 14-Jährige ist, wie so viele Jugendliche, sehr allein. Die Herausforderung besteht darin, glaubwürdig zu zeigen, dass sie nach nur vier Tagen mit Romeo bereit ist, für diese Liebe zu sterben.

Auch von einer heiklen Situation berichtete John Neumeier schmunzelnd: Sobald ein Choreograf das Wort „Mutter“ ausspricht, weichen Tänzerinnen zurück – sie wollen nichts tanzen, was nach älterer Rolle klingt. Dabei sei Julias Mutter erst 27 Jahre alt, war also zum Zeitpunkt ihrer Heirat noch jünger als Julia. Und dennoch: Bei der Einstudierung in Japan lehnten zwei Tänzerinnen es ab, Gräfin Capulet zu verkörpern, erst die dritte war dazu bereit...

Das HAMBURG BALLETT zeigt „Romeo und Julia“ zurzeit in drei unterschiedlichen Besetzungen, und die – das weiß der Choreograf – ergeben drei verschiedene Werke.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Punsch-Nachmittag im Kaffee-Museum

Der traditionelle Punsch-Abend war in diesem Jahr ein Punsch-Nachmittag: 42 Ballettfreunde versammelten sich ab 16 Uhr im Kaffee-Museum in der Speicherstadt. Die Räume im Weltkultur-Erbe verbreiten eine einzigartige Atmosphäre zwischen reichlich Holz, Backstein und Kaffeeduft. Nach einem fruchtigen Begrüßungstrunk teilte sich die große Gruppe und erlebte nacheinander einen hoch interessanten Vortrag über das Rösten von Kaffee sowie eine ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Führung durch das Museum im Untergeschoß. Danach war Zeit für ein Stück Torte und ein Heißgetränk nach Wahl im Museums-Café. Und während der Stille beim genüsslichen Verzehr las Marjetta Schmitz-Esser eine Kurzgeschichte von Robert Gernhardt vor: „Die Falle“ erzählt von einem Familienvater, der einen (studentischen) Weihnachtsmann für seine beiden Kinder engagiert und am Heiligen Abend sein blau-grünes Wunder erlebt. An den langen Tischen blieb noch genügend Zeit für individuelle Gespräche, bis sich gegen 19 Uhr allgemeine Aufbruchsstimmung breit machte und sich die Ballettfreunde bis zum nächsten Jahr voneinander verabschiedeten.

[Dagmar Ellen Fischer]

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„Das Lied von der Erde“, Probe und Hamburg-Premiere

Das letzte gesungene Wort in Gustav Mahlers Liederzyklus heißt „ewig“ – und gemeint ist unser Planet Erde. Angesichts unvorstellbarer Vernichtungskapazitäten und brodelnder Kriegsherde klingt das im 21. Jahrhundert wie Wunschdenken. Vor hundert Jahren aber waren die Menschen davon überzeugt, dass die Erde tatsächlich ewig existieren würde. In diesem Sinn komponierte Gustav Mahler 1907 „Das Lied von der Erde“, eine Gedichtsammlung mit dem Titel „Die chinesische Flöte“ aus dem China des 8. Jahrhunderts hatte ihn dazu inspiriert. John Neumeier fügte der Musik mit seiner Choreografie eine Ebene hinzu. Nach der Uraufführung mit Tänzern der Pariser Oper im Januar 2015 folgte nun die Hamburg-Premiere in der Staatsoper.

Schon bei der Probe am 2. Dezember konnten die Ballettfreunde das Werk sehen und hören, und dieses Erlebnis legte einmal mehr einen Grundstein für Gespräche untereinander über das gemeinsam Erlebte.

Es ist kein Ballett, nach dessen Genuss man aufspringen möchte, auch wenn man noch so begeistert ist. Die Ernsthaftigkeit der Thematik und die Tiefe dessen, was sich über 90 Minuten auf der Bühne vollzog, übertrug sich auch am Premierenabend auf das Publikum – wie es im besten aller Bühnenfälle sein sollte. Lange wurde das Werk beklatscht, aber sich leichten Herzens der Begeisterung hinzugeben, war kaum möglich. Das Ballett als getanztes Gedicht scheint mahnend zu fragen: Wieso verdrängt jeder Sterbliche die eigene Sterblichkeit? Warum verhalten sich viele Menschen so, als ob sie ewig lebten? „Erwischt“, müsste das Publikum antworten. Stattdessen schaut es fasziniert Alexandr Trusch dabei zu, wie er sich stellvertretend auf seinen (Lebens)Weg macht, der für ihn emotionale Überraschungen in Form verwirrender und ermutigender Begegnungen bereithält. Auch seinem Alter Ego steht er gegenüber (Karen Azatyan in gleicher Kleidung), der jene Alternativen verkörpert, die man bei vielen Entscheidungen im Leben hat.

Licht und Bühnenbild (beides von John Neumeier) nehmen gefangen wie selten: Doppelt ist die Erde anwesend, in Form einer konkreten Wiese und als blauer Planet, der sich in einen Feuerball verwandelt. Das letzte Wort hat Hélène Bouchet, ihr Körper erzählt beredt von einer tröstlichen und zeitlosen, vielleicht göttlichen, den Menschen überdauernden Existenz.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Nikolausfeier im Ballettzentrum

Aufrichtige Wertschätzung sprach aus den Worten von Gigi Hyatt. Zur traditionellen Nikolausfeier begrüßte die stellvertretende Schulleiterin der Ballettschule des HAMBURG BALLETT die zahlreich anwesenden Ballettfreunde und erklärte: „Ohne Sie könnte sich unsere Schule nicht so weiter entwickeln, wie sie es tut!“ Neben dem Dank für zwei Stipendien jährlich ist ihr auch eine dankende Erwähnung für die Finanzierung von Musikanlagen und DVD-Geräten keineswegs zu gering; denn nun erst seien alle Säle des Ballettzentrums mit der für Training und Proben so unerlässlichen Technik ausgestattet – dank der Unterstützung der Ballettfreunde. Entsprechend sei die nun folgende Vorstellung „mit viel Liebe vorbereitet“, um etwas zurückzugeben. Unter den rund 200 Schülern der Ballettschule finden sich auch Namen, die einen Hinweis auf die Eltern geben: Oliver Moredo-Riggins sowie Angelina und Allegra Jung.

Ein „Rhythmischer Spaß“ war es für die Kleinsten, die in grün-rotem Schottenkaro auftraten. Zwanzig Mädchen und sieben Jungen tanzten mit größter Konzentration, und die männlichen Mini-Schotten spielten tanzend ein imaginäres Blasinstrument – wobei sich die imaginierte Flöte hier und da in eine Klarinette zu verwandeln schien, weil die Hände der Schwerkraft gehorchten. 14 unterschiedliche Programmpunkte konnten die Ballettfreunde bewundern, darunter auch ein kapriziöses Solo aus „Le Pavillon d’Armide“ und einen Pas de Trois aus „Der Nußknacker“. Das Finale bildeten zwei Ausschnitte aus Choreografien John Neumeiers: Zehn Jungen meisterten den Soldatentanz aus „Nijinsky“, 24 Mädchen tanzten eine Variation des „Nußknacker“-Blumenwalzers. In diesem Jahr lag der Schwerpunkt der Darbietungen auf dem akademischen Tanz, selbst die Auftritte und Abgänge waren choreografiert, und in einigen der Etüden mussten kanonische Einsätze zusätzlich zur Technik bewältigt werden.

Nach einer Stunde Programm und erneutem Dank von beiden Seiten, verbunden mit dem Ausblick auf eine weitere fruchtbare Zusammenarbeit in Zukunft endet dieser Nikolausabend.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Kurznachrichten

Das Bundesjugendorchester und das Bundesjugendballett führen ihre Zusammenarbeit 2017 fort. Im Januar starten die Ensembles anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums ihr zweites Kooperationsprojekt und präsentieren die Ergebnisse auf einer deutschlandweiten Tournee. Tänzerisch und musikalisch zeigt das gemeinsame Projekt „Gipfeltreffen – Reformation“, wie das fünfhundert Jahre zurückliegende Ereignis bis heute junge Künstler inspiriert. Zwei Werke der zeitgenössischen Komponisten Michel van der Aa und Enjott Schneider sowie zwei Stücke der Gastchoreografen Zhang Disha und Andrey Kaydanovskiy führen das musikalische Erbe Luthers in die Gegenwart. Als besonderes Highlight wird John Neumeiers Choreografie „Bach-Suite 3“ erstmalig in Gänze in Begleitung eines Orchesters vom Bundesjugendballett aufgeführt. Das Programm:

– Felix Mendelssohn-Bartholdy: Sinfonie Nr. 5, d-Moll op. 107 „Reformation“

– Martin Luther: Choräle (verwoben mit der Mendelssohn-Sinfonie)

– Andrey Kaydanovskiy: Choreografie zu Michel van der Aas Auftragskomposition, UA

– John Neumeier: „Bach-Suite 3“ zu J. S. Bachs Orchestersuite Nr. 3, D-Dur, BWV 1068

– Zhang Disha: Choreografie zu Enjott Schneider „Ein feste Burg“, Sinfonisches Gedicht für Orchester (2010)

Premiere in der Staatsoper am 13.1., 19 Uhr, Karten 5 bis 79 Euro, Tel. 35 68 68 oder unter http://www.staatsoper-hamburg.de/de/service/karten/karten.php?performance=2147484231& event=141887

Im Jahr 2017 wird es in Essen keine Gala zur Verleihung des Deutschen Tanzpreises geben. Unlängst formierte sich ein neuer Vorstand, der Erste Vorsitzende ist jetzt Prof. Martin Puttke, Hauptpreisträger des Jahres 2016. In Kürze wird es eine Pressemitteilung zur Zukunft der traditionellen Auszeichnung geben.

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Letzte Aktualisierung: 01.05.17, [ddd]