Jedes Jahr am ersten Samstag im September öffnen alle Theater in Hamburg ihre Türen für Besucher der Theaternacht und bieten auf den Bühnen, in den Foyers und teilweise auch hinter den Kulissen ein abwechslungsreiches Programm, das eine Vorschau auf die im September beginnende, neue Spielzeit bietet.
Auch das Hamburg Ballett lud zur Theaternacht ein und öffnete um 18 Uhr die Pforten. In allen Ballettsälen gab es verschiedenste Proben zu sehen, dargeboten von der Ballettcompagnie, von der Ballettschule und vom Bundesjugendballett.
Auch die Ballettfreunde Hamburg e. V. waren vor Ort. Zusammen mit meinem Vorstandskollegen Jochen von Holdt haben wir vier Stunden lang unseren Infostand betreut, den wir im Foyer vor der Bibliothek im ersten Stock aufbauen durften. Unterstützt wurden wir von Sabine von Holdt, die sich ebenfalls den ganzen Abend an unserem Ballettfreunde-Stand aufhielt, um mit uns neue Mitglieder zu werben.
Unser Standort war perfekt gewählt – nicht nur, dass wirklich viele Leute vorbeikamen und wir somit Präsenz zeigen konnten – wir wurden eingerahmt von wunderschönen, ausgestellten Ballettkostümen. So standen um uns herum Kostüme aus „The Moon and the Ocean“, aus „Die kleine Meerjungfrau“ und aus „La Sylphide“. Auch Louis Musin ließ sich von uns neben seinem Kostüm, das er als James trägt, fotografieren.
Darüber hinaus konnte man den außergewöhnlichen Rock aus Aleix Martinez´ Ballett „Äther“ bewundern, den Ida Stempelmann trägt, und den sie in unzähligen Drehungen minutenlang in die Horizontale schwingt. Wer das Ballett gesehen hat, erinnert sich bestimmt an die beeindruckende Darbietung. Zu erwähnen sei, wie schwer dieser Rock ist – beim Zusehen wirkt es so, als sei es ein ganz leichtes Kostüm.
Zwischendurch konnten wir die Gelegenheit nutzen, im Ballettsaal Nijinsky (nahe unserem Standort im 1.OG) die jeweiligen Proben anzusehen. So arbeiteten der neue Erste Solist aus Australien, Callum Linnane, der den Prinzen tanzt, und die neu ernannte Solistin Charlotte Larzelere als Cinderella, während der ersten Stunde der Theaternacht am sogenannten „Orangen-Pas de deux“. John Neumeier hatte die Tage zuvor mit den beiden Tänzern an eben diesem Pas de deux ausgiebig gearbeitet und viele Schritte verändert. Eine weitere Probe führte Matias Oberlin und Anna Laudere für das Ballett „Tod in Venedig“ in den Probensaal. Das Stück wird in dieser Spielzeit nur ein einziges Mal gespielt und sollte daher nicht verpasst werden.
Den Abschluss im Saal „Nijinsky“ gestaltete das Bundesjugendballett mit einer Probe, die von Raymond Hilbert und Kevin Haigen geleitet wurde. In dieser Spielzeit gibt es fünf neue Tänzer im BJB, darunter unser ehemaliger Stipendiat Hlumelo Quincy Ntshangana. Diese Tänzer waren während der Theaternacht zum ersten Mal öffentlich mit dem BJB zu bewundern.
Unser Anliegen, neue Mitglieder für unseren Verein zu gewinnen, gestaltete sich leider schwierig und sehr schleppend. Wir konnten zwar einige Gespräche mit interessierten Besuchern führen, aber es bleibt abzuwarten, wie viele Neuanmeldungen wir tatsächlich bewirken konnten.
Timm Berkefeld