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Gekürzte Fassung des Rundschreibens vom September 2017

Themenübersicht


Liebe Ballettfreunde,

nun melden wir uns wieder nach der Sommerpause und hoffen, dass Sie alle gesund und voller Tatkraft die neue Ballettsaison genießen können.

Der Vorstand war während der letzten Monate bemüht, die Nachfolge für Frau Dreher und Herrn Dr. Böttcher in die Vereinsarbeit einzuführen. Aber es wird sicher noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis alles läuft wie bisher. Auf unserer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Montag, dem 22. Oktober 2018, werden wir unsere neuen Mitarbeiter vorstellen.

Die Tagesordnung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung finden Sie beigefügt.

Bitte lesen Sie unser Rundschreiben dieses Mal besonders aufmerksam, um sich zu den neuen Bestimmungen zum Datenschutz zu informieren.

Wir hoffen, dass dieses Mal alles zum Erhalt des Vereins und zu aller Zufriedenheit verläuft.

An dieser Stelle noch eine Mitteilung gänzlich anderer Art.

Am 27. und 28. Oktober 2018 wird Braulio Alvarez, der ehemalige Tänzer des Hamburg Ballett, zusammen mit Mitgliedern des Tokyo Ballett und u. a. unter Mitwirkung der Hamburger Solisten Silvia Azzoni und Alexandr Riabko einen Ballettabend auf Kampnagel gestalten. Braulio Alvarez ist übrigens der erste Tänzer im Tokyo Ballett, der als Nicht-Japaner dort fest engagiert ist. Sicherlich würde er sich freuen, wenn einige Mitglieder unseres Vereins den Abend besuchten.

Bis zum baldigen Wiedersehen grüßt Sie sehr herzlich,

Ihre Marjetta Schmitz-Esser

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Wiederaufnahme der „Bernstein Dances“

Drei fotografische Porträts von Leonard Bernstein schwebten oberhalb der Bühne in der Hamburgischen Staatsoper. Der im Oktober 1990 verstorbene Musiker schien sich die abendfüllende Choreografie, die seinen Namen trägt, „von oben“ anzusehen. Deren Titel lässt einmal mehr zwei Übersetzungen ins Deutsche zu: Man kann „Bernstein Dances“ mit „Bernstein-Tänze“, aber auch mit „Bernstein tanzt“ übersetzen – denn tatsächlich war Leonard Bernstein berühmt dafür, dass er gleichsam tanzend dirigierte.

1998, vor zwanzig Jahren, wurde John Neumeiers abendfüllendes Werk uraufgeführt, 2004 stand es zuletzt in Hamburg auf dem Spielplan. Nun eröffnete es die neue Saison des Hamburg Ballett – passend zu des musikalischen Genies 100. Geburtstag, der 2018 allerorten gefeiert wurde. Neumeier wählte sehr unterschiedliche (Auszüge aus) Kompositionen von Bernstein, um sie zu einer Ballett-Revue, wie er sie nennt, zusammenzufügen – und auch hier spielt John Neumeier wieder mit Worten, wenn er eine Sequenz im zweiten Teil des Abends „Revue passieren lassen“ nennt. Die Musik stammt beispielsweise aus „West Side Story“, „Candide“ und „On the Town“, aber es erklingt auch die „Serenade after Plato’s Symposium“. Dass Neumeier und Bernstein miteinander befreundet waren, fügt der Inspirationsebene des Choreografen eine persönliche hinzu.

Christopher Evans, seit dieser Spielzeit zum Ersten Solisten befördert, führte souverän tanzend durch den zweieinhalbstündigen Abend, mitunter verkörperte er Leonard Bernstein, wenn er sich rauchend an den Flügel setzt und spielt – nach dem konkreten Vorbild von Lenny, wie der charismatische Komponist oft genannt wurde. Alexandr Truschs Rolle innerhalb der Serenade ist mit „Love“ benannt; John Neumeier deutet Platons Symposion (=gesellige Zusammenkunft, Trinkgelage) in eine mondäne Abendgesellschaft um, in der sich Paare umarmen, aber auch verzweifelt aneinander festklammen – Platons berühmter Text aus der griechischen Antike kreist insbesondere um das Phänomen Eros.

Spielerisch verbinden sich die Tänzer des Ensembles immer wieder mit der Sängerin und dem Sänger, sobald eine/r oder beide die Bühne entern. Bernstein vermittelte als Dirigent und Lehrender auf leidenschaftliche Weise Musik, dabei gelang ihm eine Balance zwischen Tiefgründig- und Leichtigkeit. Neumeier fügt der akustischen eine tänzerische, handlungsfreie Ebene hinzu, die vergleichbar zwischen den unterschiedlichen Stimmungen springt und mit der Musik verschmilzt, mal jazzig, mal sinfonisch.

Die großformatigen Bilder im Bühnenhintergrund verweisen auf New York City, mal mit Baustellen-Fotos aus der Stadt im Umbruch, mal mit Nahaufnahmen von Wolkenkratzern, in denen erleuchtete Fenster aussehen wie Buchrücken, sobald sie durch andere Requisiten auf der Bühne teilweise verdeckt werden.

Die letzte Geste des Abends ist eine Verbeugung des Choreografen vor den Porträts Leonard Bernsteins. Am Ende brandete zehn Minuten Applaus durch die Oper, das begeisterte Publikum reagierte mit Standing Ovations auf die Wiederaufnahme der „Bernstein Dances“. Das Ballett scheint durch Lagerung gereift, wie guter Wein.

[Dagmar Ellen Fischer]

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Kurznachrichten

Am 16. Oktober 2018 um 20 Uhr findet im Kaistudio 1 der Elbphilharmonie ein Filmgespräch über „Die Kameliendame“ statt. Im Rahmen der Reihe „Elbphilharmonie+“ beleuchten John Neumeier und sein Kommunikationschef Dr. Jörn Rieckhoff die Entstehung von Choreografie und Film, aus dem auch Ausschnitte gezeigt werden.

Das BOLSCHOI BALLETT im Kino: Die nachfolgend genannten Ballettaufführungen werden live aus dem Bolschoi Theater übertragen und können im Passage Kino Hamburg, Mönckebergstraße 17, verfolgt werden, Karten sind unter Tel. 468 668 628 erhältlich:

Am Abend seines 80. Geburtstags, dem 24. Februar 2019, wird John Neumeier die Benefiz-Gala „The World of John Neumeier“ moderieren, deren Erlös soll dem Ausbau der Stiftung John Neumeier zugute kommen.

Der Deutsche Tanzpreis wurde wiederbelebt: Am 22. September 2018 verlieh ihn erstmals der Dachverband Tanz Deutschland, gefördert durch die Stadt Essen, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und aus Mitteln des Bundes. Erstmalig ist der Deutsche Tanzpreis in diesem Jahr mit 20.000 Euro dotiert. Hauptreisträgerin 2018 ist Nele Hertling, Förderin des zeitgenössischen Tanzes, Intendantin und Festivalmacherin. Ihr zu Ehren zeigten die Michael Clark Company (London) und die Cie. Gelabert Azzopardi (Barcelona) Werke des modernen Tanzes. Das Ballett des Staatstheaters Nürnberg unter der Leitung von Goyo Montero wurde als herausragendes Ensemble geehrt und trat auch in der Gala auf. Eine Anerkennung erhielt auch die US-amerikanische Choreografin Meg Stuart und ihre Company Damaged Goods, die ebenfalls mitwirkten.

Hofesh Shechters Choreografien sind Bild- und Sound-Explosionen, die mit roher Kraft über die Bühne fegen. Wie in seinen vorigen Arbeiten auch, steuert der ausgebildete Schlagzeuger erneut die Klangkulisse zu seinem neuesten Stück bei, die von einer Live-Band gespielt und von zehn Tänzern mit überwältigender Energie körperlich umgesetzt wird. Voll von schwarzem Humor und bitterer Schönheit präsentiert sein Werk „Grand Final“ eine Welt im freien Fall, in der die Menschheit ihrem Untergang entgegen steuert. Mit der gesamten Apparatur des Theaters wiederholt Shechter ritualhaft den Zusammenprall von melancholischen Emotionen mit der Brutalität des Endes, bei dem sich Szenen von surrealer sowie anarchischer Qualität entladen. In dieser dramatischen Komödie rückt der Körper allmählich in den Mittelpunkt, zunächst als Kampfmittel gegen die Umstände und letztendlich im Widerstreit zu sich selbst. Hofesh Shechter gilt als einer der aufregendsten Künstler unserer Zeit, zuletzt war er mit „Sun“ und „Uprising / The art of not looking back“ zu Gast.

5.-8. Dezember 2018, jeweils 20 Uhr, Kampnagel, Jarrestr. 20, Tel. 27 09 49 49

„1980 – EIN STÜCK VON PINA BAUSCH“ wird auf Kampnagel zu sehen sein. Pina Bausch, die Grande Dame des Tanztheaters, katapultierte ab 1973 Wuppertal ins Epizentrum des deutschen Tanzes, mit ihren Stücken schrieb die Choreografin internationale Tanzgeschichte. „1980 – EIN STÜCK VON PINA BAUSCH“ ist mit einem hohen Anteil an Schmerz und Verletzlichkeit verbunden: Fünf Monate vor der Uraufführung verstarb Pina Bauschs beruflicher Weggefährte und Lebenspartner Ralf Borzik. Mit einer Bandbreite an Musik von Beethoven über Debussy bis zu Elgar und Brahms wird das Stück zu einer wehmütigen Elegie.

24.-27. Januar 2019, jeweils 20 Uhr, Kampnagel, Jarrestr. 20, Tel. 27 09 49 49

[Dagmar Ellen Fischer]

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Letzte Aktualisierung: 20.10.18, [ddd]