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Gekürzte Fassung des Rundschreibens vom Januar 2020

Themenübersicht


Liebe Ballettfreunde,

nun hat das neue Jahr begonnen, und wir möchten uns mit einem Rundschreiben melden. Es gibt leider noch keine Aussicht, uns persönlich zu treffen. Auch im Februar fallen die beiden geplanten Abende mit Frau Fischer aus.

Es wird uns allen viel Geduld abverlangt, und ich wünsche sehr, dass unser Kreis erhalten bleibt und der Zusammenhalt weiterhin so gut funktioniert wie bisher. Von ganzem Herzen möchte ich mich, auch im Namen des Vorstands, bei allen Spendern für das Erika-Milee-Stipendium bedanken. Schon dadurch haben Sie Ihre Solidarität gezeigt. Ein Extra-Dankeschön gilt denjenigen Spendern, die besonders großherzig gespendet haben. Dies zeigt auch die Verbundenheit mit der Schule des Hamburg Balletts sowie die Wertschätzung der Ausbildung, die dort geleistet wird.

Dem Rundschreiben liegen zwei Briefe bei von Schülern, die unsere Stipendiaten sind. Daraus ersieht man, wie dankbar sich die Kinder für unsere Hilfe zeigen. Wir in unserem Verein bewirken viel Gutes, wie mir auch immer von Seiten der Schule und des Internats bestätigt wird. Ich finde, es ist ein befriedigendes Gefühl – besonders in diesen Zeiten – zu sehen, wie nützlich die Arbeit des Vereins ist. Wie diese Arbeit in der Zukunft Früchte tragen wird, werden wir hoffentlich in absehbarer Zeit wieder erleben können.

Ich bedauere es außerordentlich, dass wir momentan nicht mehr bieten können als die Bitte, auf bessere Zeiten zu hoffen. An Ideen würde es uns nichts mangeln, aber zurzeit ist es unmöglich, weitere Pläne zu schmieden.

So hoffe ich, dass Sie gesund bleiben und uns weiterhin die Treue halten.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Marjetta Schmitz-Esser

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Das Bundesjugendballett im Lichthof Theater

Ein ungewöhnlicher Theaterbesuch, Karten für die aktuellen Aufführungen des Bundesjugendballetts konnte man im Vorwege im Internet kaufen. Damit erwarb man sich den Online-Zugang zu den Vorstellungen am 22. und/oder 23. Januar 2021 – nicht live, versteht sich, sondern von zuhause aus vor dem Monitor konnte man „Close-up“ erleben. Das Lichthof Theater hat mit dem von ihm so benannten „#lichthof_lab“ ein Online-Format geschaffen, das bewusst den Laboratoriums-Charakter hervorhebt. An beiden Abenden begann der Stream pünktlich um 20:15 Uhr, zur üblichen Startzeit des Theaters. Auf diese Weise konnten Interessierte Einblick in den Alltag des Bundesjugendballetts bekommen: Wie arbeitet das Ensemble eigentlich in diesen ungewöhnlichen Zeiten?

Man durfte dem Künstlerischen Leiter Kevin Haigen und dem Ballettmeister Raymond Hilbert über die Schulter schauen, aber eben auch Isabella Vértes-Schütter – Schauspielerin und Intendantin des Ernst Deutsch Theaters – sowie den Beteiligten bei den Proben zusehen. Zusätzlich teilten die Mitwirkenden ihre Gedanken mit dem Publikum. Die Tänzerin Airi Suzuki beispielsweise sagt, dass sich ein Auftritt OHNE Publikum grundsätzlich von einem VOR Publikum unterscheide, da sie ihre Hauptaufgabe darin sehe, den Zuschauern ihre Gefühle zu vermitteln. Das Positive an der aktuellen Situation für sie sei jedoch, dass ihre Eltern von Japan aus zusehen könnten – worüber sie sich sehr freut. Isabella Vértes-Schütter hofft, dass diese andere, der Pandemie geschuldete Art der Präsentation, neue Wege aufzeigen wird, die auch in Zukunft das Theater insgesamt bereichern. Und Kevin Haigen, der das Leben als Reise betrachtet, bei der man niemals am Bestimmungsort ankommt, nimmt die jetzigen besonderen Bedingungen mit Gelassenheit, denn auf einer solch komplexen Reise mitunter großen Schwierigkeiten zu begegnen, wäre so ungewöhnlich nicht.

Die Choreografin Natalia Horecna schaltet sich per Video dazu und motiviert die neunköpfige Company vor der Aufführung ihrer Choreografie „Sons in Lions“. So entsteht ein halbstündiger Film aus Probeausschnitten und Statements der Beteiligten.

Am folgenden Abend wird dann tatsächlich live gestreamt. Zu Beginn geben Kevin Haigen und Raymond Hilbert Einzelkorrekturen zu bestimmten Sequenzen aus Sasha Rivas „Muted“ und der Eigenkreation „And the people stayed home“. Bei einem pas de deux zum Beispiel kommentiert Haigen „I like the danger“, soll heißen, es darf tatsächlich gefährlich aussehen, was die beiden Tänzer gerade machen. In diesem Duett scheint das Männliche das Weibliche zu formen, und am Ende trägt er seine reglose Partnerin, bis er sie schließlich auf dem Boden abrollt.

Nach 25 Minuten, ausgefüllt mit Korrekturen und Wiederholungen einzelner Szenen, beginnt der eigentliche Durchlauf. So erlebt man am zweiten Abend auch das Ergebnis des (im Stream des Abends zuvor) geprobten Werks „Sons in Lions“ von Natalia Horecna.

Zurzeit hat das Bundesjugendballett ausnahmsweise neun Ensemblemitglieder, da es durch einen Stipendiaten des Prix de Lausanne erweitert wurde: Justine Cramer, Pepijn Gelderman, Lennard Giesenberg, Thomas Krähenbühl, Diogo Maia, João Vitor Santana, Mirabelle Seymour, Airi Suzuki, Anna Zavalloni.

Waren es am 22. Januar über 80 Zuschauer vor den Bildschirmen, so erlebten den nächsten Abend schon über 160 Menschen.

Getanzt wird zu Musik von Ludwig van Beethoven, Peteris Vasks und Marshall McDaniel, der als Musiker zum Team des Bundesjugendballetts gehört. Er versteht seine Arbeit „in service of the dancer“, wie er es formuliert. Weite Strecken begleiten aber auch Textpassagen die Tanzenden, gesprochen von Joycelyn Homadi-Sewor, Kellen McDaniel und vor allem von Isabella Vértes-Schütter. Deren Worte bringen Licht und Hoffnung in die mitunter – trotz zahlreicher Scheinwerfer – recht dunkle Aufführung: Durch die Erfahrung von Isolation und weiterer Beeinträchtigungen durch die Pandemie werden die Menschen klüger und ändern ihr Verhalten: „... and the people began to think differently, (...) the earth began to heal, (...) and the people created new ways to live, healed the earth fully as they have been healed.“

[Dagmar Ellen Fischer]

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Letzte Aktualisierung: 30.01.21, [ddd]