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Gekürzte Fassung des Rundschreibens vom Februar 2017

Themenübersicht


Liebe Ballettfreunde,

unser Verein trägt durch seine zahlreichen Spenden zur Ausbildung des Nachwuchses bei. Darüber freuen wir uns besonders und möchten auf diesem Wege allen von Herzen für ihr Engagement danken. Bleiben Sie bitte weiter dran, auch in diesen schwierigen Zeiten! Der Dank an uns ist die Freude, die uns die Tänzer und Tänzerinnen mit ihrer Kunst bereiten.

Unser 40-jähriges Jubiläum konnten wir nun am 29. Januar nach der Benefiz-Werkstatt in sehr schönem Rahmen nachfeiern. Bei Häppchen und Sekt freuten sich wohl alle Mitglieder über die warmen Worte, die John Neumeier für unseren Verein gefunden hat.

Frau Fischer wird in diesem Rundschreiben darüber berichten.

Sehr erfreulich ist, dass unser Angebot für die Tagesreise nach Oldenburg am Sonntag, dem 14. Mai 2017, so gut angenommen wurde. An diesem haben wir die Chance, Jirí und Otto Bubenícek noch einmal tanzen zu sehen.

Eine gute Nachricht ist auch, dass die Reise nach Ljubljana nun doch stattfindet!

Am 9. Mai 2017 treffen wir uns, wie jedes Jahr, zur Mitgliederversammlung im Schrödersaal des CVJM.

Bis zu einem Wiedersehen

verbleibe ich mit herzlichen Grüßen

Ihre Marjetta Schmitz-Esser

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Das Bundesjugendballett beim „Gipfeltreffen: Reformation“

Sie tanzen tatsächlich überall: Das Bundesjugendballett tritt in einem leeren Schwimmbad genauso diszipliniert auf wie in der Hamburgischen Staatsoper. Diese große Bühne teilten sich die acht Mitglieder von John Neumeiers junger Compagnie am 13. Januar mit dem Bundesjugendorchester. Die Premiere vom „Gipfeltreffen: Reformation“ stand ganz im Zeichen des Luther-Jahres. Nach einem kurzen Prolog („Aus tiefer Not sprech’ ich zu dir...“) mit Tanz, der nur von einer Flöte begleitet wurde, dominierte im ersten Teil die Musik, die jungen Instrumentalisten spielten die „Reformationssinfonie“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, begleitet von sparsamen getanzten Kommentaren.

Nach der Pause stand die Uraufführung der Auftragskomposition „Reversal“ von Michel van der Aa auf dem Programm. Zu den modernen Klängen entwickelte Andrey Kaydanovskiy eine Choreografie, die mit historischen Bezügen spielt: Viele gehorsam Gläubige müssen sich mit einem Zweifler auseinandersetzen, denn der Individualist bringt deren Gemeinschaft aus gefalteten Händen und unkritisch gen Himmel lächelnden Gesichtern gründlich in Unordnung.

Es folgte John Neumeiers „Bach Suite 3“ aus dem Jahr 1981 mit einem Pas de deux zum bekannten „Air“ als Herzstück der Tanz-Folge.

Den Schlusspunkt setzte das Werk „Eine feste Burg“ der jungen chinesischen Choreografin Zhang Disha, die sich nicht scheute, eine gesellschaftlich virulente Thematik aufzugreifen: Weiße Bomben attackieren Menschen, bohren sich in deren Körper und Köpfe – somit nahm sie Stellung gegen den Terror, der von Verblendeten, nicht eigenständig Denkenden verbreitet wird. Am Ende wird die Gewalt besiegt und Hoffnung geboren, die Bomben werden begraben. Und aus der Erde wächst etwas Neues und Gutes.

Als Zugabe tanzten die acht jungen Talente die „Bernstein Dances“ von John Neumeier – auch das eine Hymne an das Leben.

[Dagmar Ellen Fischer]

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40 Jahre Ballettfreunde Hamburg – Jubiläumsfeier in der Staatsoper

Am Sonntag, dem 29. Januar 2017, trafen sich rund 120 Ballettfreunde, um gemeinsam das 40-jährige Jubiläum zu feiern. Nach der Matinee der (verschobenen) Ballett-Werkstatt versammelten sich neben den Vereinsmitgliedern auch Tänzer und Mitarbeiter des HAMBURG BALLETT ab 13:30 Uhr in der Stifter Lounge im vierten Stock der Hamburgischen Staatsoper.

Die Erste Vorsitzende Marjetta Schmitz-Esser begann ihre Rede mit den Worten „Wer hätte das gedacht ...“! Sicher niemand von jenen begeisterten Menschen, die im Dezember 1976 in Hamburg einen Verein gründeten, der auf den Neuanfang in Punkto Ballett in der Hansestadt reagierte – denn seit der Nachwuchs-Choreograf John Neumeier 1973 die Compagnie an der Hamburgischen Staatsoper übernommen hatte, wehte ein anderer Wind. Und der hatte auch eine zunächst noch kleine Gruppe vom Ballett begeisterter Zuschauer erfasst. Seither bereicherten nicht nur die steigende Zahl der Mitglieder den Verband, sondern auch ein stetig sich erweiternder Aktionsradius: Reisen, Vorträge, Künstlergespräche und eine enge Zusammenarbeit mit dem HAMBURG BALLETT eröffneten immer weitere Horizonte. Seit 1976 spendeten die Ballettfreunde bis heute insgesamt 400.000 Euro, dem HAMBURG BALLETT und – seit dessen Existenz – auch dem Bundesjugendballett; finanziert wurde damit ein großes Spektrum zwischen technischer Ausstattung der Ballettsäle bis zum Honorar für Gast-Künstler. Marjetta Schmitz-Esser, die seit zwölf Jahren die Geschicke des Vereins leitet, gestand aufrichtig, sich glücklich zu schätzen, diese Aufgabe mit Freude erfüllen und zu dieser großen Tänzerfamilie gehören zu können.

Auch John Neumeier schaute mit seinen würdigenden Worten zurück in die 1970er Jahre. Er erinnerte sich an seine damalige Haushälterin, die mitunter mehr Begeisterung für die Bühnen- denn für die Kochkunst aufbrachte. Sie behelligte den Choreografen eines Morgens vor dem Frühstück mit der Frage, ob er nicht einen Bus organisieren könne, mit dem interessiertes Hamburger Publikum zur Uraufführung der „Josephs Legende“ nach Wien reisen könnte. Er habe genug damit zu tun, die Schritte für die Choreografie zu organisieren, antworte er ihr seinerzeit genervt. Also nahm die tatkräftige Frau die Sache selbst in die Hand, versicherte sich bei ihrem Chef noch, dass dieser nichts gegen eine solche Reise einzuwenden hätte – und ließ ihn in Ruhe frühstücken! Seither, so John Neumeier, organisierten die Ballettfreunde nicht nur etwas für sich, sondern auch für andere. Sehr viel Geld sei in die Schule und auch in die Arbeit des Bundesjugendballetts geflossen – er dankte für die „große Unterstützung“!

Nach diesem offiziellen Teil war Zeit für individuelle Gespräche zwischen Tänzern und Publikum, zwischen kürzlich erst beigetretenen und langjährigen Mitgliedern, zwischen Vorstand und Basis der Ballettfreunde. Bei Sekt oder Saft und kleinen Snacks bildeten sich überall gesprächige Grüppchen. Auch das Geschenk an die Ballettfreunde Hamburg – 40 blauweiße Kuchen mit dem Logo des HAMBURG BALLETT – wurde feierlich verzehrt. Und natürlich fehlte auch der passende Trinkspruch nicht: Auf die nächsten 40 Jahre!

[Dagmar Ellen Fischer]

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Ballett-Werkstatt am 22. Januar 2017

„Tänzer kriegen nie genug!“ Resümierte ein hocherfreuter John Neumeier zu Beginn der Ballett-Werkstatt „Debut“. Unter diesem Motto stellen sich einmal jährlich Tänzer in Rollen vor, die sie sich ausdrücklich wünschen: „Um Weihnachten herum geben sie ihren Wunschzettel ab“, und das bedeute sehr viel zusätzliche Arbeit für Ballettmeister, Pianisten und die Tänzer selbst, so Neumeier respektvoll; denn teilweise sind es auch die erfahrenen Solisten, die ihre jüngeren Kollegen coachen und die Einstudierung übernehmen. Mitunter sind auch Kollegen beteiligt, die als Partner unerlässlich sind für ein bestimmtes Pas de deux. Auf diese Weise lernt der Choreograf einerseits Mitglieder seiner Company von einer neuen Seite, andererseits aber auch seine eigenen Werke wieder kennen. So geschehen am Beispiel von „On the Town“, das in der Tat lange nicht mehr auf dem Spielplan stand. Manchmal ergibt sich aber auch eine Umbesetzung aus einem anderen Grund: Die Koreanerin Yun-Su Park wurde in ihr Heimatland eingeladen und sollte ein Werk John Neumeiers im Gepäck haben – und studierte folglich etwas für sie komplett Neues aus dem Repertoire ein, um sich zuhause im besten Licht zu zeigen – und in der Ballett-Werkstatt der Debütanten.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Ballett-Werkstatt am 29. Januar 2017

Die für November geplante Ballett-Werkstatt zum Thema „Das Lied von der Erde“ musste – erstmals seit über 40 Jahren – aus Krankheitsgründen ins nächste Jahr verlegt werden. John Neumeier erinnerte sich, dass er 1965, in seinem zweiten Jahr als Tänzer beim Stuttgarter Ballett, zum ersten Mal eine Komposition von Gustav Mahler hörte. Damals choreografierte Kenneth MacMillan das persönlichste Werk des Komponisten; Mahler verehrte die Natur, sie war für ihn das Heiligste, und sie konnte ihm Trost geben. Diese Motive leiteten auch John Neumeier in seiner Herangehensweise, und er lässt Hélène Bouchet die Natur verkörpern.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Kurznachrichten

„Junge Choreografen“ präsentieren sich erneut in der Opera Stabile: Am 13. und 14. März wird das erste Programm, am 15. und 16. März das zweite Programm gezeigt, jeweils um 19:30 Uhr. Traditionsgemäß stellen sich hier Mitglieder des HAMBURG BALLETT mit eigenen Choreografien vor, die sie mit ihren Kollegen erarbeiteten.

Karten unter Tel. 35 68 68

Im Rahmen des internationalen Tanzwettbewerbs Prix de Lausanne wurde John Neumeier mit dem „Lifetime Achievement Award“ geehrt. Die neunköpfige Jury würdigte ihn für sein unerschöpfliches Engagement in der Ausbildung von Tänzern sowie für die langjährige Zusammenarbeit mit dem Prix de Lausanne. Der Preis in der Kategorie Lebenswerk wurde 2017 zum ersten Mal vergeben. John Neumeier erhielt die Auszeichnung beim Finale des 45. Prix de Lausanne am Samstag, dem 4. Februar, im Théâtre de Beaulieu. Das Bundesjugendballett trat im Rahmenprogramm auf und präsentierte Ausschnitte aus Balletten von John Neumeier und anderem Repertoire.

Üblicherweise zeigen die Finalisten vor der Jury (u. a. Gigi Hyatt, Pädagogische Leiterin und Stellvertretende Direktorin der Ballettschule des Hamburg Ballett) jeweils eine klassische und eine moderne Variation. In diesem Jahr standen als moderne Variationen ausschließlich Soli von John Neumeier zur Auswahl. Shelly Power, Künstlerische Leiterin des Prix de Lausanne: „Wir fühlen uns geehrt, den Kandidatinnen und Kandidaten die einmalige Möglichkeit anzubieten, John Neumeiers Choreografien, die weltweit aufgeführt werden, zu erlernen. Das ist wichtig für die Schülerinnen und Schüler, da seine Bewegungssprache zeitlos ist – was sie heute lernen, wirkt auf Jahre hinaus. Ich kann mir keinen besseren Weg vorstellen, als dass sich die Teilnehmer mit so einem enormen Tanzvokabular auseinandersetzen: Mit den zwölf Soli, die John Neumeier uns großzügig zur Verfügung gestellt hat.“

John Neumeier wird in Stuttgart mit dem Erich-Fromm-Preis ausgezeichnet. Mit seinem gesellschaftlichen und sozialen Engagement habe er Außerordentliches für die Sensibilisierung und die Durchsetzung humanen Denkens im Sinne Erich Fromms geleistet. Die Laudatio auf den Preisträger hält Dr. Johannes Bultmann, Künstlerischer Gesamtleiter Orchester und Festivals beim SWR. Die mit der Preisverleihung verbundene Erich-Fromm-Lecture hält John Neumeier zum Thema „Tanz und Die Kunst des Liebens“. Das Bundesjugendballett übernimmt die Gestaltung der Feier: Begleitet von Live-Musik eines Streichquartetts, präsentiert die Compagnie eine Choreografie ihres Intendanten John Neumeier. Die öffentliche Verleihung des mit 10.000 Euro dotierten Preises findet am Samstag, dem 11. März 2017, um 18 Uhr im Lechler-Saal des Hospitalhofs in Stuttgart statt.

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Letzte Aktualisierung: 13.07.17, [ddd]